in konkret März 1993

von Konkret
 
an konkret
 
Mens sana in campari soda von Hermann L. Gremliza
 
Sie rufen zum Krieg: Feministinnen, Linksintellektuelle und grüne Realos haben ihre Verantwortungfür die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte entdeckt und fordern eine Militärintervention im jugoslawischen Bürgerkrieg – mit Beteiligung der Bundeswehr
 
Wo Politiker zum Krieg aufstacheln, bietet sich die Militärdiktatur als kleineres Übel geradezu an
 
Ein Briefwechsel zwischen der Europa-Abgeordneten Claudia Roth (Grüne) und Hermann L. Gremliza über gewalttätige Interventionen gegen die völkermordenden Serben
 
Wer ist wohl zuständig für die »Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt im Rahmen einer gerechten Weltwirtschaftsordnung«? Zuständig dafür ist, so steht es in den gerade erlassenen »Verteidigungspolitischen Richtlinien«, die deutsche Bundeswehr. Und das ist lange noch nicht alles
 
Die Delegierten des 3. Parteitags der PDS sorgten sich vor allem darum, nicht länger als »Deutsche zweiter Klasse« »diffamiert« zu werden
 
»Der Faschismus ... hofft darauf, die von der Kulturindustrie trainierten Gabenempfänger in seine reguläre Zwangsgefolgschaft umzuorganisieren« (Max Horkheimer / Th. W. Adorno). Die österreichische Anständigkeit demonstrierte gegen das anständige Österreich, traf dabei ebenso zwangsläufig wie unvermutet auf sich selbst und war von diesem Anblick überwältigt
 
Abschließende Einlassung zu einer lästigen Angelegenheit
 
Vierzehnter Teil einer unvollständigen Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im wiedervereinigten Deutschland
 
Die Unabhängigkeit Lettlands hat in der baltischen Republik jene »Meute sozialer Hyänen« wieder an die Macht gebracht, der selbst der Trotzkist Isaac Deutscher die Stalinisten vorgezogen hätte. Veteranen der lettischen SS-Legionen können nun Denkmäler zur Ehre der Waffen-SS errichten und im übrigen ruhig auf ihre Rente aus der Bundesrepublik warten
 
Der Zerfall der Tschechoslowakei setzt Wiedergänger der besonders scheußlichen Art frei: Hitlers 5. Kolonnen, der slowakische Nationalismus und die Sudetendeutschen, melden sich aus dem Gruselkabinett der Weltgeschichte zurück
 
Der rechtsradikale Historiker Alfred Schickel ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeicnet worden
 
Manche sahen die Gefangenen aus der RAF seit der »Kinkel-Initiative« fast schon wieder in Freiheit. In den Verfahren, die jetzt verhandelt werden, soll durch Psychiatrisierung erreicht werden, daß die Häftlinge im Knast bleiben
 
Gerhard Wisnewski, Wolfgang Landgraeber, Ekkehard Sieker: Das RAF-Phantom, Droemer Knaur 1992, 464 Seiten, 12,90 Mark
 
»Sehr jung hatte er seine Vorliebe für dreierlei erkannt, ›für gekrümmte Formen der Wahrheit, singende Delphine und absolute Monarchen‹.« Über den deutschen Dichter Peter Hacks, der am 21. März 65 wird
 
Zum Tod des Philosophen und Literaturwissenschaftlers Leo Löwenthal
 
Urs Haldimann, Stephan Dietrich: Unser täglich Fleisch – So essen wir die Welt kaputt. Unionsverlag 1992, 212 Seiten, 26 Mark
 
Gerhard Henschel: Moselfahrten der Seele. Referate & Räuberpistolen. Verlag Weisser Stein 1992, 22 Mark
 
Wojciech Jaruzelski: Mein Leben für Polen. Erinnerungen. Mit einem Gespräch zwischen Jaruzelski und Adam Michnik. Aus dem Französischen von Hans-Jürgen Kray. Piper 1993, 387 Seiten, 46 Mark
 
Jürgen Elsässer: Antisemitismus – Das alte Gesicht des neuen Deutschland. Dietz-Verlag Berlin 1992, 158 Seiten, 19,80 Mark
 
Reality-Shows, in denen Menschen vor der Kamera kapitulieren, weil sie im Fernsehen die einzige noch helfende Institution sehen, sind die neue Errungenschaft des Privatfernsehens
 
Was hat die DDR zur ›Aufarbeitung‹ und ›Wiedergutmachung‹ der nationalsozialistischen Judenverfolgung getan? Zu wenig, behauptete in KONKRET 5/92 der ehemalige DDR-Historiker Olaf Groehler und warf ihr »Gleichgültigkeit«, »Intoleranz« und antisemitische Repressionen vor. Seine Kollegen Jürgen Kuczynski, Kurt Gossweiler und Kurt Pätzold haben diese Vorwürfe zurückgewiesen und Groehler vorgehalten, er liefere »Material fürs Sieger-Tribunal« (s. KONKRET 8 und 11/92). Groehler antwortet seinen Kritikern
 
Tomayers ehrliches Tagebuch von Horst Tomayer
 
Das Lebenswerk von Malcolm X bietet für jeden etwas. Multi-Kulti-Anhänger, schwarze Nationalisten und weiße Rassisten können sich aus der Biographie des 1965 ermordeten radikalen schwarzen Kämpfers die passenden Splitter herausgreifen. In Spike Lees Filmepos »Malcolm X«, das am 4. März in die deutschen Kinos kommt, wird Malcolm X zum Vorkämpfer einer Fusion aus schwarzem Nationalismus und American Dream
 
Über die zweimalige Verwendung der Germanistikprofessorin Gertrud Höhler zugunsten der Fa. American Express