in konkret Dezember 1989

von konkret
 
an konkret
 
No deposit, no return von Hermann L. Gremliza
 
Wieviel Sozialismus ist in der DDR noch zu retten? Muß sich die SED auf die Illegalität vorbereiten? Gibt es eine linke DDR-Opposition, und wie stehen ihre Chancen? Wer findet den Weg zwischen Ausverkauf und himmlischem Frieden?
 
Den Zerfallsprozeß der DKP durch massenhafte Austritte zu beschleunigen, empfiehlt Charlotte Wiedemann den Erneuerern in ihrem Kommentar. Das mochte eine 2/3 Mehrheit der KONKRET-Redaktion so nicht stehen lassen. Sie bat Detlef zum Winkel zu beschreiben, wie er die DKP am Wochenende des Erneuerer-Kongresses erlebt hat
 
Den Zerfallsprozeß der DKP durch massenhafte Austritte zu beschleunigen, empfiehlt Charlotte Wiedemann den Erneuerern in ihrem Kommentar. Das mochte eine 2/3 Mehrheit der KONKRET-Redaktion so nicht stehen lassen. Sie bat Detlef zum Winkel zu beschreiben, wie er die DKP am Wochenende des Erneuerer-Kongresses erlebt hat
 
Die sozialdemokratische Regierung der Hansestadt will Hamburg 'zigeunerfrei' machen. Ihre Polizei schaffte Roma und Cinti vom Gelände des ehemaligen KZ Neuengamme, wohin sie sich aus Furcht vor Abschiebung geflüchtet hatten. Am Abend des 9. November kehrten die Verfolgten, von 1.500 Demonstranten unterstützt, dorthin zurück. Die Stadt, die Platz für 20.000 DDR-Bürger hat, bleibt dabei: kein Bleiberecht für Zigeuner
 
»Wehret den Anfängen«, »Gemeinsam gegen rechts« oder aber »Endlich normal«: das sind die Parolen und Seufzer, mit denen die BRD-Linke auf die Wahlerfolge der »Republikaner« reagiert. Der »Entwurf einer politischen Grundlage für den Kreis 'Radikale Linke'« (KONKRET 11/89) versuchte diese Hilflosigkeit gegenüber dem Aufstieg des parteipolitischen Rechtsextremismus zu thematisieren. Als Beitrag zu den Diskussionen vor und auf dem bundesweiten Kongreß »Radikale Linke« im Mai 1990 legen drei Autoren hier ein Papier vor, das die »Republikaner« als die Steigerungsform der BRD-Staatsparteien identifiziert – mit dem Fazit: Wer die Reps treffen will, darf nicht am Modell Weizsäcker vorbeizielen
 
In dem Land, in dem EG und Nato ihre Hauptquartiere haben, hat es in den letzten zehn Jahren eine Reihe von Affären und Schwerverbrechen gegeben, die zunächst vor allem eines gemein zu haben schienen: trotz intensiver Ermittlungen blieben sie unaufgeklärt. Mittlerweile deutet jedoch vieles darauf hin, daß die Täter einer rechtsradikalen Gruppierung angehören, die bereits Wurzeln im Staatsapparat geschlagen hat: Angehörige der dem Verteidigungsminister unterstellten »Rijkswacht«, Belgiens größtem Polizei-Apparat, sind in die kriminellen Machenschaften verstrickt
 
2.200 Gefangene sitzen in den Todeszellen der US-Gefängnisse. Besonderes Kennzeichen der meisten: die Hautfarbe. Einer von ihnen ist der schwarze Journalist Mumia Abu-Jamal, ein politischer Gefangener. Er erwartet seine Exekution, weil eine ausschließlich weiße Jury sich für seine Reportagen über die rassistische Verfolgung von Schwarzen und Hispanos rächen wollte
 
»Die Demokratie muß gelegentlich in Blut gebadet werden«, sagte Chiles Diktator Pinochet im September 1974. Jetzt, 15 Jahre danach, wird des Badewasser abgelassen. Die Demokratie, die ihm entsteigen darf, hat sich wirklich gewaschen
 
Mörder sind potentielle Soldaten von Henning Venske
 
Zum KONKRET-Streitgespräch über die Perspektive der Gewerkschaften und den bevorstehenden Tarifkonflikt trafen sich: Ingrid Kurz-Scherf Leiterin der Abteilung Tarifpolitik beim DGB-Bundesvorstand; Henner Wolter, Justitiar der IG Medien, und Rainer Trampert, aus der IG Chemie ausgeschlossener ehemaliger Vorstandssprecher der Grünen
 
Wie viele westdeutsche Linke hat Castros Cuba schon bitter enttäuscht! Von wegen kommunistisches Zukunftsmodell! Überall Polizei, Überwachung, Korruption. Und nun auch das noch: Atomkraftwerke und Gentechnologie! Oder läßt Castro doch noch mit sich reden? Und wie?
 
Sinn ohn´ Form: Mutprobe Fabrikarbeit?
 
Daß linke Mediziner und Sozialpolitiker in der Weimarer Republik sich an der Entwicklung sozial- und rassehygienischer Theorien beteiligt haben, ist seit einigen Jahren in der bundesdeutschen Debatte anerkannt. Der Name des sozialdemokratischen Arztes Alfred Grotjahn steht stellvertretend für diese Richtung. Es hat aber auch eine andere Tradition marxistischer Theoretiker gegeben, deren Vertreter, ausgehend insbesondere von August Bebels und Clara Zetkins sozialpolitischen Arbeiten, in der Weimarer Republik gegen die sich abzeichnende Tendenz zur Vernichtung "lebensunwerten" Lebens Front machten, die Forderung nach strafrechtlicher Freigabe der Tötung auf Verlangen ablehnten und sich gegen bevölkerungspolitische Herrschaftsmaßnahmen aussprachen
 
Zwangssterilisation wird legalisiert, der als »Euthanasie" verbrämte Mord an behinderten Neugeborenen breitenwirksam diskutiert, jetzt bereiten die Sozialbehörden im reformfreudigen Westberlin und im schwarzen Bayern ein Asylierungsprogramm für Behinderte vor. Aus Kostengründen
 
Hat es eine »Ökonomie der 'Endlösung'« gegeben? Wenn ja, welchen Kriterien ist sie gefolgt? Wer waren die Initiatoren und Strategen ihrer Durchführung, und von welchen Motiven ließen sie sich leiten? Nachdem Ulrich Herbert in KONKRET 11/89 die Thesen von Susanne Heim und Götz Aly zum Primat bevölkerungspolitischer und ökonomischer Planungen vor dem Rassismus der Nazis (KONKRET 10/89) kritisiert hat, beschäftigt sich der amerikanische Historiker Christopher R. Browning mit jener Gruppe der »planenden Intelligenz« in den unteren Rängen der Nazi-Bürokratie, die nach Meinung Heims und Alys die 'Endlösung' ersann und durchsetzte
 
Alain Finkielkraut: Die vergebliche Erinnerung. Vom Verbrechen gegen die Menschheit, Edition TIAMAT, Berlin 1989, 115 S., 19.8O Mark
 
Die linken Kritiker der Informatik wollen nur noch das Schlimmste verhüten. Wer sie als Staatsfeinde verfolgt, verschwendet Steuergeld
 
Piwitts kleines Feuilleton von Hermann Peter Piwitt
 
Musikplaudertasche von Eckhard Henscheid
 
Bob Dylan: Oh Mercy; CBS
 
Bernhard Wicki (»Das Spinnennetz«) und Klaus Maria Brandauer (»Georg Elser – einer aus Deutschland«) erklären uns den Faschismus
 
Kaum war das europäische Haus fertig, kam der Dialog – und fegte es weg
 
Tomayers ehrliches Tagebuch von Horst Tomayer
 
Ein Kapitel des jüngst im Verlag am Galgenberg erschienenen neuen Bestarium Perversum von Ernst Kahl trägt die Überschrift Das Tier im Krieg. Kongretchen veröffentlicht daraus ohne freundliche Autorengenehmigung Fragmente einer Zoogeschichte