in konkret Oktober 1990

Von Konkret
 
An Konkret
 
Scheiß Deutschland von Hermann L. Gremliza
 
Es ist Gründerzeit, Reichsgründerzeit. Deutschland, einig Vaterland siegt, und seine Linke wird sagen können, sie sei dabeigewesen
 
Materialien zur PDS-Kritik
 
Karl Jaspers: Freiheit und Wiedervereinigung, Piper Verlag, München 1990, 126 Seiten, 12.80 Mark
 
Die Zigeuner sind Schuld an Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, hohen Kriminalitätsraten und Inflation. Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte häufen sich. Die Stadtverwaltungen richten Sammellager ein und rufen den sozialen Notstand aus. Während Grün-Alternative sich in business as usual üben, rufen Bürgerinitiativen zu Demonstrationen und Blockaden auf. Eine Reportage, die schildert, wie Essen erwacht und was in Hagen anders ist
 
Eine der zentralen Forderungen im letzten Hungerstreik der politischen Gefangenen war die Freilassung der Haftunfähigen. Durchgesetzt wurde nur die Freilassung von Christof von Hören und die Haftverschonung für Angelika Goder zum Zweck einer Hüftoperation. Günter Sonnenberg, Claudia Wannersdorfer und Ali Jansen sind immer noch in Lebensgefahr. Jetzt drohen auch Isabel Jacob vier Jahre Knast, obwohl sie unter einer Autoimmunkrankheit leidet, die durch die Isolationshaft erst entstanden ist
 
Die unvermeidliche Opferwerdung der Täter von Claudia Burgsmüller
 
Eine Indianergeschichte, die, wie alle Indianergeschichten, ein gutes Ende verdient hätte
 
Die Krise am Golf ist noch nicht entschärft, aber sie bietet schon heute Anlaß, über die Verlaufsformen regionaler Konflikte in der Dritten Welt noch dem Ende des Kalten Krieges nachzudenken
 
»In a cop killing, rules go out the window«: Vielleicht hätte man Strategie und Taktik der US-amerikanischen Drogenbehörde DEA im Entführungsfall des mexikanischen Arztes Humberto Alvarez Machain der internationalen Öffentlichkeit auch etwas behutsamer und weniger salopp erklären können, als jener ungenannte Diplomat im Dienste des US-Außenministeriums, den das Magazin »Time« am 14. Mai 1990 zitiert. Aber eben, wenn es um Bullenmord geht, gibt es keine Gesetze mehr.
 
Zum Streitgespräch trafen sich in der KONKRET-Redaktion: Katja Barloschky, früher stellvertretende Bezirksvorsitzende der DKP in Bremen, jetzt parteilos; Renate Damus, Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen; Gregor Gysi, Vorsitzender der PDS; Heiner Möller, früher Redakteur des »Arbeiterkampf«, jetzt KB und »Radikale Linke«
 
Innerhalb weniger Jahre hat sich die linke Infrastruktur in der Bundesrepublik weitgehend aufgelöst. Linke Buchläden gingen pleite, linke Stadtzeitungen wurden eingestellt oder zu Anzeigenblättern umgestylt, von der grün-alternativen Bewegung blieb die Grüne Partei. Ein Überblick über die Provinzialisierung des politischen Alltags
 
Daß der Filmregisseur Syberberg ein Nazi ist, wußte schon, wer es wissen wollte, als noch die »Tageszeitung« Reklame für ihn machte. Jetzt, da er's übertreibt, indem er Hitler als deutschen Künstler preist und der »jüdisch linken Ästhetik« die Zerstörung deutscher Kunst zuschreibt, versucht das deutsche Feuilleton, wenigstens dem völkischen Verlag, in dem er's darf, jenes »Ansehen« zu er halten, das er in den »Wir sind das Volk«-Redaktionen bis heute genießt
 
Zweiter Teil eines Beitrags, in dem Jan Philipp Reemtsma die Frage nach der Rationalität oder Irrationalität der nationalsozialistischen Massenvernichtung durch eine Untersuchung der individuellen, staatlichen und epochenübergreifenden Logik terroristischer Handlungen zu beantworten versucht
 
Eine Antwort auf Wolfgang Pohrt, der nicht eine Justiz attackiert, die Vergewaltigern Sicherheit bietet und die Behinderte diskriminiert, sondern deren Kritikerinnen
 
Muß einer, der ein guter Dichter gewesen ist, auch noch ein guter Mensch gewesen sein? Die Debatte über den französischen Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline, die Matthias Altenburg mit seiner Empfehlung, dessen Romane zu lesen, in KONKRET 8/90 ausgelöst hat, weist auf die Frage nach den Kriterien, die unser Werturteil über Kunstwerke bestimmen: sind es ästhetische, moralische oder politische? Welche Rolle spielt dabei unser Wissen um das, was der Künstler sonst noch so alles trieb? In KONKRET9/90 reagierte Eva Groepler auf Altenburgs Empfehlung mit dem Hinweis auf den eifernden Antisemitismus Célines und darauf, daß sein Werk »heute wie damals ganz im Trend nationalistischer Erweckungen« liege. Darauf antworten Matthias Altenburg und Hermann Peter Piwitt
 
Muß einer, der ein guter Dichter gewesen ist, auch noch ein guter Mensch gewesen sein? Die Debatte über den französischen Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline, die Matthias Altenburg mit seiner Empfehlung, dessen Romane zu lesen, in KONKRET 8/90 ausgelöst hat, weist auf die Frage nach den Kriterien, die unser Werturteil über Kunstwerke bestimmen: sind es ästhetische, moralische oder politische? Welche Rolle spielt dabei unser Wissen um das, was der Künstler sonst noch so alles trieb? In KONKRET9/90 reagierte Eva Groepler auf Altenburgs Empfehlung mit dem Hinweis auf den eifernden Antisemitismus Célines und darauf, daß sein Werk »heute wie damals ganz im Trend nationalistischer Erweckungen« liege. Darauf antworten Matthias Altenburg und Hermann Peter Piwitt
 
Daß ein Nachrichtendienst eine Einrichtung ist, die mit Nachrichten dient, also Journalismus (und Journalisten) macht, belegt auf eindrucksvolle und oft groteske Weise ein Buch über die Hitler-»Tagebücher« der Illustrierten »Stern«
 
Monie Love: Down to Earth; Chrysalis
 
Über einen Versuch der »Zeit«, die Akzeptanz der Psychoanalyse durch eine deutschnationale Einfärbung ihres Begründers zu erhöhen
 
Im August war Wild Billy Childish, englischer Underground-Maler, -Dichter und -Musiker auf St. Pauli, um dort zu arbeiten. Alle reden von van Gogh. Wer redet von den verlorenen Genies dieser Tage?