in konkret Juli 2000

Auf der Tagung des deutschen Pen-Zentrums Mitte Mai in Nürnberg haben die versammelten Schriftsteller/-innen mit überwältigender Mehrheit einen Antrag abgelehnt, in dem die Informationspolitik der Bundesregierung in Sachen Kosovo-Krieg kritisiert und die deutschen Medien aufgefordert wurden, sich für die Weitergabe von Fehlinformationen bei ihren Lesern, Hörern und Zuschauern zu entschuldigen (s. dazu in diesem Heft Seite 51 ff.). KONKRETsprach darüber mit dem in Nürnberg aus dem Amt geschiedenen Präsidenten des deutschen Pen, Christoph Hein, der zu den Unterzeichnern dieses Antrags gehört
 
von konkret
 
an konkret
 
Denker am Abzug von Hermann L. Gremliza
 
herrschaftszeiten
 
Die islamische Barbarei ist eine Spielart der allgemeinen Regression der bürgerlichen Welt, genannt: zivilgesellschaftliche Erneuerung
 
Nach der Rückeroberung Tschetscheniens durch Rußland haben die Fundamentalisten Revanche in Kirgistan und Usbekistan angedroht
 
Die deutsche Presse jubelt: Der Südlibanon ist frei, »Israel verdrückt sich«, die Hisbollah erkämpft das Völkerrecht
 
Die Zärtlichkeit der Völker: Fischer setzt Kinkels »kritischen Dialog« mit den iranischen Machthabern fort – unkritischer als je zuvor
 
Von Afghanistan ins Kosovo: Die islamische Revolution frißt ihre Paten, die Yankees. Ob James Bond helfen kann?
 
Außenminister Fischer will die EU zwar vergrößern, den Club derer, die wirklich mitreden dürfen, aber radikal verkleinern. Den Braten, der deutsche Hegemonie heißt, scheint niemand zu riechenFischer hat abgeschrieben – aus dem »Kerneuropa«-Papier der CDU. Mit allem, was dazugehört: deutsche Tradition, deutsche Mittellage und deutsche Nation
 
Außenminister Fischer will die EU zwar vergrößern, den Club derer, die wirklich mitreden dürfen, aber radikal verkleinern. Den Braten, der deutsche Hegemonie heißt, scheint niemand zu riechenDie Kritik des französischen Innenministers Chevèment an Fischers »Vision« hat allenthalben Empörung ausgelöst – leider zu Unrecht
 
Wozu sind Soldaten da? Zum Marschieren, zum Marschieren in die weite, weite Welt. Das gilt auch für die Bundeswehr. Die rot-grüne Regierung hat ihr Versprechen, in der Militärpolitik Kontinuität zu wahren, gehalten
 
Die diesjährigen »Mainzer Tage der Fernsehkritik«, veranstaltet von ZDF, 3Sat und Phoenix, widmeten sich der Funktion von Bildern im Krieg und der Rolle des Fernsehens beim Nato-Überfall auf Jugoslawien. Höhepunkt der Veranstaltung war am 16. Mai ein Podiumsgespräch des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender mit Kriegsminister Rudolf Scharping. KONKRET dokumentiert Auszüge
 
Er kann es nicht lassen: Kriegsminister Scharping lügt, wenn er den Mund aufmacht. Ein Augenzeugenbericht aus Mainz
 
Rudolf Scharping will außer in Racak (siehe dazu KONKRET 5/2000) ein weiteres »Massaker« an Kosovo-Albanern im Januar 1999 entdeckt haben – in Rugovo. Er präsentierte entsprechende Fotos eigens auf einer Pressekonferenz während des Kriegs als Beweis für die Verbrechen, die die Serben bereits lange vor Beginn des Nato-Bombardements an der albanischen Zivilbevölkerung verübt hätten. Der deutsche Polizeibeamte Henning Hensch, im Auftrag der OSZE zu jener Zeit als internationaler Beobachter im Kosovo tätig, weiß es besser
 
Kriegsverbrecher gibt es nur in Belgrad: Wie die massiven Vorwürfe von Amnesty International gegen die Nato mit einer Generalamnestie beantwortet wurden
 
Die Deutschen stellen sich ihre Geschichte: Nach dem Holocaust-Mahnmal soll jetzt eine »Vertriebenen«-Gedenkstätte in Berlin errichtet werden
 
Nach dem Abschluß der Verhandlungen über die Entschädigung von Zwangsarbeitern bleiben den NS-Verfolgten nicht mehr viele Möglichkeiten, Ansprüche gegenüber der deutschen Wirtschaft und ihrem Staat durchzusetzen. Reparationsforderungen sind, wie das Beispiel Griechenland zeigt, eine davon
 
Anmerkungen zu Georg Fülberth, Reinhard Opitz und der Röhm-Affäre
 
Die fortschreitende Ruinierung Afrikas wird an Trostlosigkeit nur noch vom zugehörigen deutschen Diskurs übertroffen
 
Zur Kritik an Robert Kurz und der Gruppe Krisis, Teil III
 
Robert Kurz und die »Fabrik« Auschwitz (s. KONKRET 6/2000): Metaphern statt Beschreibung, Allgemeinplätze statt Fakten, Kitsch statt Analyse, Verdrängung statt Bearbeitung
 
In diesem Sinne - Grundlose Aufregung von Otto Köhler
 
In diesem Sinne - Pazifisten immer irrer von Gert Ockert
 
In diesem Sinne - Zonen-Gabi im Glück von Chris Thaler
 
Kunst & Gewerbe von Rayk Wieland
 
Kulturkolumne
 
Der deutsche Pen-Club bringt den russischen Kollegen bei, was Pazifismus heißt: Natobomben sind Peacebuilder und alle Kriege zu verurteilen, sofern sie nicht von Rudolf Scharping geführt werden
 
Die mythische Squaw Pocahontas als Muse von Klaus Theweleit und Arno Schmidt
 
Ulrike Siebauer: Leo Perutz. Biographie. Bleicher Verlag, Gerlingen 2000, 398 Seiten, 54 Mark
 
Rainer Roth: Das Kartenhaus. Ökonomie und Staatsfinanzen in Deutschland. Verlag DVS, 2. aktualisierte Auflage, Frankfurt 1999, 454 Seiten, 25 Mark
 
André Brie: »Nur die nackte Wahrheit geht mit keiner Mode«. Eulenspiegel Verlag 2000, 16,90 Mark
 
Wie einst bei der Treuhand – was Birgit Breuel in die Hand nimmt, wird zu Schrott. Ein Rundgang über die Expo 2000
 
Bei den Salzburger Festspielen kürzt man das Programm: natürlich um eine zeitgenössische Oper
 
Laurence Bergreen: Louis Armstrong. Ein extravagantes Leben. Haffmans Verlag, Zürich 2000, 640 Seiten, 39,90 Mark
 
Hans Janowitz: JazzHerbert Simmons: Tanz auf rohen Eiern
 
Die PalettePetits Frères
 
High Fidelity