in konkret Februar 1995

von konkret
 
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Links, wo das Recht ist von Hermann L. Gremliza
 
Herrschaftszeiten
 
Der 50. Jahrestag der alliierten Luftangriffe auf Dresden wird zur Schaffung eines Nationalmythos genutzt, mit dem die Deutschen Auschwitz vergessen machen wollen. Die Rede, die der Bundespräsident am 13. Februar halten wird, könnte sich gleichermaßen auf CDU und SED, auf David Irving und Ulrike Meinhof stützen
 
Österreich bereitet sich auf den 50. Jahrestag der »Befreiung« vom Nationalsozialismus vor. Längst kennt die Zweite Republik keine Sieger mehr, sondern nur noch »wahre Österreicher«
 
Pünktlich zum Gedenkjahr 1995 machen sich die Deutschen daran, eine Frage zu beantworten, die die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« vor zehn Jahren gestellt hat: »Wann verlieren die Opfer ihre moralische Unschuld?«
 
Dem Verbund staatlicher Tarnorganisationen der deutschen Außenpolitik (KONKRET 1/95) scheint ein besonders raffinierter Verein anzugehören: die »Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen« (FUEV) mit Sitz in Flensburg. Angeblich privat, kümmert sich die FUEV um fast sämtliche nicht-deutschen Minderheiten auf dem Kontinent und fordert »Volksgruppenrechte« – seit den 20er Jahren ein beliebtes Instrument zur Zerlegung der deutschen Nachbarstaaten in territoriale Einzelteile
 
Wie realistisch war die Sozialfaschismustheorie der Weimarer Kommunisten? Neue Dokumentenfunde belegen eine enge Zusammenarbeit führender Sozialdemokraten mit republikfeindlichen Militärs bei der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts
 
Schlanker Staat, Sozialabbau und Systemkrise – der vermeintlich strategisch geführte »Klassenkampf von oben« ist in Wahrheit Ausdruck einer generellen Konzeptionslosigkeit
 
Super Information Highway in den USA vor dem Start, Postreform II über die Bühne, Postreform III in Vorbereitung, weltweite Kapitalkonzentration in der Medienindustrie: In zehn Jahren soll die Telekommunikation weltweit mehr Umsatz machen als die Autoindustrie samt Zulieferern, schon jetzt hat sie die höchsten Wachstumsraten
 
Computer- und Bewußtseinsindustrie verschmelzen und versuchen, die Hegemonie über den Datenraum zu erobern
 
An Jelzins Tschetschenien-Politik ist nichts überraschend. Nicht mal die Reaktion des Westens darauf
 
Jürgen Elsässers Beitrag über Afghanistan fünf Jahre nach der »Befreiung«, den wir im letzten Heft veröffentlichten, hat Widerspruch ausgelöst. Bernhard Schmid und Oliver Tolmein kritisieren Elsässers »Lob der Fremdherrschaft«
 
Jürgen Elsässers Beitrag über Afghanistan fünf Jahre nach der »Befreiung«, den wir im letzten Heft veröffentlichten, hat Widerspruch ausgelöst. Bernhard Schmid und Oliver Tolmein kritisieren Elsässers »Lob der Fremdherrschaft«
 
Für den Rest17 / Celsius
 
Die nach wie vor ungeklärten Umstände der Erschießung von Wolfgang Grams sind Thema sowohl des Prozesses gegen Birgit Hogefeld als auch eines vom ID-Archiv herausgebrachten Buches
 
Jeder ist uns der nächste 35 von ARCHIV FÜR SOZIALPOLITIK
 
Kunst & Gewerbe
 
Der Filmemacher Christof Schlingensief setzt seine im »Deutschen Kettensägenmassaker« und in »Terror 2000« begonnene Abrechnung mit deutschen Wahnvorstellungen fort. Sein Versuch, die Kolonialphantasien deutscher Möchtegern-Blauhelme vor Ort in Simbabwe zu inszenieren, stieß jedoch auf ungeahnte Hindernisse. Ein Bericht von den sechswöchigen Dreharbeiten
 
»Kormoran«, der stark autobiographisch gefärbte Roman von Hermann Kant, macht einen schweren Kopf
 
Henryk M. Broder hat einen »linken Nazi« entdeckt und endlich »Anschluß« gefunden
 
Zur Mechanik einer Verleumdung
 
Klaus Theweleit hat sein episch-philosophisches »Buch der Könige« fortgeschrieben. Auf knapp 1.800 Seiten stellt er die Frage nach der Anfälligkeit des Künstlers für die Reize totalitärer Herrschaft
 
Tomayers ehrliches Tagebuch von Horst Tomayer
 
Über die braune Karriere des erfolgreichsten Drehbuchautors des deutschen Fernsehens, Herbert Reinecker
 
Drei Bücher, die sich auf unterschiedliche Weise mit mehr oder minder faschistischen Frauen auseinandersetzen, offenbaren ungewollt mehr über die Krisen ihrer Autoren als über deren Forschungsobjekte