in konkret April 1986

von Konkret
 
Jürgen Roths Reportage über den internationalen Waffenhandel: »Makler des Todes«
 
an Konkret
 
Einmal um die Dritte Welt von Hermann L. Gremliza
 
Schlagen sich die Ausgepowerten und Arbeitslosen an den Samstagen in den englischen Fußball-Stadien mindestens die Gesichter blutig, so ist der Sonntag schon immer und allerorten eher den feineren Schichten Anlaß für die hübschesten Aktivitäten. Londoner Jungmanager spielen vor den Toren der Stadt Krieg, um Führungsqualitäten zu entwickeln.
 
Vor fünf Jahren, im April 1981, starb in einem Hamburger Krankenhaus Sigurd Debus. Offiziell hatte er sich das selbst zuzuschreiben nach einem 64tägigen Hungerstreik. Dennoch ist die Todesursache bis heute nicht geklärt. Er wurde zwar zwangsernährt, aber verhungerte an den verabreichten Infusionen.
 
Elf Abschnitte über den größten Ernährer aller Zeiten
 
Millionen Juden wurden von Deutschen ermordet. Die anderen Deutschen wollen davon nichts gewußt haben. Aber auch die Alliierten stellten sich dumm. Um nationalsozialistische Arbeits- und Vernichtungslager machten die Bomber einen ausreichenden Bogen. Niemand half den Juden, weil sie Juden waren. Der US-amerikanische Historiker David S. Wyman hat die Dokumente veröffentlicht.
 
»So sind die Sowjets eben: erst reden sie locker und unverbindlich über Abrüstung, und dann wollen sie sie tatsächlich. Kann es etwas Hinterhältigeres geben?«
 
In Düsseldorf stehen Jetzt führende Vertreter von Rheinmetall vor Gericht, weil es Irgendwie ja schon ein bißchen eigenartig ist, daß eine Munitionsfüllanlage, die den Papieren nach in Paraguay hätte arbeiten sollen, auf südafrikanischem Boden so tadellos funktioniert, daß sich alle Beteiligten nur fragen, wie das denn möglich war: Ein Wunder des internationalen Waffenhandels zugunsten der weißen Herren in Südafrika
 
Daimler hat nicht nur Auto-Geschichte gemacht. Jetzt soll die Geschichte des Unternehmens, das auch einige braune Flecken hat, ausgebreitet werden. Was dabei herauskommt, läßt die Festschrift des Unternehmens ahnen: Klitterungen der allerfeinsten Art.
 
Magazin
 
BÜCHER von Hannes Krauss
 
In den USA hat sich in den letzten Jahren eine nukleare Popkultur entwickelt, die alles hinter sich läßt, was man an Befürchtungen haben kann. Nicht die Vernichtung durch die Bombe ist das Thema, sondern das Leben danach: in Frieden, Freiheit und ohne die Russen.
 
Die bestgehaßte Witwe, Mutter der Avantgarde und Erfinderin des Punk ging erstmals auf Tournee -mit einem Konzept vom Sternenfrieden.
 
SCHÜTZT SAFER SEX VOR AIDS? ERHÖHT DIE KRITIK AN DER KAMPAGNE DIE KRANKHEITSZAHLEN? EIN STREITGESPRÄCH ZWISCHEN MARTIN DANNECKER UND ROSA VON PRAUNHEIM. MODERATORIN INGRID KLEIN
 
Nikel, früher Pardon, dann transzendentale Meditation, neuerdings promoviert und Recycler von »Schmunzelbüchern« hat ein anthologisches Bändchen »Briefe an die Schwarzwaldklinik« herausgebracht. Tomayer sollte auch mitmachen dürfen, wurde dann aber gekippt. Sein Beitrag sei »sadistisch« und »gewaltverherrlichend«. Ist das wahr?
 
Tomayers ehrliches Tagebuch von Horst Tomayer
 
Margarethe von Trotte hat mit Barbara Sukowo in der Hauptrolle ihren Rose Luxemburg-Film fertig. Er ähnelt nur wenig dem Bild, das wir in unseren Köpfen von der Revolutionärin haben
 
Neue PopliteraturWas wäre das Lesen ohne Musik von Wolfgang Welt
 
Isabel Allendes Roman »Das Geisterhaus« hat mittlerweile die Dimension eines Mythos angenommen und gilt als neues Glanzlicht lateinamerikanischer Literatur. Die Auflagenzahlen steigen ins Uferlose, das Buch ist bislang in 14 Sprachen übersetzt. Mario Macias sprach mit der chilenischen Autorin über den Roman und dessen politische Botschaft