in konkret August 1991

von konkret
 
an konkret
 
Serbien muß sterbien von Hermann L. Gremliza
 
Als junger Offizier hat Richard von Weizsäcker vor 50 Jahren am Überfall auf die Sowjetunion teilgenommen. Von den Verbrechen, die seine Division während des Vormarsches beging, will er allerdings nichts bemerkt haben. Dafür redet er heute von »fürchterlichen Wunden«, die »beide Völker einander geschlagen« hätten. In einem Brief versucht Otto Köhler, den Bundespräsidenten daran zu erinnern, wer damals Opfer und wer Täter gewesen ist
 
Der Berliner Parteitag der PDS Ende Juni hat bestätigt, daß das politische Streben der Partei wesentlich darauf gerichtet ist, »salonfähig« (Gysi) zu werden. Durch nationalistische Propaganda und Hymnen auf den Kapitalismus, beispielsweise
 
Thomas Neumann: Die Maßnahme. Eine Herrschaftsgeschichte der SED. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991, 174 Seiten, 9.80 Mark
 
In der Nachsicht und Milde, welche sogenannte Experten für Rechtsextremismus den Neonazi-Banden in der ehemaligen DDR entgegenbringen, drückt sich die innere, wesenhafte Verwandtschaft politisch rivalisierender Gruppen aus
 
Wer aus der Geschichte gelernt hat, darf sie wiederholen, und die Österreicher lieben Wiederholungen - in der Person des FPÖ-Chefs Haider beispielsweise, der angetreten ist, den Beweis zu führen, daß der Faschismus zeitgemäß, attraktiv und möglich ist
 
Ein Menü-Vorschlag, den der Münchner Koch Klaus Hubig auf einem Plakat publizierte, veranlaßte den Münchner Amtsrichter Steigenberger, eine Beschlagnahmeaktion anzuordnen, bei der rund fünfzig dieser Plakate eingezogen wurden. Otto Köhler hat versucht, die Motive des Richters zu ergründen
 
Die organisierten Abtreibungsgegner können zufrieden sein: Alle gegenwärtig kursierenden Vorschläge zur Reform des Paragraphen 218 wollen das »ungeborene Leben noch besser« vor den Frauen »schützen«
 
Nichts geht mehr: Selbst die radikalsten Umbauprogramme können nicht darüber hinwegtäuschen, daß die sowjetische Wirtschaft vor einer Katastrophe steht, der sie weder durch eine Rückkehr zum Diktat des Plans, noch durch eine totale Kapitulation vor den Kräften des ‘freien Markts` entkommen kann. Vom Standpunkt des Weltmarktes aus ist die Sowjetunion stillzulegen
 
Ein Bericht über Musik im allgemeinen und im besonderen: über die Goldenen Zitronen, die letzte Mohikaner-Band Deutschlands
 
Südbaden, nach dem Golfkrieg: Die Auseinandersetzungen um die antizionistische Propaganda des links-alternativen »Radio Dreyeckland« - vgl. KONKRET 7/91 - zeigen die wiedergutgemachte Nation im Maßstab eines kommunalen Biotops
 
Die große Ausstellung zum 100. Geburtstag John Heartfields gibt Anlaß, über das defizitäre Bild nachzudenken, das der antifaschistische Künstler sich (und uns) über Deutschland und den Nationalsozialismus gemacht hat
 
Zu den Veranstaltungen, mit denen die IG Metall Anfang Juni ihren 100sten Geburtstag feierte, gehörte auch ein bunter Abend, der einen Rückblick auf die letzten 100 Jahre deutscher (Gewerkschafts-)Geschichte bieten sollte. Herausgekommen ist dabei ein grotesker Versuch, die Geschichte des Deutschen Reichs zum Gegenstand der Bewunderung und des Amüsements zu machen. Das ZDF hat am 19. Juni eine Aufzeichnung dieser Veranstaltung ausgestrahlt, Wolfgang Schneider hat sie protokolliert und kommentiert
 
Über ein Jahr sind Götz Alys und Susanne Heims Thesen über den Bedingungszusammenhang von ökonomischer Rationalität und nazistischer Vernichtungspolitik in KONKRET diskutiert worden (vgl. Nr. 10/89-11/90). Jetzt haben die beiden Autoren eine umfangreiche Studie zum Thema vorgelegt, in der sie die Ergebnisse ihrer Forschung ausbreiten und ihre Überlegungen präzisieren. Im Folgenden beschäftigt sich zunächst die Frankfurter Politologin Angela Vogel mit den für Aly/Heim zentralen bevölkerungsökonomischen Argumenten der NS-Planer. Daran anschließend formuliert der Konstanzer Historiker Ernst Köhler drei Einwände gegen die Schlußfolgerungen, die Aly und Heim aus ihren Untersuchungen gezogen haben
 
Über ein Jahr sind Götz Alys und Susanne Heims Thesen über den Bedingungszusammenhang von ökonomischer Rationalität und nazistischer Vernichtungspolitik in KONKRET diskutiert worden (vgl. Nr. 10/89-11/90). Jetzt haben die beiden Autoren eine umfangreiche Studie zum Thema vorgelegt, in der sie die Ergebnisse ihrer Forschung ausbreiten und ihre Überlegungen präzisieren. Im Folgenden beschäftigt sich zunächst die Frankfurter Politologin Angela Vogel mit den für Aly/Heim zentralen bevölkerungsökonomischen Argumenten der NS-Planer. Daran anschließend formuliert der Konstanzer Historiker Ernst Köhler drei Einwände gegen die Schlußfolgerungen, die Aly und Heim aus ihren Untersuchungen gezogen haben
 
Tomayers ehrliches Tagebuch von Horst Tomayer
 
Anmerkungen zum »misogynen Müll«, den die männliche Filmkritik angesichts eines weiblichen Stars produziert, der ein ziemlich genaues Bewußtsein seiner Macht hat und diese gezielt einsetzt
 
Eine »beklemmende Bild- und Phantasiedichte« und »die Eindringlichkeit einer finsteren Metapher« hat der »Spiegel« dem Film »Europa« des dänischen Regisseurs Lars von Trier bescheinigt. Alles Tinnef. Der Film lohnt nicht mal, daß man sich über ihn ärgert
 
Je überschießender, desto wahrer: »Time of the Gypsies«, der neue Film des jugoslawischen Regisseurs Emir Kusturica, zeichnet trotz allen Kunstaufwands ein gänzlich ungekünsteltes Bild vom Leben und von den Träumen der slowenisch-kroatischen Roma