in konkret Januar 1988

von konkret
 
an konkret
 
Zur Feier einer Niederlage von Hermann L. Gremliza
 
Warum »Emma« mit ihrer Kampagne gegen Pornografie recht hat, läßt sich besonders gut erkennen, wenn man die Texte ihrer linken und liberalen Kritiker liest
 
Das Porträt der weiblichen Stadtguerilla legt die vom Autor nicht gestellte Frage nahe, warum denn Frauen, die zur Militanz bereit sind, ausgerechnet und immer nur in die Bundeswehr wollen. Es gibt eine Alternative
 
Am Bildschirm sah es so aus, als sei die ganze Welt ein einziger Gorbi-Fanclub geworden. Was versprechen sich die Werbefritzen des Kapitals von diesem Generalsekretär des ZK der KPdSU?
 
Tucholsky und seinesgleichen haben mit Hilfe des Archipel Gulag Auschwitz verursacht, die asiatische Tat So etwas lehrt – unter mächtigem Beifall – der bundesdeutsche Geschichtsbewältiger Ernst Nolte (KONKRET 12/87) Andere Historiker, die nicht rechtsradikal sind, wollen Auschwitz in einem Niemandsland des Verstehens ansiedeln, im schwarzen Kasten des Erklärens Doch die volloutomatisierte Menschenvernichtung hatte einen erklärbaren wirtschaftlichen Sinn.
 
Auf dem »grünen Krisengipfel« am 12. Dezember legten die Hamburger GALier Jürgen Reents und Michael Stamm ein Diskussionspapier vor, das Reents für KONKRET zusammengefaßt hat.
 
In London flog ein Komplott zur Entführung hochrangiger ANC-Mitglieder auf. Kaum gefaßt, wurden die Täter wieder freigelassen. Zu brisant ist den britischen Behörden, was ein Prozeß zu Tage gefördert hatte.
 
Bismarcks »Gedanken und Erinnerungen« sind ein beträchtliches Stück Literatur. Jetzt hat der Eiserne Kanzler Nr. 2 seine Erinnerungen und Gedanken aufgeschrieben: trostlose Aufzählungen eines Renommierhansels.
 
Aufgebrachte Stahlarbeiter nahmen das kalte Vorstands-Buffet und die Krupp-Villa Hügel im Sturm. Das Stahl-Kapital ist auf der gut geplanten Flucht.
 
Nachrichten
 
Autonom – wer sich so nennt, will sich und andere glauben machen, es könne ein richtiges Leben im falschen, Räume totaler Freiheit in der Klassengesellschaft geben. Ein folgenreicher Irrtum
 
Michael Herrmann/Hans-Joachim Lenger/Jan Philipp Reemtsma/Karl Heinz Roth: Hafenstraße. Chronik eines Konflikts, Verlag am Galgenberg/ Hamburger Rundschau, 258 Seiten, 16 Mark
 
Zur Diskussion in der KONKRET-Redaktion: Alexander Schubart ("Aschu"), einst Organisator des Startbahn-Widerstands; Thomas Ebermann ("Langer"), grünes MdB; Michael Stamm, GAL Hamburg, kein Flügel); Fritz und Andreas, zwei Hamburger Autonome, die nur für sich sprechen; Hermann L. Gremliza als Fragesteller
 
Wer sich von Helmut Kohl erzählen ließe, was dieser in China erlebt hat, erführe nichts über Peking und alles über Oggersheim. Nicht anders geht es einem mit den Rückblicken des linken Kulturbetriebs auf das Jahr 1968
 
»Ich weiß, (...) daß ich an der menschlichen Kultur arbeite, an der jahrtausendelangen, daß ich auf der Seite der Schönheit, der Wahrheit, des Friedens und der Harmonie arbeite«.Franz Xaver Kroetz, Tagebuch, 4.9.83
 
Eine biografische Moritat
 
Piwitts kleines Feuilleton von Hermann Peter Piwitt
 
Eine neue Untersuchung bestätigt eine alte Gewißheit: Martin Heidegger, Übervater nicht nur der französischen Neuen Denkerschule, war ein Nazi – nicht nur praktisch, sondern auch philosophisch
 
Horst Janssen, der große Zeichner und bissige Querbeet-Philosoph, hat ein autobiographisches Buch geschrieben, voll von »Information und Tratsch, philosophierender Gedankelei und kaschierten Moralitäten, erinnerten Zärtlichkeiten«
 
ich habe gelesen von Eckhard Henscheid
 
Auf der Suche nach Spuren seiner Familie findet ein Jude im Hamburg des Jahres 1987: Einen Filmregisseur, Steinchen auf Gräbern, eine Deportationsliste, ein »Judenhaus« und darin zwei Zeitzeugen, die sich (nicht) gewaschen haben
 
Der Abend, an dem Klaus Bresser ein total überflüssiges Streitgespräch zwischen Egon Bahr und Franz Josef Strauß nicht moderieren durfte und was vorher und nachher sonst noch so passierte und nicht passierte
 
Der deutsche Jungfilm findet auf seine alten Tage den Anschluß an die Vergangenheit; Werner Herzog an Leni Riefenstahl. "Cobra Verde" - ein Film von deutscher Herrenart