in konkret Mai 1992

Von Konkret
 
An Konkret
 
Wenn schon denn schon von Hermann L. Gremliza
 
Juden postieren Wachen vor den Synagogen, um sie vor Angriffen zu schützen, und deutsche Manager organisieren den Zuzug deutschstämmiger Familien. Eindrücke von einer Reise ins Siedlungsgebiet der »Wolgadeutschen«
 
Die Regierung der USA hat gemeinsam mit dem Vatikan die polnische Gewerkschaft Solidarnosc unter dem Kriegsrecht am Leben erhalten. Das erklärte Ziel dieser Rettungsaktion war, Polen aus dem sozialistischen Lager herauszubrechen und so der Sowjetunion den Todesstoß zu versetzen. Dem US-Nachrichtenmagazin »Time« war es am 24. Februar 1992 acht Seiten wert, darüber zu berichten. In Deutschland dagegen scheint niemand den Gedanken zu ertragen, daß die dilettantischen Aktivitäten des Ministeriums für Staatssicherheit vielleicht nur deshalb öffentlich begutachtet werden können, weil zuvor eine professionelle Operation der Central Intelligence Agency heimlich erfolgreich abgeschlossen wurde
 
Arbeiterführer und Brutkästen von Michael Schilling
 
Germanisierung? Überfremdung? Ausverkauf? Noch kann von einer Machtübernahme des ausländischen Kapitals in den Ländern des ehemaligen Ostblocks keine Rede sein. Im Gegenteil: Westliche Investoren sind nach wie vor nicht interessiert
 
Ist Deutschland durch die Wiedervereinigung zur Weltmacht geworden? Oder hat sich die BRD mit der Einverleibung der DDR einen Klotz ans Bein gebunden? Ein neues Buch über die Debatte, die in KONKRET Rainer Trampert und Robert Kurz führten (KONKRET 10 und 12/91)
 
Deutschland baut wieder Autobahnen Richtung Osten. Das Projekt wird von einer eigens gegründeten Gesellschaft durchgeführt, die Deges heißt und auch sonst an bewährte Konzepte anknüpfen kann
 
Am 10. März haben Rußland und die übrigen GUS-Staaten erstmals an einer Sitzung des Nato-Kooperationsrates teilgenommen. Dennoch herrscht im westlichen Bündnis kein Triumphgefühl, sondern Katzenjammer und Argwohn. Schon fuchtelt Rudolf Augstein mit der Atombombe
 
Wie in Bremen Maoisten, Leninisten und linksradikale Spontis infolge einer taktischen Meisterleistung doch noch die Macht übernahmen. Ein MEGA-Outing
 
Sechster Teil einer unvollständigen Chronik der Gewalttaten gegen Ausländer im wiedervereinigten Deutschland
 
Ein Aufruf zugunsten eines Aufrufs zugunsten einer Institution, die zu ungunsten Großdeutschlands tätig ist
 
Bei den französischen Regionalwahlen zeigten sich Familienähnlichkeiten, die kaum überraschen
 
Der Rassismus der weißen südafrikanischen Rechtsradikalen ist von ähnlichen antikapitalistischen Ideologemen geprägt wie der nationalsozialistische. Die »Afrikaander«, wie sich die Buren selbst nennen, fühlen sich als ehrliche, hart arbeitende Farmer von aller Welt verlassen und von Bankiers mit ANC-Verbindungen bedroht
 
Die Warnungen der de Klerk-Regierung vor den südafrikanischen Rechtsextremen bringen den ANC von seinen früheren radikalen Zielen ab
 
Gleichgültigkeit, Intoleranz und theoretische Enge: Was die DDR-Geschichtsschreibung zur ‘Aufarbeitung` der nationalsozialistischen Judenverfolgung geleistet hat, war im internationalen Vergleich unzureichend und wurde dem antifaschistischen Selbstverständnis des Staates nicht gerecht
 
Im »Haus der Wannsee-Konferenz« ist zum Gedenken an Planung und Durchführung der »Endlösung der Judenfrage« eine Ausstellung installiert worden, in der die Täter nicht vorkommen und die Opfer so präsentiert werden, wie jene sie sahen
 
Ein erster Blick auf Augsteins unbewältigte Vergangenheit zeigt: Der »Spiegel«, von seinem Verleger in jüngster Zeit wieder auf alldeutsch-völkischen Kurs gebracht, war schon zu seiner Gründungszeit ein nationalistisch-antisemitisches Kampfblatt, das NS-Mörder verteidigte und ehemalige hohe Beamte des Sicherheitsdienstes (SD) der SS zu Ressortleitern beförderte
 
Peter Hacks: Ascher gegen Jahn. Ein Freiheitskrieg, Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1991, 3 Bände: Friedrich Ludwig Jahn: Deutsches Volkstum, 322 S.; Saul Ascher: 4 Flugschriften, 279 S.; Peter Hacks: Ascher gegen Jahn. Ein Freiheitskrieg, 198 Seiten; zusammen 78 Mark
 
Was ist - 25 Jahre nach der sexuellen Revolution - der schwerste Vorwurf, der sich gegen Diktatoren erheben läßt? Daß sie »eine Schwäche für entkleidete Frauen haben und bisweilen sogar geschlechtlich mit ihnen verkehren«