in konkret August 1992

Von Konkret
 
an konkret
 
Und zum Vierten von Hermann L. Gremliza
 
Vertretung berechtigter sozialer Interessen der Ex-DDR-Bevölkerung und löblicher Versuch, »geistige Bewegung in eine festgefahrene Politik zu bringen«, oder Ausdruck einer sich formierenden »Deutschland zuerst«-Brutalität, »die nur extrem rechte Konturen haben kann«? Kontroverse Stellungnahmen zur außerparlamentarischen Protestbewegung in der ehemaligen DDR und zur Gründung der »Komitees für Gerechtigkeit« von Wolfgang Spickermann und Thomas Ebermann/Rainer Trampert
 
Vertretung berechtigter sozialer Interessen der Ex-DDR-Bevölkerung und löblicher Versuch, »geistige Bewegung in eine festgefahrene Politik zu bringen«, oder Ausdruck einer sich formierenden »Deutschland zuerst«-Brutalität, »die nur extrem rechte Konturen haben kann«? Kontroverse Stellungnahmen zur außerparlamentarischen Protestbewegung in der ehemaligen DDR und zur Gründung der »Komitees für Gerechtigkeit« von Wolfgang Spickermann und Thomas Ebermann/Rainer Trampert
 
Zu Unrecht bezeichnete Ministerpräsident Streibl das Eingreifen der Polizei gegen Demonstranten während des Weltwirtschaftsgipfels in München als »bayrische Art«: Knüppeln, Einkesseln und Festnehmen gehören seit den 60ern zum polizeilichen Repertoire der BRD. War der Münchener Kessel darum die »Rückkehr zur innenpolitischen Normalität« – im Hinblick auf den öffentlichen Protest, wie auch auf polizeiliche Repression? Oder verkennt das Beschwören der Vor-Wende-BRD die neue Normalität des neuen Deutschlands?
 
Zu Unrecht bezeichnete Ministerpräsident Streibl das Eingreifen der Polizei gegen Demonstranten während des Weltwirtschaftsgipfels in München als »bayrische Art«: Knüppeln, Einkesseln und Festnehmen gehören seit den 60ern zum polizeilichen Repertoire der BRD. War der Münchener Kessel darum die »Rückkehr zur innenpolitischen Normalität« – im Hinblick auf den öffentlichen Protest, wie auch auf polizeiliche Repression? Oder verkennt das Beschwören der Vor-Wende-BRD die neue Normalität des neuen Deutschlands?
 
Allein die Suche nach einem Kriegsgrund, nicht die Aussicht auf Machtgewinn, leitet den Aufmarsch der Westmächte gegen Rest-Jugoslawien. Denn nur vom Krieg können die Nutznießer der bröckelnden Ordnung den Erhalt ihrer Prinzipien erwarten
 
Anders als sein Vorgänger taugt der neue deutsche Außenminister nicht zur neckischen Comic-Figur. Denn wo der fliegende Genschman bemüht war, den galaktischen Mega-Schurken »Das Waigel« an der Sabotage der Entspannungspolitik zu hindern, da spielt Klaus Kinkel heute den Rambo für die Militärplaner. Nach der Devise »Zum Löschen muß gespritzt werden« (Kinkel) bereitet sich das neue Deutschland gezielt auf militärische Interventionen vor, beziehungsweise trainiert sie bereits, wie vor der Küste des ehemaligen Jugoslawien. »Kinkel droht mit Militär« (»Welt«) – diese und ähnliche Schlagzeilen konnte man im Frühsommer ‘92 fast täglich lesen. Umstritten ist nur noch, ob Uno, Nato oder WEU auf Dauer die passende Staffage für die deutschen Ambitionen bieten
 
Anstelle des Jäger 90 wollen die Deutschen einen »Volksjäger« bauen – wie die Nazis, die 1943 einen »Volksjäger« zu planen begannen, mit dem sie den Krieg doch noch gewinnen wollten
 
Kapituliert die Rote Armee Fraktion? Diese Frage war Gegenstand eines Gesprächs, das KONKRET im Mai mit den Gefangenen aus der RAF Karl-Heinz Dellwo, Knut Folkerts und Lutz Taufer in der Justizvollzugsanstalt Celle geführt hat (s. KONKRET 6/92). An dieses Gespräch und die ihm zugrundeliegenden jüngsten Erklärungen der RAF knüpfen die folgenden Beiträge an. Klaus Jünschke fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der gesamten Geschichte des bewaffneten Kampfes in der BRD; Lutz Taufer plädiert für einen Weg »zurück in die Gesellschaft«; Georg Fülberth warnt vor neuen Illusionen
 
Kapituliert die Rote Armee Fraktion? Diese Frage war Gegenstand eines Gesprächs, das KONKRET im Mai mit den Gefangenen aus der RAF Karl-Heinz Dellwo, Knut Folkerts und Lutz Taufer in der Justizvollzugsanstalt Celle geführt hat (s. KONKRET 6/92). An dieses Gespräch und die ihm zugrundeliegenden jüngsten Erklärungen der RAF knüpfen die folgenden Beiträge an. Klaus Jünschke fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der gesamten Geschichte des bewaffneten Kampfes in der BRD; Lutz Taufer plädiert für einen Weg »zurück in die Gesellschaft«; Georg Fülberth warnt vor neuen Illusionen
 
Kapituliert die Rote Armee Fraktion? Diese Frage war Gegenstand eines Gesprächs, das KONKRET im Mai mit den Gefangenen aus der RAF Karl-Heinz Dellwo, Knut Folkerts und Lutz Taufer in der Justizvollzugsanstalt Celle geführt hat (s. KONKRET 6/92). An dieses Gespräch und die ihm zugrundeliegenden jüngsten Erklärungen der RAF knüpfen die folgenden Beiträge an. Klaus Jünschke fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der gesamten Geschichte des bewaffneten Kampfes in der BRD; Lutz Taufer plädiert für einen Weg »zurück in die Gesellschaft«; Georg Fülberth warnt vor neuen Illusionen
 
Deutschland in den fünfziger Jahren, ein Dorf in den Kasseler Bergen. Hierhin kehrt der dicke Franz zurück, der in der Résistance ein Bein verloren und seine Landsleute hassen gelernt hat; hierher bringt er Mama Bonzo, das dicke Negerweib aus Marseille. Vorabdruck aus Matthias Altenburgs erstem Roman »Die Liebe der Menschenfresser«, der Ende August im R. Piper Verlag erscheint
 
Der arme Menschensohn hatte nichts, wohin er sein Haupt legen konnte. Und seine Jünger sollten das Evangelium ohne Geld im Gürtel verkünden. Nur einen Wanderstab hatte er ihnen gestattet, bei Markus; bei Matthäus und Lukas auch dies noch verboten.
 
Was taugt die Ausgabe der Gesammelten Schriften Walter Benjamins? Ihre Herausgeber nehmen die kürzlich erschienene Kritik eines bemerkenswert ignoranten Germanistik-Professors zum Anlaß, um Leistungen und Schwächen ihrer Arbeit zu verdeutlichen
 
Der »Spiegel« hat einen neuen Serien-Autor: Gestützt auf das Gutachten einer fragwürdigen Spezialistin und zum Nutzen eines Schweizer Nazis veröffentlicht er Tagebuchaufzeichnungen des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels
 
Was hat die DDR-Geschichtsschreibung zur `Aufarbeitung’ der nationalsozialistischen Judenverfolgung geleistet? Zuwenig, behauptete in KONKRET 5/92 der ehemalige DDR-Historiker Olaf Groehler und warf ihr »Gleichgültigkeit, Intoleranz und theoretische Enge« vor. Auf diese Vorwürfe antworten nun zwei ehemalige Kollegen Groehlers: die Historiker Jürgen Kuczynski und Kurt Gossweiler
 
Was hat die DDR-Geschichtsschreibung zur `Aufarbeitung’ der nationalsozialistischen Judenverfolgung geleistet? Zuwenig, behauptete in KONKRET 5/92 der ehemalige DDR-Historiker Olaf Groehler und warf ihr »Gleichgültigkeit, Intoleranz und theoretische Enge« vor. Auf diese Vorwürfe antworten nun zwei ehemalige Kollegen Groehlers: die Historiker Jürgen Kuczynski und Kurt Gossweiler
 
ich habe gelesen von Christel Dormagen
 
Tomayers ehrliches Tagebuch von Horst Tomayer
 
»Wenn man’s kann, ist es keine Kunst nicht, und wenn man’s nicht kann, ist es erst recht keine« (Karl Valentin) - zwei Berichte von der Dokumenta IX, der Welt größter Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die noch bis zum 20. September in Kassel zusehen ist
 
»Wenn man’s kann, ist es keine Kunst nicht, und wenn man’s nicht kann, ist es erst recht keine« (Karl Valentin) - zwei Berichte von der Dokumenta IX, der Welt größter Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die noch bis zum 20. September in Kassel zusehen ist