in konkret Januar 1986

von Konkret
 
an Konkret
 
AIDS in der Schwarzwaldklinik von Hermann L. Gremliza
 
Magazin
 
Zu einem Zeitpunkt, da die Kohl-Regierung um Streikrecht rüttelt, fragen sich die Gewerkschaften: Arbeitszeitverkürzung oder mehr Lohn? Oder beides? Mit Hans Janßen sprach Hermann L. Gremliza
 
Ulrike Meinhof starb am 9. Mai 1976 in Stammheim, um 18. Oktober wurden Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Zellen tot aufgefunden. Fast ein Jahrzehnt danach erschien jetzt ein Buch, das die Geschichte der RAF und Ihrer Gründer zu erzählen verspricht: »Der Baader Meinhof Komplex« von Stefan Aust
 
Die rechtsradikale »Konservative Aktion« (KA) ha zwecks »Verteidigung der Werte des Abendlandes« zu Lande, zu Wässer und in der Luft nach Hamburg geladen. Und alle kamen. Helmut Haller und Reinhard Müller waren dabei und erstatten Rapport.
 
Auch 1986 gibt die Bundesregierung wieder das meiste Geld für den Bereich Arbeit und Soziales aus - so war es überall zu hören und zu lesen. Das ist schlicht gelogen. Der größte Anteil des Bundeshaushalts geht weiterhin in die Vor-, Nach- und Hochrüstung.
 
Auf den Philippinen mehren sich die Erfolge der 20 000 Guerilleros der New People's Army (NPA). In drei Jahren, so prophezeien die Revolutionäre, werden sie das militärische Patt mit den Marcos-Streitkräften erreicht haben. Marcos scheut im Kampf gegen die NPA keine Mittel. Auf der umkämpften Insel Mindanao wüten unter seinem Schutz fanatische Sektierer gegen die »gottlosen Kommunisten« oder wen sie gerade dafür halten., Marcos selbst hat für den 7. Februar Präsidentschaftswahlen angesetzt als eine Inszenierung, die hauptsächlich für das Fernsehen in den USA gedacht ist
 
Die Zeiten sind vorbei, da die USA nur heimlich, still und möglichst leise antikommunistische Bewegungen mit aller gebotenen Kraft unterstützten. Die Hilfe kommt jetzt offen. Jetzt muß, wo immer die USA mitmischen, aber auch gesiegt werden.
 
Abdankung eines Provinzlers an die Provinz
 
Die Reproduktionsmedizin mit Samenbank und Embryotransfer hat eine blutige Vorgeschichte. Als Beitrag zur »positiven Selektion« ergänzte sie das Ausmerzungs-Programm der Nazis
 
Die Nationalsozialisten haben die Arbeitslosigkeit abgeschafft. Radikal. Wer nicht mehr arbeiten konnte, wurde ganz abgeschafft. Besonders die »Fremdarbeiter«, die sich -Untermenschen, die sie waren - als Arbeitsvölker nützlich gemacht hatten.
 
Dem Werk Francis Bacons ist eine große Retrospektive gewidmet, die gegenwärtig noch in Stuttgart zu sehen ist und später dann auch nach Westberlin kommt. Man kann sich an Bacons Bildern gut reiben. Er ist Realist. Doch was für einer? Darüber tauschen sich drei Personen aus. Bernhard Schneidewind hat ihr Gespräch mitgehört und aufgeschrieben. Ein Erinnerungsprotokoll
 
Nichts bleibt der Dritten Welt erspart. Nicht einmal das Deutsche Fernsehen. In Kamerun und Togo kommt bald das halbe Programm von ARD und ZDF
 
Die Spekulation mit dem Antisemitismus
 
Darf man einen unterhaltenden, sogar spannenden Film über ein Konzentrationslager machen? Manfred Vosz hat die Tagebuchaufzeichnungen des Dachauer Häftlings Nico Rost filmisch dokumentiert
 
Inzucht und intellektuelle Korruption in den Selbstverwaltungs-Gremien, Desinteresse um Zuschauer, Dilettantismus und Phantasielosigkeit - das waren die Vorwürfe, die Peter Krieg in KONKRET 12185 gegen die bundesdeutsche Filmförderung erhob. Krieg - selbst Filmemacher und Gremienmitglied - fordert stattdessen ein zentrales, öffentlich-rechtliches Verleih- und Vertriebssystem. Seine Polemik hat Widerspruch besonders bei Filmemachern gefunden: