in konkret November 1992

von Konkret
 
an Konkret
 
rr (realo realissimo) von Hermann L. Gremliza
 
»Seit der Wiedervereinigung ist das Land eigentlich ein Kandidat für Prozesse, wie sie sich in Jugoslawien abgespielt haben und in der Tschechoslowakei sich anbahnen, wobei die Trennung der Ostdeutschen von den Westdeutschen sogar leichter durchzuführen wäre als die der Kroaten von den Serben, weil keine strittigen Gebietsansprüche existieren.« Überlegungen zur moralischen Regression der Ostdeutschen und zum Zusammenhang von Multikultur und Rassenkunde
 
Zehnter Teil einer unvollständigen Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im wiedervereinigten Deutschland
 
Die von deutschen Akademikern engagiert betriebene »Euthanasie«-Debatte zeitigt Folgen: In Stendal haben Rechtsradikale eine Behindertenschule überfallen
 
Haben deutsche Nazis maßgeblich an der Modernisierung der irakischen Scud-Raketen und der Errichtung einer Giftgasfabrik im libyschen Rabta mitgewirkt? Die Indizien, die dafür sprechen, sind zahlreich. Sie reichen weit in die deutsche Vergangenheit zurück
 
»Heute müssen wir von Niederlage sprechen und nicht von einer Grenze«: Anknüpfend an Beiträge, die in KONKRET 6+8/92 zur politischen Wende der RAF erschienen sind, reflektieren drei Gefangene aus dem antiimperialistischen Widerstand die programmatische Entwicklung der RAF und setzen sich kritisch mit ihrer Neuentdeckung politischer Basisarbeit »in der Gesellschaft« auseinander
 
Im September 1992 hat sich gezeigt, daß der Kernpunkt der deutschen Kriegsziel-Beschreibung vom September 1914 verwirklicht ist: ein europäischer Wirtschaftsverband »unter äußerlicher Gleichberechtigung seiner Mitglieder, aber tatsächlich unter deutscher Führung«
 
Die 1971 gegründete peruanische Guerilla Sendero Luminoso, deren Chef Guzman in Lima verhaftet und zu ›Lebenslänglich‹ verurteilt worden ist, geht auch gegen die Zivilbevölkerung und andere linke Organisationen gewalttätig vor. Dennoch verfügt sie über eine Massenbasis und kontrolliert mittlerweile ein Drittel des Landes
 
Ein Stück aus dem gesamtdeutschen Tollhaus: Der Kommandierende General und Befehlshaber des Bundeswehr-Territorialkommandos Ost, Generalleutnant von Scheven, hat den Bürgermeister der Stadt Rheinsberg schriftlich aufgefordert, die im Schloß Rheinsberg eingerichtete Kurt Tucholsky-Ausstellung »auf dem Müllhaufen der Geschichte verschwinden zu lassen«. KONKRET dokumentiert das Schreiben, dazu einen Offenen Brief des Tucholsky-Spezialisten und Verantwortlichen für die Ausstellung, Richard von Soldenhoff, sowie die Antwort des Bürgermeisters von Rheinsberg, Manfred Richter, an von Scheven. Gerhard Zwerenz kommentiert den Vorgang
 
Österreich und Deutschland, von den Therapeuten, den Siegermächten, vorzeitig entlassen, greifen zur Selbsttherapie. Nicht mehr Handauflegen steht auf dem Programm, sondern Handanlegen
 
Was hat die DDR-Geschichtsschreibung zur ›Aufarbeitung‹ der nationalsozialistischen Judenverfolgung geleistet? Zu wenig, behauptete in KONKRET 5/92 der ehemalige DDR-Historiker Olaf Groehler und warf ihr »Gleichgültigkeit, Intoleranz und theoretische Enge« vor. Nach seinen Kollegen Jürgen Kuczynski und Kurt Gossweiler (»Material fürs Sieger-Tribunal?«, KONKRET 8/92) antwortet nun der Historiker Kurt Pätzold auf diese Vorwürfe
 
Das Werk Eckhard Henscheids ist durchzogen von Faktum, Motiv und Thema des Todes. In seinem neuen Buch setzt er gegen das Fragmentarische der Existenz die Poesie
 
Der amerikanische Politologe und Musikwissenschaftler Greil Marcus hat eine »Geheimgeschichte des 20. Jahrhunderts« geschrieben. Darin verfolgt er die Spuren jener kulturellen Bewegungen, deren Programm in der vollständigen Negation des etablierten Kunstverständnisses und der Normen des gesellschaftlichen Zusammenlebens bestand