Konkret 10/96, S. 18  
Wolfgang Schneider  
Pro Germania  
Über Nutzen und Nachteil der Tagebücher Victor Klemperers für die moralische Aufrüstung der wiedervereinigten Deutschen  
Es ist fast alles wahr, was die deutschen Medien in ihrer Begeisterung über die Tagebücher des Romanisten Victor Klemperer behauptet haben, auch wenn man nicht so weit gehen muß wie der »Zeit«-Redakteur Volker Ullrich, der am Ende seiner Besprechung meinte, daß Klemperers Aufzeichnungen aus den Jahren 1933 bis 1945 »alles in den Schatten (stellen), was jemals über die Zeit des Nationalsozialismus geschrieben wurde«, oder wie der Schriftsteller Tilman Spengler, der für die »Woche« in ihnen »vollendete Literatur« und in Klemperer einen »sprachempfindlichen Bruder im Geiste« von Karl Kraus entdeckte – Klemperers Tagebücher aus der Zeit des Nationalsozialismus (Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten) sind tatsächlich ein »einzigartiges Dokument des Lebenswillens« (»FR«), ein »grandioses Opus«, das »mikroskopisch genaue Beobachtungen aus dem Alltag der braunen Diktatur« (»Zeit«) und »eine überwältigende Darstellung des jüdischen Leidens unter dem Hakenkreuz« (»Spiegel special«) enthält, und vielleicht sollte tatsächlich, wie die Soziologieprofessorin Heide Gerstenberger im »Mittelweg 36« (1/96) forderte, »ohne Bezug auf die Tagebücher Klemperers ... über Alltag in der Zeit des Nationalsozialismus in Zukunft nicht mehr diskutiert werden«. Aber Klemperers Aufzeichnungen sind vor allem auch das »Tagebuch eines deutschen Kulturpatrioten«, der »sich an seinem ›Deutschtum‹ fest und aufrecht (hält)« (»Rheinischer Merkur«), eines »säkular gesinnten Juden, der sich als Deutscher fühlt und Deutscher sein will« (»FAZ«). Und darin steckt ein Problem, das kritisch zu reflektieren auch die vermieden, die es wahrgenommen hatten.  
Wer im Bewältigungs- und Erledigungstrubel des Gedenkjahres 1995 nicht vergaß, was er über die Art des Umgangs wußte, den die Deutschen mit der Geschichte des Nationalsozialismus pflegen, dem mußte ein wenig mulmig werden angesichts der einhelligen Zustimmung, auf die die Tagebücher Klemperers hierzulande trafen. Schon bald waren sie zum Bestseller geworden, und nicht nur das »Literarische Quartett« feierte sie als das »Großereignis« der Buchsaison 95/96. Vom Aufbau-Verlag im August veröffentlicht, trug ihr Verkauf mit einem Umsatz von ca. 4 Millionen Mark fast ein Drittel zum Gesamtumsatz des Jahres 1995 der Aufbau-Gruppe bei. Mittlerweile sind 150.000 Exemplare des zweibändigen Werks, das immerhin knapp 1.700 Seiten umfaßt und 128 Mark kostet, verkauft. Rundfunksender wollen es zu Hörspielen und Theater zu Bühnenstücken verarbeiten. Eine 13teilige Fernsehserie ist in Vorbereitung. Was ist der Grund für diesen Erfolg? Liegt er tatsächlich darin, daß, wie Volker Ullrich vermutete, hierzulande »auch fünfzig Jahre nach Kriegsende immer noch ein großes Bedürfnis (besteht) zu erfahren, wie der Judenmord, dieses ungeheuerlichste aller Verbrechen, geschehen konnte, inmitten einer Nation, die sich für zivilisiert hielt«? Beantwortet Klemperer diese Frage? Stellt er sie überhaupt?  
Schon aus den ersten Reaktionen ließ sich herauslesen, wie die Deutschen Klemperer zu verwenden gedachten – als Chronisten »jüdischen Lebens und Überlebens im nationalsozialistischen Deutschland« (»Rheinischer Merkur«) beispielsweise, als Protokollanten ganz ungewöhnlicher »Zivilcourage, Solidarität, mitleidender Hilfsbereitschaft, die er und seine Frau erfahren« (»Freitag«) und die »alle Pauschalverdikte und Kollektivverurteilungen korrigieren« (»Zeit«), als Zeitzeugen, der u.a. »dem Dresdner Kleinhandel ein gutes Zeugnis ausstellt«, weil »das kleine Volk von Dresden den bekannten Professor unter eigener Gefährdung ungleich besser behandelte, als dies die jüdischen Organisationen taten« (»Welt«), und der »den Leser ... in den Strudel einer gefährdeten Existenz (reißt), als wär’s sein eigenes Leben« (»SZ«). Die eigentliche Nutzanwendung folgte jedoch erst im Frühjahr dieses Jahres – mit der Eröffnung der deutschen Abwehrfront gegen Daniel J. Goldhagens Studie über »Hitlers willige Vollstrecker« und mit der Postierung Klemperers im Zentrum dieser Abwehrfront.  
Etwa so: Im tagtäglichen Alltag des Dritten Reiches, im Umgang mit den Menschen seiner Umgebung vermag er (Klemperer, W.S.) den Antisemitismus nicht zu finden – im Gegenteil. Immer wieder gehen Menschen, die ihn persönlich »von früher« kannten, bewußt auf ihn zu, um ihn zu grüßen. ... Und was hat »man« gewußt von den Verbrechen, von »Auschwitz« und allem, was wir inzwischen mit diesem Namen verbinden müssen? Klemperer ist ... als Gefährdeter, als Jude da natürlich besonders hellhörig. Aber er bekommt wenig zu hören. Erst im Herbst 1944 berichtet er aus dritter Hand über Massenmorde im Osten.  
Das Zitat stammt aus einem Beitrag des Berliner Professors Ekkehart Krippendorff, den der »Freitag« unter dem die Nazideutschen zu einem ideellen Gesamtschindler umschöpfenden Titel »Zivilcourage« und mit dem genervten Hinweis veröffentlicht hat, »wieder einmal« stehe uns – provoziert durch eine in den USA »publizistisch hochgespielte Dissertation eines jungen Historikers« – »eine Debatte um die Verbrechen des Dritten Reiches ins Haus«. Buchstäblich nichts von dem, was Krippendorff da behauptete, ist wahr, und selbst die monströse Weißwäscherei, die Fritjof Meyer im »Spiegel« 21/96 – ebenfalls unter Berufung auf Klemperers Tagebücher – mit seiner Anti-Goldhagen-Titelgeschichte veranstaltete, reicht an die Unverfrorenheit nicht heran, mit der Krippendorff den von Klemperer als ideologische Massenbasis des Regimes angeblich bloß »analytisch« unterstellten Antisemitismus der Nazideutschen in den Alltagserfahrungen des Verfolgten zum Verschwinden brachte und gleichzeitig konstatierte, daß der 1912 zum Protestantismus übergetretene Klemperer in den Jahren der Verfolgung »sein Judentum erst in schmerzhaftem Lernprozeß entdeckte«.  
Der »tagtägliche Alltag«, den Klemperer beschrieben hat, war der einer Volksgemeinschaft, die in einer sämtliche Institutionen und Bevölkerungsgruppen einbeziehenden kollektiven Anstrengung sich der Juden entledigte. Ihr entstammen die »Bruchstücke des Wahnsinns, in den wir immerfort eingetaucht sind« (25.4.33), die Klemperer mit einer Ausdauer und Genauigkeit festgehalten hat, die, bedenkt man die Umstände, unter denen dies geschah, mitunter fassungslos machen. Ihr entstammen auch jene »Menschen seiner Umgebung«, die hierzulande nun immer wieder bemüht werden, um den an Daniel Goldhagen gerichteten Vorwurf zu begründen, seine Untersuchung verfehle, wie der Historiker Norbert Frei in der »Süddeutschen Zeitung« formulierte, »eine Wirklichkeit, deren minutiöse ... Beschreibung wir einem Überlebenden wie Victor Klemperer verdanken«. Geradezu erleichtert hat Frei auf die »Gesten der Freundlichkeit, auch der Beschämung« hingewiesen, denen der »Sternträger« Klemperer »häufiger« begegnet sei als antisemitischen Anpöbeleien »verhetzter Jugendlicher«: »Nicht ganz wenige Dresdner gaben ihm nun zu erkennen, daß sie nicht einverstanden waren, wie man mit ihm und seinesgleichen verfuhr.« Aber zum einen lassen sich – sieht man von den mit Klemperer in eine Zwangsgemeinschaft getriebenen Personen und jenen, zum Beispiel als SS-Offiziere, kenntlichen Nazis ab, denen er verzweifelt »heftiges Antihitlertum« attestiert – die nicht ganz wenigen Dresdner an den Fingern zweier Hände herzählen. Sie gehören damit bestenfalls zu einer Minderheit, deren Existenz Goldhagen keineswegs bestreitet. Zum zweiten mußte man nicht auf der Straße herumpöbeln, um mit dem einverstanden zu sein, was die Landsleute den Juden antaten (der liebenswürdige Kleinhändler etwa, der Klemperer eine Bonbonniere verkaufte, obwohl der keine Marken für Süßigkeiten hatte, war scharf auf das Häuschen, aus dem der Jude hoffentlich bald vertrieben werden würde). Und drittens ist die Annahme, es ließe sich aus freundlichem Verhalten dem angesehenen Herrn Professor »und seinesgleichen« gegenüber eine generelle Ablehnung der antijüdischen Vertreibungs- und Vernichtungspraxis schlußfolgern, durch nichts gerechtfertigt: Es gehört ebensowenig Phantasie dazu, sich die höflichen Behördenvertreter, mit denen Klemperer zu tun hatte, an einem Schreibtisch in Eichmanns Reichszentrale für Jüdische Auswanderung vorzustellen wie die gutmütigen Polizisten, die bei Klemperers hin und wieder zwecks Haussuchung vorbeischauten, in einem Regiment der Ordnungspolizei beim Massenmord an den polni-schen Juden. Das ist ja gerade das Verdienst Goldhagens: daß er (wie zuvor bereits Christopher Browning) die Teilnahme ganz gewöhnlicher, keineswegs besonders nazifizierter und nur durch Zufall zu diesem Job gekommener Deutscher am Judenmord beschreibt, die einen Klemperer auf der Straße ihres Heimatortes womöglich freundlich, vielleicht auch beschämt gegrüßt haben würden. »Der Antisemitismus als Erfüllung einer vielleicht sogar als unangenehm empfundenen internalisierten Pflicht«, hat Hanno Loewy in der »Frankfurter Rundschau« gegen die Versuche eingewandt, Klemperer gegen Goldhagen auszuspielen, »verträgt sich durchaus mit einem beschämten Blick zu Boden, wenn man nicht dem ›Weltjudentum‹, sondern dem ›netten Herrn Professor‹ gegenübertritt.«  
Immerhin läßt sich über Relevanz und Reichweite der von Klemperer festgehaltenen »judenfreundlichen« Reaktionen noch streiten. Das ist bei dem, was Krippendorff & Co. unter Berufung auf seine Tagebücher über die Ahnungslosigkeit der Deutschen bezüglich Auschwitz und der systematischen Ermordung der Juden im besetzten Osten behaupten, nicht möglich. »Erst im November 1944« habe Klemperer Informationen über »schauerliche Judenmorde im Osten« notiert, meinte Fritjof Meyer im »Spiegel«; »erst im Herbst 1944 berichtet er aus dritter Hand über Massenmorde im Osten«, repetierte Krippendorff. Beide glauben, die deutsche Bevölkerung damit nahezu vollständig vom Vorwurf der Mitwisserschaft freisprechen zu können – von Mittäterschaft ganz zu schweigen. Dabei ist, was sie da behaupten, einfach nur gelogen: Bereits im März 1940 erfährt Klemperer von der »Verschickung« Stettiner Juden ins Ghetto von Lublin. Am 25. Oktober 1941 verzeichnet er »immer erschütterndere Nachrichten über Judenverschickungen nach Polen. Sie müssen fast buchstäblich nackt und bloß hinaus.« Zwei Tage später: »Bestürzung über das Deportieren«. Am 1. November 41: »Alarmierendes über die Verschickungen«; am 18. November: »Nachrichten über Judenverschickungen nach Polen und Rußland katastrophal«; am 13. Januar 1942: »Gerücht, aber ... sehr glaubhaft mitgeteilt, es seien evakuierte Juden bei Riga reihenweis, wie sie den Zug verließen, erschossen worden«; und bereits am 16. März 42, drei Wochen nachdem die Todesfabrik ihren Betrieb aufgenommen hatte: »Als furchtbarstes KZ hörte ich in diesen Tagen Auschwitz ... in Oberschlesien nennen. Bergwerksarbeit, Tod nach wenigen Tagen.« Und Klemperer notiert weiter: »Grauenhafte Massenmorde an Juden in Kiew. Kleine Kinder mit dem Kopf an die Wand gehauen, Männer, Frauen, Halbwüchsige zu Tausenden auf einem Haufen zusammengeschossen ...« (19.4.42).  
Den ganzen Sommer 1942 hindurch erhält Klemperer immer wieder Mitteilungen über das grauenhafte Schicksal, das die in den Osten deportierten Juden erwartet. Im August teilt die Gestapo dem Verwalter des Judenhauses, in das Klemperer mit seiner Frau hatte ziehen müssen, mit, daß es »keine anständigen Juden« gebe: die »ganze Rasse werde ausgerottet werden«. Seither rechnet Klemperer mit der »gänzlichen Vernichtung der Juden«. Am 17. Oktober erreichen ihn weitere Todesnachrichten aus Auschwitz, »das ein schnell arbeitendes Schlachthaus zu sein scheint«. Im November 42 erfährt er aus Urlauberberichten, »in Polen würden die Juden täglich zu Hunderten erschossen«; im Dezember hört er von Massenmorden an rumänischen Juden (»mußten sich ihr Mas-sengrab graben, sich nackt ausziehen und wurden dann erschossen«). Im Februar1943 schließlich glaubt Klemperer nicht mehr, »daß irgendwelche Juden lebend aus Polen zurückkehren. Man wird sie vor der Räumung töten. Übrigens wird längst erzählt, daß viele Evakuierte nicht einmal erst lebend in Polen ankommen. Sie würden im Viehwagen während der Fahrt vergast, und der Waggon halte dann auf der Strecke an vorbereitetem Massengrab.« Bis zum 24. Oktober 1944 reißen die Berichte über den Fortgang des deutschen Vernichtungsfeldzugs gegen die Juden nicht ab. An diesem Tag, vier Wochen bevor Klemperer laut »Spiegel« erstmals von »schauerlichen Judenmorden« erfuhr, notiert er die Nachricht, »daß vor den Rückzügen alles ermordet worden ist, daß wir niemand wiedersehen werden, daß sechs bis sieben Millionen Juden ... geschlachtet (genauer: erschossen und vergast) worden sind«.  
Was aber besagt die Seelenruhe, mit der Meyer und Krippendorff all dies einfach unter den Tisch fallen lassen? Zumindest doch, daß auch sie damals für derlei Informationen kein Interesse aufgebracht hätten.
 
Er fühlte sich so sehr als Deutscher, was ging ihn da Antisemitismus an!«, hat Martin Walser in seiner Laudatio zur postumen Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises an Victor Klemperer Ende November 1995 aus der angenommenen Position des Preisträgers heraus weniger gefragt als festgestellt – eine Formulierung, die nach dem bisher Gesagten abenteuerlich anmuten muß. Walser ist für diese Rede, in der er den von Klemperer für sich reklamierten »Willen zum Deutschtum« und sein »durch keine ihm angetane Gemeinheit zerstörbares Kulturvertrauen« herausstellte, das auch Auschwitz überlebt habe, scharf kritisiert worden. Das liberale Feuilleton hat ihm eine »selektive Lesart« (»Zeit«) und den Versuch vorgeworfen, »den doch nach den Erfahrungen der Nazi-Zeit dezidiert ›voltairisch kosmopolitischen‹ Klemperer ... mit fragwürdigen deutschtümelnden Girlanden zu umhängen« (»FR«).  
Aber so mißbräuchlich die Verwendung der Tagebücher Klemperers zum Zwecke der Abwehr der Thesen Goldhagens ist, so berechtigt ist Walsers Annahme, er habe in Klemperer einen in »Deutschpatriotismus« (Klemperer) und »Kulturvertrauen« ihm Verwandten gefunden, in dessen geistiger Nähe sich zu zeigen, das eigene durch allerlei läppisch-reaktionäre Auslassungen ramponierte Ansehen ein wenig aufpolieren könnte. Die Sache ging für Walser ziemlich schief. Zwar veröffentlichte der »Spiegel« eine gekürzte Fassung seiner Klemperer-Laudatio (vollständig liegt sie inzwischen als Sonderdruck der Edition Suhrkamp vor), aber von den großen Blättern warf sich allein die »FAZ« für ihn in die Bresche. »Es waren nur Rempeleien«, resümierte dort Gustav Seibt die »ebenso gehässigen wie ungerechten Vorwürfe« gegen Walser, »an deren Berechtigung wohl nicht einmal die so recht glaubten, die sie ausführten.« Welchen Grund aber hätten die Rempler haben sollen für eine vorsätzliche Unernsthaftigkeit ihrer Rempeleien? War ihnen im Reaktionär Walser jener Klemperer begegnet, über den Walter Boehlich 1990 geschrieben hatte, er habe »in seinem bedingungslosen Deutschtum selbst noch die Vorurteile übernommen, die sich eines Tages gegen ihn selber richten würden«? Wußten sie also, daß sie Klemperer treffen und damit eine für die moralische Aufrüstung der wiedervereinigten Deutschen bedeutsame Identifikationsfigur beschädigen würden, wenn sie Walser in diesem Fall ›ernsthaft‹ attackierten?  
In diesen Tagen veröffentlicht der Aufbau-Verlag Victor Klemperers Tagebücher aus den Jahren 1918 bis 1932 (Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum)und schließt damit die Lücke, die zwischen der in den Jahren der Verfolgung geschriebenen Autobiographie Curriculum Vitae (1881- 1918) und den Aufzeichnungen aus der Nazizeit bislang noch klaffte. Nimmt man den im Frühjahr dieses Jahres erschienenen Band Und so ist alles schwankend, der Klemperers Tagebücher der Monate Juni bis Dezember 1945 enthält, und seine 1947 in Ostberlin publizierte, die Aufzeichnungen der Nazizeit verarbeitende Untersuchung der Sprache des Dritten Reiches (LTI. Notizen eines Philologen) hinzu und überblickt die dergestalt über mehr als 5.000 Seiten ausgebreitete Lebensgeschichte, so erhält man das Bild eines wilheminischen Bildungsbürgers jüdischer Herkunft, der, nach Assimilation strebend, sich »deutscher als die Deutschen« (Boehlich) aufführte, und der, als er erkennen mußte, daß die ihn trotz allem nicht dabeihaben wollten, seine chauvinistischen und antijüdischen Ressentiments nur mühsam und unvollständig modifizierte.  
1910 – der damals 29jährige Journalist hat seine ersten antisemitischen Schmähungen gegen die jüdische Berliner Presse (wg. vermeintlichen Verrats an der Zeppelin-Idee) bereits hinter sich und ist stolz auf seinen »nationaldeutschen Standpunkt« – reist Klemperer nach Prag und stößt im dortigen Ghetto »zwischen den Jeiteles, Wedeles, Beermans, Cohns und Teweles ... wiederholt auf unsern Familiennamen«. Er ist entsetzt: »In Berlin waren wir eine deutsche Familie mit einem deutschen Namen – hier haftete dem Namen sein Judentum an; in Berlin waren wir angesehene Leute – hier gehörten die Klemperers zum Ameisenhaufen der armseligen Ghettohändler.« Und der seinen erfolgreicheren Brüdern in die Große Bourgeoisie Nachstrebende beschließt, sich »mit jedem Gedanken und aller Herzenswärme zum Deutschtum zu bekennen«.  
Acht Jahre später wiederholt sich die Prager Szene an anderem Ort, in anderer Fassung. Klemperer, Zensor im Buchprüfungsamt der Presse-Abteilung des Militärgouvernements Litauen, besucht die Talmudschule in Wilna und fühlt sich »wie mit Fäusten« zurückgestoßen vom frommen Treiben der Ostjuden, das er, der als Angehöriger der deutschen Besatzungsmacht »fraglos Kulturbringer« zu sein glaubt, für »sinnlos und lebensfeindlich« hält: »Nein, ich gehörte nicht zu diesen Menschen ..., und ich dankte meinem Schöpfer, Deutscher zu sein« (und man vergleiche, um nicht dem Irrtum aufzusitzen, hier äußere sich eben ein an der französischen Aufklärung geschulter, mittlerweile promovierter und habilitierter Romanist als Kritiker jedweden religiösen Wahns, die von Abscheu geprägte Schilderung des Talmudschulbesuchs im 2. Band von Curriculum Vitae mit der nur wenige Seiten später folgenden liebevollen Beschreibung eines christlichen Gottesdienstes).  
Zwischen Prag und Wilna aber liegen acht Jahre, in denen Klemperer sich zum zweiten Mal taufen ließ, um seinen »Willen zum Deutschsein« zu unterstreichen und Professor werden zu können, und in denen ein Weltkrieg stattfand. Bereits anläßlich der Marokkokrise 1911 war Klemperer »kriegerisch gestimmt« gewesen und hatte gehofft, es würden »die Dinge so gelenkt, daß wir die Angegriffenen sind und in einem siegreichen Krieg ein großes Kolonialreich gewonnen« werden könne. Er hatte damit gewissermaßen einen Trockenkurs in fortgeschrittenem Chauvinismus absolviert. Beim Kriegsausbruch 1914 durfte er dann endlich ins Tiefe: Inbrünstig glaubte er, »ein allgemeines Volksgefühl zu konstatieren und selbst in ihm aufzugehen. ... Der Krieg ist höchste Sensation und einzige dem Kulturmenschen noch gebliebene Katharsis«, schrieb er sich ins Tagebuch und, bereits im August 1914: »Wenn wir fallen, schlagen wir vorher Europa zusammen.« Zum Beispiel so: »Wenn England kein Volksheer gegen uns schickt«, sondern Söldner, wie der kriegsfreiwillige Klemperer, begeistert darüber, »wie sehr bei uns das ganze Volk kämpft«, meinte, »warum halten wir uns nicht an das englische Volk selber? Könnte man nicht durch die Zeppeline soviel von der Londoner Bevölkerung vernichten, als deutsche Soldaten in einer Schlacht fallen?«  
Das haben mit ihrer fortgeschrittenen Technologie später die Nazis versucht – wie so manches von dem, was der chauvinistische Gelehrte vor 1933 für wünschenswert hielt – vom »Arbeitshaus« für »Jungelchen«, die in »einer Art öffentlichen Coitus’ ... Zeit, Geld, Kraft, Jugend« vergeuden, indem sie, zu »wildesten unartikuliertesten Geräuschen ... die Beine auseinanderwerfend im Sexualrhythmus, eine wilde, tobende Schamlosigkeit begehen«, nämlich Charleston tanzen (und wer die Beschreibung des Musikcafés im Berliner Hotel Eden vom 26. September 1926 neben die Schilderung der Wilnaer Talmudschule hält, wird vielleicht verstehen, warum auch der schroffe Antiamerikanismus des späteren KPD-Mitglieds Klemperer noch antisemitisch grundiert ist), bis zur »Rassenhygiene«: Im Juli 1920 hört Klemperer einen Vortrag zum Thema »Volksgesundung« und findet ihn »eindrucksvoll«: »Weniger Menschen, aber gesündere. Verhinderung von Ehe zwischen Kranken, Castrierung von Verbrechern u. Geisteskranken, Frühehe, vor allem Frühehe u. Enthaltsamkeit bis dahin. Alles sehr hübsch ...« Wie offenbar auch das bis dahin fürchterlichste Völkergemetzel der Weltgeschichte, von dessen Güte Klemperer noch 1942 ebenso überzeugt sein wird (»Der vorige Krieg war eine so anständige Angelegenheit«) wie davon, daß für den Sieg des Antisemitismus im nationalsozialistischen Deutschland »viel Schuld ... dem ungehinderten Zustrom des bloß geldsüchtigen Ostjudentums« zukomme (5.7.42).  
Der erste Krieg aber ist aus, die Deutschen proben die Revolution, und Victor Klemperer fürchtet im November 1918, »daß ganz Deutschland zum Teufel geht, wenn dieser Soldaten- und Arbeiter-Unrat, diese Dictatur der Sinnlosigkeit und Ignoranz, nicht bald herausgefegt wird«. Er hofft »auf irgendeinen General des rückkehrenden Heeres«, wird a.o. Professor in München, hält die dortige Räterepublik für eine »alogische Angelegenheit«, »Demokratie in jeder Form« für »noch viel blöder als Despotie« und sich selbst für »bürgerlich«, »individualistisch« und einen »Streber«. Aber noch bevor er im Dezember 1919 als ordentlicher Professor für romanische Sprachen an die TH Dresden berufen wird, geht ihm auf, »welch unüberwindliches Hindernis der Antisemitismus für mich bedeutet. Undich bin Kriegsfreiwilliger gewesen! Nun sitze ich, getauft u. national, zwischen allen Stühlen.«  
Der Antisemitismus, der an den deutschen Universitäten der Zwischenkriegszeit tobt, trifft Klemperer mit solch unerwarteter Wucht, daß seine »Neigung nach rechts« schon im März 1920 »sehr gelitten« hat. Zwar mag er von seinen politischen Vorlieben so rasch nicht lassen – »wäre nur Nationalismus nicht so widerwärtig mit Antisemitismus verknüpft«, bedauert er im August 1922 (und wird auch später nie begreifen, daß die beiden in Deutschland kausal zusammenhängen) – , doch die Erkenntnis, daß ihm allein seiner jüdischen Herkunft wegen keiner der renommierteren Lehrstühle in Deutschland und Österreich erreichbar sein würde, treibt ihn »immer mehr linkswärts« – relativ, versteht sich: über die Weimarer Liberalen hinaus wird das nie gehen. Seine Bewerbungen scheitern reihenweise. Im August 1930, wenige Wochen vor dem sensationellen Wahlerfolg der Nationalsozialisten, erwägt er allen Ernstes den »Rücktritt zum Judentum«. Im Mai 1930 notiert er: »Ich werde auf diesem Schmachposten Dresden sterben«, und im Januar 1932: »Ich bin ganz isoliert.« Ein halbes Jahr später fragt er sich: »Was wird aus mir, dem jüdischen Professor?« und bezeichnet mit der Wahl des Adjektivs seine abgrundtiefe Resignation. Fünf Monate später übernehmen die Nazis die Macht.  
Aber ganz so als ob das regierungsoffizielle Dementi all jener Moralvorstellungen und Eigenschaften, die Klemperer bis dato für exklusiv deutsch gehalten hat, seinen infolge Dauerfrustration ermüdeten Nationalismus wieder auf Trab bringt, beginnt jetzt sein eigentlicher, verzweifelter Kampf ums »Deutschtum«. Es ist ein Kampf an zwei Fronten, gerichtet einerseits gegen die Nazis, die »alles, was ich für undeutsch gehalten habe, Brutalität, Ungerechtigkeit, Heuchelei, Massensuggestion bis zur Besoffenheit« praktizierten, andererseits gegen die Juden, die, insofern sie dem neuen Regime sich anpassen, Klemperer »so unendlich schamlos und ehrlos« erscheinen, »daß man beinahe mit den Nationalsozialisten sympathisieren möchte«. Insofern sie jedoch, der zionistischen Bewegung zuneigend, »die ganze Lage nur noch unter jüdischem Gesichtspunkt betrachten«, hält er sie für »entdeutscht« und »innerlich entwürdigt«, ja, er findet sie sogar »genauso ekelhaft wie die Nazis«. Die aber sind in Wahrheit Kommunisten: »Der Nationalsozialismus ist jetzt ganz oder fast ganz mit dem Bolschewismus identisch geworden«, glaubt Klemperer im März 1934, womit er seinen Zweifrontenkampf totalitarismustheoretisch um eine dritte Front erweitert: »Das ist das Phantastische an den Nationalsozialisten, daß sie gleichzeitig mit Sowjetrußland und mit Zion in Ideengemeinschaft leben« (13.6.34), kurz: »Die zionistischen Bolschewisten sind reinste Nationalsozialisten!« (3.5.42). Er wird schließlich noch eine vierte Front eröffnen – gegen den »Amerikanismus« – und damit wenigstens negativ bestimmt haben, wes Geistes Kind auch sein »Deutschtum« ist.  
Verständlicherweise ist Klemperers beharrliche Auseinandersetzung mit seinem und der Deutschen »Deutschtum« hierzulande auf besonderes Interesse gestoßen, der Nutzanwendung wegen. Denn je nach Standpunkt der Rezipienten ist er daraus entweder als vorbildlicher Kosmopolit hervorgegangen, der, seinem häufig zitierten Eintrag vom 9. Oktober 38 zufolge, »jede nationale Umgrenzung« fortan für »Barbarei« hält, oder als Verkörperung des besseren, wahren Deutschen, der durch sein Festhalten am »Deutschtum« auch unter extremen Bedingungen dieses nicht nur vor einem Mißbrauch durch die Nazis gerettet, sondern seinen ganz besonderen Wert demonstriert hat. Diese Zwiespältigkeit der Beurteilung Klemperers ist nicht verwunderlich, bieten die mehr als anderthalbtausend Seiten der Tagebücher von 1933 bis 1945 doch für beinahe jedes Urteil über die Deutschen der Nazizeit zahlreiche Belegstellen. Nur wer die Umstände der jeweiligen Eintragung bedenkt und gleichzeitig die langfristige Entwicklung der Überzeugungen Klemperers im Blick behält, wird daher eine einigermaßen zutreffende Vorstellung erhalten von jenem Bild, das Klemperer sich über die Deutschen und seine Stellung zu ihnen gemacht und schließlich aufrechterhalten hat.  
Am 17. März 1933 kommentiert Klemperer den Bericht über eine »Strafexpedition« von SA-Leuten gegen Kommunisten, bei der man den Mißhandelten zunächst Rizinus einflößte und sie dann Spießrutenlaufen ließ, mit der Bemerkung: »Wenn Italiener so etwas tun – nun ja, Analphabeten, südliche Kinder und Tiere ... Aber Deutsche!« Am 20. März notiert er: »Ich ... werde niemals wieder Vertrauen zu Deutschland haben.«  
Nur drei Tage liegen zwischen diesen beiden Eintragungen, aber ganze Vorstellungswelten. So werden in den zwölf Jahren der Verfolgung Klemperers Einschätzungen wechseln, manchmal von Tag zu Tag, von Nachricht zu Nachricht, aber stets der Konjunktur des Regimes folgend, in entgegengesetzter Richtung, versteht sich: »In meinem Lager ist Deutschland« (13.6.34); »Deutschland dagegen: ganz und in allem undeutsch ... romanisch, russisch, amerikanisch« (12.9.34); »Heute scheint mir ... die schmutzige Sklaverei ... wirklich 90 Prozent aller Deutschen angemessen« (15.1.35); »Ich bin für immer Deutscher, deutscher ›Nationalist‹« – »Die Nazis sind undeutsch« (21.7.35); »Die Mehrzahl des Volkes ist zufrieden« (16.5.36); »absolute Unzufriedenheit in allen Kreisen« (5.9.36); »Hitler ist doch wohl der Erwählte seines Volkes« (27.3.37); »Das Volk ist so dumm, daß es alles glaubt« (12.9.37); »Die ganze nationale Ideologie ist mir einigermaßen in die Brüche gegangen« (11.1.38); »Politik ist mehr als jemals das Geheimspiel weniger Leute geworden, die über Millionen Menschen entscheiden und behaupten, das Volk zu verkörpern« (2.10.38); »Fraglos empfindet das Volk die Judenverfolgung als Sünde« (4.10.41); »Wer von den ›arischen‹ Deutschen ist wirklich unberührt vom Nationalsozialismus? Die Seuche wütet in allen, vielleicht ist es nicht Seuche, sondern deutsche Grundnatur« (25.10.41); »Trotzdem: Ich denke deutsch, ich bin deutsch« (27.3.42); »Den schwersten Kampf um mein Deutschtum kämpfe ich jetzt« (11.5.42); »Ich muß eine Studie fixieren: Pro Germania, contra Zion« (27.6.42); »geringe Verbreitung des Antisemitismus im Volk« (5.1.44); »Der Jude ist in jeder Hinsicht Zentralpunkt ... der ganzen Epochenbetrachtung« (20.7.44).  
Natürlich hat Klemperer gewußt, was seine Rezipienten, die sich bei ihm nun bedienen, wie’s ihnen politisch in den Kram paßt, nicht mehr wissen wollen: daß einige seiner Beobachtungen sich nicht ohne weiteres würden verallgemeinern lassen. Er hat (sich) deshalb immer wieder davor gewarnt, einzelne Meinungsäußerungen aus der Bevölkerung, die Verfolgung der Juden und die Haltung zur Staatsführung betreffend, für repräsentativ zu halten, und diesbezügliche Schlußfolgerungen der Geschichtsschreibung aufgegeben: »Ich glaube nicht mehr an solche Voces populi. Jede Stimmung läßt sich damit bezeugen. Welche die entscheidende ist, weiß man erst nachher« (8.7.43).  
Was also wissen wir? Wir wissen, daß die große Mehrheit der Deutschen die antijüdische Politik der Nazis keineswegs für eine Sünde hielt (und Goldhagen hat diese verdrängte Tatsache ›nur‹ besonders eindrücklich wieder ins gesellschaftliche Bewußtsein der Deutschen gerufen), sondern daß Klemperer mit einer Notiz vom April 38, die keine Frage, sondern eine verzweifelte Feststellung war, recht behalten hat: »Wie tief wurzelt Hitlers Gesinnung im deutschen Volk, wie gut war seine Arierdoktrin vorbereitet ...«. Wir wissen auch, daß Hitler tatsächlich »der Erwählte seines Volkes« und Klemperers Aussage vom Juli 34, »ein Volk von etlichen 60 Millionen tappt im Dunkeln und ängstigt sich«, ein Irrtum gewesen ist.  
Von Klemperer aber wissen wir, daß er durch alle Resignation hindurch bis zuletzt darauf aus war, »mein Gefühl für Deutschland zu bewahren« (25.8.42). Es ist ihm gelungen. Indem er schließlich die große Mehrheit der Deutschen vom Vorwurf einer bewußten Unterstützung des Nationalsozialismus freisprach – »ich nehme das Volk, ich nehme den gemeinen Soldaten aus« vom Vorwurf, sie hätten moralisch versagt, schreibt Klemperer am 6. Januar 1947 in einem Brief an Hans Hirche – und damit die Wahrheit seiner Tagebücher der NS-Zeit konterkarierte, hat er sich davor bewahrt, nachhaltige Konsequenzen aus dem, was er nur durch Zufall überlebte, zu ziehen (und der Eintritt in die nationalkommunistische KPD im November 1945 ist auch keine gewesen). Die Folgen dieses »durch keine ihm angetane Gemeinheit zerstörbaren Kulturvertrauens« (Walser) lassen sich den bösartigen, antisemitisch vibrierenden Auslassungen über den Zionismus, die sich in LTI finden (»die gleichförmige Masse der östlichen Gettobewohner«), ebenso ablesen wie jener Rede aus dem Jahr 1952, die der »Spiegel«, der da noch nicht wissen konnte, daß er den Mann zwei Monate später als Entlastungszeugen gegen Goldhagen brauchen würde, Anfang März in der Absicht ausgegraben hat, Klemperer als Stalinisten vorzuführen. In dieser Rede vor dem »Klub der Kulturschaffenden« in Berlin, die sich mit der »gegenwärtigen Sprachsituation in Deutschland« beschäftigte, feierte Klemperer nicht nur »Stalins Genialität«, sondern beklagte sich vor allem über die »geistige Entdeutschung des deutschen Westens« durch die »verräterische Adenauerregierung«. Er polemisierte gegen westlich-bürgerliche »Dekadenzpoesie« – Baudelaire, Mallarmé und Rimbaud beispielsweise – und gegen die »amerikanischen Gewaltherren«, die mit ihrer »faschistischen Gesinnung« »Kosmopolitismus, Amerikanismus und Dekadenz« ins Werk setzten.  
»Klassische Topoi des Antisemitismus« hat der »Spiegel« diese Aufzählung genannt. Er hat recht damit gehabt.
 
Victor Klemperer: Curriculum Vitae. Erinnerungen 1881-1918, Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 1996, 2 Bde., 1.367 S., 49,90 Mark; Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum. Tagebücher 1918-1932, Aufbau Verlag, Berlin 1996, 2 Bde., 1.836 S., 98 Mark; Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933-1945, Aufbau Verlag, Berlin 1995, 2 Bde., 1.694 S., 128 Mark; Und so ist alles schwankend. Tagebücher Juni bis Dezember 1945, Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 1996, 255 S., 17.90 Mark; LTI. Notizbuch eines Philologen, Reclam Verlag, Leipzig 1996 (14. Aufl.), 301 S., 16 Mark
 
Wolfgang Schneider schrieb in KONKRET 9/94 über rechte Sympathisanten der PDS