in konkret April 1990

Von Konkret
 
An Konkret
 
East of Neiße von Hermann L. Gremliza
 
Willy Brandt – ein deutscher Nationalist
 
Die linken Deutschland-Politiker suchen nach Entschuldigungen und finden die dünnste und dümmste: die Realität
 
Die Niederlage der Sandinisten in Nicaragua erfordert ein Umdenken der internationalen Solidaritätsbewegung. Sie hat gravierende Folgen im Land und für ganz Lateinamerika. Statt der eingeleiteten Entmilitarisierung der Region, wird jetzt die Repression gegen die sozialrevolutionären Bewegungen vorangetrieben werden. Die USA verfügen über die uneingeschränkte politische Hegemonie auf dem Kontinent – und Cuba gerät in arge Bedrängnis
 
Das innenpolitische Klima in den USA ist frostiger geworden. Oppositionelle Gruppen werden zunehmend schärfer und rücksichtsloser verfolgt
 
Die Görlitzer wollen Schlesier werden, keine Sachsen Die Zgorcelecer möchten Polen bleiben – aber noch drüben dürfen Reiseeindrücke von der »Friedensgrenze« kurz vor Beginn eines neuen kalten Krieges
 
Im Dezember 1988 starben in Schwandorf vier Menschen infolge einer Brandstiftung. Es war das folgenschwerste neonazistisch motivierte Attentat seit dem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 Am 2 April beginnt vor dem Landgericht Amberg der Prozeß gegen den mutmaßlichen Brandstifter Josef Saller, der in den rechtsextremen Organisationen »Nationalistische Front« und »FAP« aktiv war. Auch diesmal haben sich die Ermittlungsbehörden alle Mühe gegeben, ihre These vom psychisch labilen Einzeltäter aufrechtzuerhalten
 
Die Ostexpansion der deutschen Wirtschaft verändert die Regeln der Sozialpartnerschaft. Die IG-Metall hat im laufenden Tarifkonflikt einen Rückzieher machen müssen
 
Zum KONKRET-Streitgespräch über die Wiedervereinigung trafen sich Herta Däubler-Gmelin, stellvertretende Vorsitzende der SPD; Christina Thürmer-Rohr, Professorin an der TU-Berlin; Jakob Moneta, Publizist und ehemaliger Chefredakteur der Gewerkschaftszeitung "metall«, und Jan Philipp Reemtsma, Philologe und Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung
 
Daß die Krise ihrer Ökonomie längst auch den Bestand des politischen Systems der UdSSR bedroht, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Daß dafür eher die Gorbatschowschen Reformexperimente verantwortlich sind als die Versäumnisse der »Stagnationsperiode« unter Leonid Breshnew, davon mag jedoch kaum einer etwas hören. Ein Überblick über die augenblickliche Lage der sowjetischen Wirtschaft
 
Streit um die Bewegungsgesetze realsozialistischer Ökonomien: In KONKRET 1/90 hatte Kurt Hübner Entwicklung und Lage der DDR-Wirtschaft analysiert; in Heft 3/90 warf Robert Kurz ihm daraufhin vor, er halte an der »linken Lebenslüge« fest, »daß ein 'geplanter Markt' eine sozialistische Produktion konstituieren könne«. Hübner antwortet Kurz: Wider den stalinistischen Unmittelbarkeitskommunismus
 
Bemerkungen über eine rebellische Stilfigur: »Vollkommeneres als den Kalauer vermögen wir nicht zu denken, und diese Erkenntnis hätte in die Diskussion über die Frage, ob das Nichtsein Gottes gedacht werden könne, einen gewissen Pfiff gebracht«
 
Ende Februar trafen sich etwa 40 Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus der DDR und der BRD im Literarischen Colloquium am Berliner Wannsee zu einem »deutsch-deutschen Autorentreffen«. Fazit der Tagung: Auch die dichtende Intelligenz ist zu den Siegern der Geschichte übergelaufen: »Sozialismus – nein danke./«
 
Spiel mit verteilten Rollen von Wolfgang Pohrt
 
Im Rahmen der Diskussion über die Frage, ob die nationalsozialistische Massenvernichtungspolitik durch Verweis auf ein ihr zugrundeliegendes rationales Kalkül erklärt werden könne, hat Ernst Köhler in KONKRET2/9O jene Forschung kritisiert, die diese Frage bejaht und damit »das Morden theoretisch einebne«. Weß weist demgegenüber auf die Schlüsse hin, die aus der konzeptionellen Beteiligung der deutschen Intelligenz am Massenmord gezogen werden müssen
 
Betty Scholem – Gershom Scholem. Mutter und Sohn im Briefwechsel 1917-1946, hrsg. von Itta Shedletzky in Verbindung mit Thomas Sparr, München 1909, Verlag C.H. Beck (Eine Veröffentlichung des Leo Baeck Instituts), 579 S., 50 Mark
 
Piwitts kleines Feuilleton von Hermann Peter Piwitt
 
Tomayers ehrliches Tagebuch von Horst Tomayer
 
Musikplaudertasche von Eckhard Henscheid
 
Fugazi: Repeater; Dischord/EfA
 
Herr und Frau Rose machen ihr Haus kaputt, oder Karriere und sexuelle Ökonomie in der tertiären Kultur – Danny de Vitos Film »Der Rosen-Krieg«