in konkret November 1990

Von Konkret
 
An Konkret
 
Deutsches Leid ist doppeltes Leid von Hermann L. Gremliza
 
Schon wieder Stunde Null. Am 3. Oktober ist, was zusammengehört, zusammengekracht. Dem Kommando »Freut Euch!« begegnete das einig Volk mit Befehlsverweigerung. Ein Grund zur Freude?
 
Drei Antworten auf drei Fragen: Soll man zur Reichstagswahl eine Stimme abgeben? Wenn ja, für wen? Wenn nein, warum nicht?
 
Drei Antworten auf drei Fragen: Soll man zur Reichstagswahl eine Stimme abgeben? Wenn ja, für wen? Wenn nein, warum nicht?
 
Drei Antworten auf drei Fragen: Soll man zur Reichstagswahl eine Stimme abgeben? Wenn ja, für wen? Wenn nein, warum nicht?
 
Wer den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, dem Generalbundesanwalt, der Polizei und dem Hamburger Verfassungsschutz-Chef Lochte glaubt, der weiß: Die RAF hat eine Postanschrift. Eine Chronik der Auseinandersetzungen um die Hafenstraße und ein Gespräch mit Bewohnerinnen und Bewohnern
 
Rettet die Fusion von Daimler und Mitsubishi unsere Trinkwasserversorgung?
 
Stillschweigend ist die Revolution aus dem Perestroika-Programm verbannt worden. Statt auf Glasnost setzt Gorbatschow jetzt auf »Deutschland« – wie vor fünfzig Jahren ein anderer Sowjetführer
 
In einiger Sache von Hermann L. Gremliza
 
Die Bundeswehr wirbt mit dem Kriegs-Bild »Guernica« potentielle Mörder an
 
Krise und Krieg – das bewährte Paar bestimmt die Politik der USA. Weil die Regierung ihre sozialen Pflichten nicht mehr erfüllen will und kann, wird die Heimatfront mobilisiert
 
Sinn ohn´ Form: Wahlen – ohne uns!
 
Termine
 
In Anlehnung an die Arbeit »The Authoritarian Personality«, in der Theodor W. Adorno und andere die Zusammenhänge zwischen Charakterstrukturen und der Empfänglichkeit für faschistische untersucht hatten, erstellt Wolfgang Pohrt für die »Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur« eine Studie über den »autoritätsgebundenen Charakter BRD 1990«, die KONKRET als work in progress dokumentiert (siehe KONKRET 5-9/90). Im Rahmen dieser Studie, deren Ziel es ist, die Chancen für einen neuen Faschismus als Gemütsbewegung in Deutschen zu sondieren, hat Pohrt auch Gespräche mit politisch aktiven Rechtsradikalen geführt, um zu ermitteln, »wohin das gängige Alltagsbewußtsein kraft eigener »Immanenz fortschreiten kann«. Nach Gesprächen mit je einem Funktionär der Republikaner und einem Anhänger der »Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei« (FAP) folgt nun zum Abschluß der Interview-Serie ein Gespräch mit einem weiteren FAP-Aktivisten. Angaben zur Person wurden anonymisiert.
 
Der sandinistische Comandante Tomás Borge hat ein Buch geschrieben, in dem Madame Bovary als Symbol der Rebellion erscheint. Die deutschen Herausgeber hielten die Übersetzung dieses Kapitels für überflüssig
 
Interview mit Tomás Borge
 
»Das Phänomen 'Rassismus' ist eine Erfindung rassistisch Argumentierender.« - Anknüpfend an Überlegungen zur Logik terroristischer Handlungen (KONKRET 9+10/90) interpretiert Jan Philipp Reemtsma 'rassistische Einstellungen ' nicht als Begründung, sondern als Resultat einer Verfolgungspraxis, die das verfolgende Kollektiv selbst nicht mehr begreift, weil ihm seine ursprüngliche Motivation abhanden gekommen ist. Das hat Folgen fürs anti-rassistische Engagement: »Man sollte darüber nachdenken, ob der Begriff 'Rassismus' nicht ganz aufgegeben werden sollte«
 
Literatur, Männer und Frauen von Brigitte Kronauer
 
Nach ihrer Gründung im Jahr 1975 galt die Inkatha-Bewegung des Zulu-Führers Buthelezi zunächst als nationale Befreiungsbewegung und wurde vom Afrikanischen Nationalkongreß (ANC) unterstützt. Heute bildet sie die Basis für eine Contra in einem Nach-Apartheid-Südafrika
 
Assata Shakur, militantes Mitglied der Black Liberation Army, hat ihre Lebensgeschichte geschrieben. Es ist die Geschichte einer gelungenen Entwicklung vom anpassungswilligen weiblichen Underdog zur Revolutionärin
 
Auch in gutgemeinten Anti-Apartheid-Filmen weißer südafrikanischer Regisseure bleibt Schwarzen nur die Nebenrolle. Mehr Aufschluß über die aktuellen Verhältnisse in Südafrika liefern die meist als 16mm-Filme oder Videos gedrehten Dokumentarfilme schwarzer Künstler. Ein Bericht vom 4. Weekly Mail Film Festival in Johannesburg
 
Im Oktober 1989 haben Susanne Heim und Götz Aly »Thesen zur Herrschaftsrationalität der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik« in KONKRET vorgestellt. In der daran sich anschließenden Diskussion der Frage, ob es eine Ökonomie der »Endlösung« gebe, ob also die NS-Ausrottungspolitik ökonomisch und bevölkerungspolitisch motiviert gewesen sei, haben Historiker, Sozialwissenschaftler und Philologen sich in zahlreichen Beiträgen mit diesen Thesen auseinandergesetzt und eigene Versuche unternommen, die NS-Massenmorde zu 'verstehen' Zum (vorläufigen) Abschluß dieser Debatte antworten Heim/Aly ihren Kritikern: »Das konzeptionelle Denken, in dem Massenmord zum 'sinnvollen' Mittel struktur- und entwicklungspolitischer Planungen wurde, ist nach wie vor aktuell«
 
Tomayers ehrliches Tagebuch von Horst Tomayer
 
Eine polemische Antwort auf Oliver Tolmeins Antwort (»Ein Michel?«) auf Pohrts Polemik
 
Jürgen Kuczynski: Schwierige Jahre – mit einem besseren Ende? Tagebuchblätter 1987 bis 1989. Berlin, Tacheles-Verlag 1990, 219 Seiten, DM 9,80
 
Die Duck-Geschichten von Carl Barks lesen sich wie ein Kommentar zur größten Zeit der USA
 
Grateful Dead: Without A Net; Arista/BMG