in konkret Dezember 1986

von Konkret
 
Über Uwe Timms Roman »Der Schlangenbaum«
 
an Konkret
 
Hier bedient Sie HERR KOHL von Hermann L. Gremliza
 
Vietnam. Nicht mehr Nordvietnam und Südvietnam. Sondern: Vietnam. Ho-Chi-Minh-Stadt und nicht mehr Saigon. Fast schon vergessen hierzulande. Bilder von dort scheinen nichtssagend, Berichte aus dem Lande sind rar. Jeff Jones, einst Vorsitzender des US-amerikanischen SDS, dann Mitglied der Weather Underground Organization, dann als Illegaler im Untergrund, hat seine eigene Geschichte nicht getilgt Mit einer amerikanischen Freundschaftsdelegation weilte er jetzt in Vietnam. Er berichtet, was es zu sehen und zu hören gab.
 
Ein Iraner aus Hamburg kommt nach Teheran. Nach Jahren das erste Mal wieder. Er sieht ein Land im Kriegszustand: im Krieg mit dem Irak, im Krieg mit der eigenen Bevölkerung. Gestorben wird reichlich: langsam in den Städten, schnell an der Front. Kein Reisebericht.
 
In fünf Monaten ist es wieder soweit: 600.000 Helfer ziehen durch die Republik und zählen das Volk. 1,8 Milliarden DM wird die Fragebogenaktion kosten. Es ist der zweite Versuch des Staates, seine Bürger auszuforschen. Und diesmal soll es klappen.
 
Die Mörder des nationalsozialistischen Volksgerichtshofes werden nicht zur Rechenschaft gezogen: Sie waren nur deutsche Richter an einem deutschen Gericht. Walter Boehlich findet die Entscheidung nur logisch aus der Entwicklung eines Staates abgeleitet, der sich von Beginn an als Nachfolger des 3. Reiches verstanden hatte
 
Die bundesdeutsche Öffentlichkeit begibt sich auf bekanntes Terrain: Eine Meldepflicht soll her, Razzien und Schleppnetzfahndung, um diesen Virus, diese Lustseuche AIDS, auf deutschem Boden einzukesseln, zu vernichten, auszumerzen. Dagegen setzen die AIDS-Hilfen und mancherlei Veröffentlichungen auf Prävention, als sei das allein eine Lösung und ein Mittel gegen die öffentlichen Kampagnen, die erst begonnen haben
 
Was in diesem Jahr alles hundert Jahre alt ist: das Auto, der Kaugummi, die Coca-Cola und – fast übersehen – auch die deutsche Sektion der Heilsarmee. Die Begeisterung hält sich auch hier in Grenzen. Eine Abrechnung
 
Magazin
 
Platzanweiserin von Bernhard Schneidewind
 
Bücher von Matthias Altenburg
 
Vor allen anderen Intellektuellen hat es der Bundeskanzler gemerkt: »Hoffnungslosigkeit und Pessimismus sind überwunden; Zuversicht ist überall spürbar.« Die entscheidenden Etappen dieser bundesdeutschen Stimmungsmetamorphose, bei der sich mancher Unheilsverkünder in einen daseinsbejahenden Zukunftsoptimisten verwandelt hat, werden nachgezeichnet
 
Die Welt verdankt Ungarn manches Schöne: die Restaurant-Musik, den alterslosen Filmstar, das 44-Buchstaben-Wort und neuerdings das erste Formel-l-Rennen auf sozialistischem Boden. Für den Systemvergleich von Trabbi und Ferrari wurde eigens die Pußta asphaltiert, die Magyaren rasen vor Vergnügen, Marlboro blecht. Und irgendwie ist alles Operette
 
»Für die europäische Mentalität ist die afrikanische Musik letztlich immer noch der Klang hinter einem Tam-Tam«, sagt der schwarzafrikanische Musiker MANU DIBANGO, dem die musikalischen Feldhüter unter der hiesigen Afrika-Experten so gar nicht verzeihen, daß er populär und erfolgreich ist. ARMIN KERKER zeichnet ein Porträt des Musikers
 
Über das neueste Filmchen von Doris Dörrie
 
Die Geschichte der »Frankfurter Zeitung« im Dritten Reich dargestellt durch einen Redakteur der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« ist ein schönes Beispiel dafür, wie mit der Geschichte umgesprungen wird ohne Rücksicht auf die Wahrheit
 
Tomayers ehrliches Tagebuch von Horst Tomayer
 
Die britische Rockmusik hat den Geist der Revolte aufgegeben und sich auf das alte sozialdemokratische Parlamentarismus-Spiel eingelassen. Fast die ganze Pop-Prominenz zieht für Labour in den Wahlkampf. Rock für Kinnock
 
Tschingis Aitmatow, ein Schriftsteller zum Liebhaben?