in konkret Oktober 1992

von Konkret
 
an konkret
 
Es war einmal von Hermann L. Gremliza
 
»Antiziganismus«: Mit der Erfindung dieses Slogans hat der »Spiegel« nicht nur den Volksaufstand von Rostock-Lichtenhagen auf einen honorig klingenden Begriff gebracht, sondern den Deutschen ein Haßobjekt präsentiert, das ihnen die Möglichkeit bietet, ihren Rassismus glaubhaft vor sich selbst in Notwehr umzulügen: die Sinti und Roma
 
Zur Lösung ihrer Probleme fehlt den Deutschen nur noch der Führer und die Siegeszuversicht
 
Neunter Teil einer unvollständigen Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im wiedervereinigten Deutschland
 
Wer organisierte den faschistischenTerror in Rostock-Lichtenhagen? Ein Versuch, das Dunkel um die braunen Hintermänner auszuleuchten
 
Mit größter Rücksicht hat ein Hamburger Gericht jene drei Skinheads behandelt, die im letzten Jahr einen Türken in Bergedorf beinahe totgetreten hätten
 
Am 7. September trat der rechtsradikale Chef der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Jörg Haider, zum ersten Mal bei einer FDP-Veranstaltung auf, in Stuttgart-Bad Cannstatt. Unser Autor hat sich das »Bündnis von Elite und Mob« (Hannah Arendt) aus der Nähe betrachtet
 
In Erwiderung auf einen Beitrag des Chefredakteurs des »Neuen Deutschland«, Wolfgang Spickermann, der die Gründung der ostdeutschen »Komitees für Gerechtigkeit« als einen Versuch gelobt hatte, »geistige Bewegung in eine festgefahrene Politik zu bringen«, haben Thomas Ebermann und Rainer Trampert in KONKRET8/92 der Protestbewegung in der ehemaligen DDR eine »Deutschland-zuerst«-Brutalität attestiert und vermutet, sie könne »nur extrem rechte Konturen haben«. KONKRET setzt diese Debatte mit einem Beitrag des stellvertretenden PDS-Vorsitzenden André Brie fort, auf den wiederum Ebermann und Trampert antworten
 
In Erwiderung auf einen Beitrag des Chefredakteurs des »Neuen Deutschland«, Wolfgang Spickermann, der die Gründung der ostdeutschen »Komitees für Gerechtigkeit« als einen Versuch gelobt hatte, »geistige Bewegung in eine festgefahrene Politik zu bringen«, haben Thomas Ebermann und Rainer Trampert in KONKRET8/92 der Protestbewegung in der ehemaligen DDR eine »Deutschland-zuerst«-Brutalität attestiert und vermutet, sie könne »nur extrem rechte Konturen haben«. KONKRET setzt diese Debatte mit einem Beitrag des stellvertretenden PDS-Vorsitzenden André Brie fort, auf den wiederum Ebermann und Trampert antworten
 
In einem Beitrag für die Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung (»Politik ist kriminalisierbar«, »Mittelweg 36« Nr. 3/92) hat Jan Philipp Reemtsma angeregt, über Möglichkeiten einer weltweiten Verfolgung von »Regierungskriminalität« nachzudenken. In KONKRET 9/92 hat Hermann L. Gremliza diese Überlegungen als Plädoyer für ein Weltstrafgericht der historischen Sieger kritisiert. Reemtsma antwortet Gremliza
 
Auf der Grundlage zweifelhafter Gutachten ist Inge Viett, ehemaliges Mitglied der Bewegung 2. Juni und der RAF, am 26. August vom Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Koblenz zu 13 Jahren verurteilt worden. Ein Prozeßbericht
 
»It’s our turn«: Die Yuppie-Generation um den demokratischen Kandidaten Bill Clinton drängt an die Fleischtöpfe in Washington. Die Demokraten haben für die US-Präsidentschaftswahlen am 3. November ein Programm verabschiedet, das sich innenpolitisch kaum noch von der republikanischen Regierungspraxis unterscheidet, außenpolitisch aber auf eine noch rigidere Durchsetzung der New World Order zielt
 
Im Jahr Eins nach der Anerkennung der baltischen Unabhängigkeit durch das postsowjetische Rußland soll am 25. Oktober das litauische Parlament neu gewählt werden. In durchaus veränderten Umständen
 
In seinem mexikanischen Zweigwerk hat der VW-Konzern demonstriert, wie die Multis zukünftig mit unbotmäßigen Belegschaften in der »Dritten Welt« umspringen wollen
 
Seit mit der »Entdeckung Amerikas« durch Christoph Columbus am 12. Oktober 1492 die Europäer zum größten Raubzug der Weltgeschichte aufbrachen, werden seine Opfer, die Indianer, massakriert oder gewaltsam assimiliert. Zunächst im Namen des Christen-Gottes, heute im Namen der Aufklärung und des Fortschritts
 
»Und würde jetzt ein König oder ein Feldhauptmann das Zeichen geben, so würden sie wieder zusammenlaufen, zu Krieg, zu Abenteuer, zu Raub und Mord und sich in Schiffe werfen, um zu vernichten und vernichtet zu werden.« – Alfred Döblins großer Roman über die Eroberung des südamerikanischen Kontinents (»Das Land ohne Tod«) liegt nun in einer mustergültigen Edition vor
 
Während in Deutsch-Ost die eingeborenen Professoren reihenweise geköpft werden, wo immer sie beim großen Beutezug den Lehrstuhlwünschen westdeutscher Dozenten im Weg stehen, verhält es sich in der Altbundesrepublik ganz anders. Hier können die wunderlichsten einheimischen Akademiker gedeihen
 
»Eine russische Jüdin bricht ein Tabu«, verspricht der Klappentext des jüngst im W. J. Siedler-Verlag erschienenen Buches »Das Ende derLügen. Die russischen Juden – Täter und Opfer zugleich – sind in die Geschichte ihres Landes auf tragische Weise verwickelt« von Sonja Margolina. Verlag und Autorin haben Wort gehalten