in konkret April 2003

Am 19. April vor sechzig Jahren beginnt der Warschauer Ghettoaufstand: Die Deutschen, die an jenem Tag ins Ghetto einmarschieren, treffen auf massiven Widerstand. Bis in den Frühsommer hinein finden immer wieder Gefechte mit den schlecht ausgerüsteten, aber entschlossenen jüdischen Kampfgruppen statt. – Der Warschauer Ludwik Krasucki (78) ist Vorsitzender des polnischen Verbandes der jüdischen Kriegsveteranen und – versehrten, der größten jüdischen Organisation in Polen. Er ist Publizist, u.a. übersetzt er Heinrich Heine ins Polnische.
 
von Konkret
 
an Konkret
 
God save America von Hermann L. Gremliza
 
Herrschaftszeiten
 
Aufhängen! Foltern! Kastrieren! Der kleinste Anlaß genügt, schon gerät die deutsche Zivilgesellschaft außer sich (das heißt: zu sich).
 
Das Bundesverfassungsgericht hat das NDP-Verbotsverfahren eingestellt – aus Gründen politischer Opportunität.
 
Mit dem Umbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee rüstet sich das vorgeblich pazifistische Deutschland für den weltpolitischen Aufstieg.
 
In der Irakfrage stehen die osteuropäischen EU-Kandidaten zu den USA. Muß Berlin über seine kontinentale Hegemonialpolitik noch einmal gründlich nachdenken?
 
Weil dann »Burgfrieden« herrscht, lassen sich soziale Grausamkeiten in Kriegszeiten besonders leicht begehen. Wie Gerhard Schröder will Jacques Chirac die Chance nutzen.
 
Man muß ihnen nur zuhören, um zu erfahren, daß sie in der Wolle kaum gefärbte Nazis sind: KONKRET_dokumentiert Auszüge aus einer Rede, die Horst Rudolf Übelacker, Vorsitzender des Witiko-Bundes und Bundesvorstandsmitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL), auf einer Veranstaltung im Rahmen des Sudetendeutschen Tages 2002 gehalten hat. Die Preise übrigens, die die Sudetendeutsche Landsmannschaft verteilt, treffen stets die Richtigen: Ihren »Karlspreis« 2002 erhielt der konservative Historiker Baring; ihren »Menschenrechtspreis« nahm am 19. Februar 2003 der Gründer und Generalsekretär der »Gesellschaft für bedrohte Völker«, Tilmann Zülch, entgegen (siehe Editorial)
 
In Bräune fest von Erich Später
 
Was trägt das einsame Individuum unter den Bedingungen der Aussichtslosigkeit? Und was trinkt es?
 
Warum die Fraktionsführungen des EU-Parlaments einen Ausschuß zur Untersuchung der EU-Zahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde verhindern wollen.
 
Little Slobo Kennedy? von Matthias Gockel
 
Interview mit dem Mitgründer der Internetzeitung »Hagalil«, David Gall, über die Wahrnehmung von Juden in den deutschen Medien und Nazis im Netz
 
CIA-Pop von Ralf Schröder
 
Eine Studie erinnert an Rechtsanwälte der Roten Hilfe in der Weimarer Republik und an die Notwendigkeit politischer Strafverteidigung.
 
Der Irakkrieg und die deutsche Friedensbewegung.
 
Minimalprogramm und offene Fragen: Was will die irakische Opposition?
 
Gespräch mit dem Mitglied der Kommunistischen Partei des Irak, Rashid Ghewielib, und der Journalistin und Ethnologin Inga Rogg, die seit Jahren aus Irakisch-Kurdistan berichtet
 
Rede des Premierministers der Regionalregierung Kurdistan im Irak, Barham Salih, gehalten am 20. Januar 2003 vor dem Socialist International Council (SIC) in Rom. Der SCI ist ein internationaler Dachverband sozialdemokratischer Parteien, dem auch die deutsche SPD angehört
 
Deklaration der Schiiten im Irak
 
Abschlußerklärung der Versammlung des Koordinations- und Nachfolgekomitees der Irakischen Opposition in Salahaddin, Irakisch-Kurdistan, vom 26. Februar bis 1. März 2003
 
Kulturkolumne
 
Singen für den Frieden
 
Kunst & Gewerbe
 
In seiner »Theorie des Partisanen« hat Carl Schmitt die Rechtfertigung des Selbstmord-Attentats vorweggenommen.
 
Links & Rights von Jenna L. Brinning
 
In München werden Zeichnungen Paul Klees aus dem Jahr 1933 gezeigt.
 
Unter dem Titel »Science + Fiction« präsentiert das ZKM in Karlsruhe eine neue Begegnung von Wissenschaft und Kunst.
 
Soloalbum
 
Hans Kafka: Hollywood Calling. Die Aufbau-Kolumne zum Film-Exil. Conference Point, Hamburg 2002, 132 Seiten, 25 Euro
 
Die göttliche Intervention
 
Dem Himmel so fern
 
Eine Kommission untersucht die Beteiligung der Kaiser-Wilhelm-Institute, dem Vorläufer der Max-Planck-Gesellschaft, an den Nazi-Verbrechen.
 
Interview mit Peter O. Chotjewitz über seinen neuen Roman »Machiavellis letzter Brief«, die Aktualität der Politik der Neuzeit und Dichtung und Wahrheit
 
Lyrik mit Hau von Gert Ockert
 
Im März 1900 wurde im westpreußischen Konitz ein Schüler ermordet. Zwei Studien zeigen, wie das Verbrechen zum »jüdischen Ritualmord« umgelogen wurde.
 
Herman Melville: Pierre oder Die Doppeldeutigkeiten. Neu übersetzt von Christa Schuenke. Hanser, München 2002, 741 Seiten, 34,90 Euro
 
Gerd Fuchs: Die Auswanderer. Edition Nautilus, Hamburg 2003, 256 Seiten, 19,90 Euro
 
Philip Roth : Das sterbende Tier. Hanser, München 2003, 164 Seiten, 16,90 Euro
 
Robert Walser: Europas schneeige Boa. Texte zur Schweiz. Hg. von Bernhard Echte. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2003, 352 Seiten, 23 Euro
 
Eine Odysse des spinalen Schmerzes.
 
Wenn ein deutscher HipHopper gegen »die Amerikaner« wettert, sind antisemitische Stereotype nicht weit.
 
Franz Josef Degenhardt: Quantensprung. Koch MusicKai Degenhardt: Briefe aus der Ebene. Plattenbau
 
Michael Moynihan/Didrik Soderlind: Lords Of Chaos. Satanischer Metal: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund. Prophecy, Zeltingen-Rachting 2002, 420 Seiten, 20 Euro
 
Diverse: Tape 10. Ware/Efa
 
Wayne Shorter: Alegria. Verve/Universal
 
Jetzt, da er 96jährig gestorben ist, gilt Georg Knepler als der bedeutendste deutschsprachige Musikhistoriker des 20. Jahrhunderts. Auszüge aus zwei Gesprächen, die der Berliner Dirigent und Produzent Christian von Borries 1996 mit Georg Knepler in dessen Haus in Berlin-Grünau führte