in Sexualität konkret 1985

Editorial von Volkmar Sigusch
 
Keine Männer braucht das Land von Hermann L. Gremliza
 
In dem Maße, in dem Pornografie und Prostitution salonfähig werden, wirtschaftet das Sexuelle ab. Die heutigen Prostituierungen machen alle Akte eukalyptisch
 
Wünsche auf der Flucht von Veronika Schmitts
 
Es gibt heute nichts, was es nicht gibt. Auch das Modell eines alternativen Bordells wird niemand für Fiktion halten.
 
Dr. Mosers goldene Ratschläge für Junggesellen von Wolfram Moser
 
Der erste Blick auf die Ungleichheit in der Verteilung sozialer und ökonomischer Macht zeigt die Dinge in einem scheinbar schattenlosen Licht. In der Geschichte hat sich die Herrschaft des Mannes über die Frau überall durchgesetzt, sie erscheint universell als Geschichte männlicher Machtergreifung. Patriarchat ist das eine Stichwort, Macht der Mütter das andere.
 
KZ- Terror und Ermordung sind nicht die ganze Wahrheit der Homosexuellen-Verfolgung im sogenannten Dritten Reich. Methoden zur massenhaften »therapeutischen Umstimmung«, wie Psychotherapie und Hormonbehandlung, wurden ebenfalls erprobt, nachdem eine Erhebung von 1936 die Nazis erschreckt.- Der »gesunde Volkskörper« war von vier Millionen homosexueller Männer durchsetzt, die an allen Fronten benötigt wurden.
 
Unter Berufung auf Errungenschaften der Frauenbewegung haben unsere reformfreudigen Mittelschichtsfrauen die Väter ihrer Kinder theoretisch und oft auch praktisch abgeschafft. Auf die Gefahr hin, als Frauenfeind zu gelten, findet Jörg Bopp diese Entwicklung problematisch
 
1934 hieß eine wissenschaftliche Abhandlung »Tierzüchter und Menschenzüchter«. 1985 nennt man das »Künstliche Befruchtung – die Verantwortung für Reproduktionsmanipulationen bei Tier und Mensch aus veterinärmedizinischer Sicht«. Die Ideologie ist stabil. Nur: die Technologie der Menschenzucht hat uns der Fortschritt inzwischen sang- und klanglos errungen
 
Liebe fürs Leben von Hermann Peter Piwitt
 
In der herrschenden Moral gehört das Schlafzimmer zum Intimbereich, über den man nicht spricht. Welche Bedeutung hat die tendenzielle Abkehr vom stereotypen ehelichen Schlafzimmer?
 
Schrumpelstielchen und der böse Rolf von Thomas Kapielski
 
Walter Klier hat das Oeuvre Peter Handkes gelesen. Von 3300 Druckseiten beschäftigen sich etwa 40 mit Sexuellem oder einem Etwas, das man dafür halten könnte
 
Bevor die Kosmetikindustrie flächendeckend sprühte, gab es noch allerlei wilde Gerüche. Von Amaryllis, Heliotrop, Safran, Amber über die Urgeruchs-These und Freud bis zu Bac, Fa, Liasan, Vionell inspizierte Sabine Rosenbladt das nasogenitale Feld
 
Morgen von Herbert Ladendorf
 
Sexualität Konkret fragte: An welche erotische Szene in der Literatur erinnern Sie sich gerne?
 
Sexualität Konkret fragte: An welche erotische Szene in der Literatur erinnern Sie sich gerne?
 
Sexualität Konkret fragte: An welche erotische Szene in der Literatur erinnern Sie sich gerne?
 
Sexualität Konkret fragte: An welche erotische Szene in der Literatur erinnern Sie sich gerne?
 
Sexualität Konkret fragte: An welche erotische Szene in der Literatur erinnern Sie sich gerne?
 
Sexualität Konkret fragte: An welche erotische Szene in der Literatur erinnern Sie sich gerne?
 
Sexualität Konkret fragte: An welche erotische Szene in der Literatur erinnern Sie sich gerne?
 
Volkmar Sigusch gehört nicht zu den erklärten Freunden der USA. Auf US-Amerikanisches, einschließlich der Sexualforschung, reagiert er im allgemeinen mit Ausschlägen. Trotzdem hat er die Metastase verlassen und ist in den Primärtumor geflogen
 
Erfahren Sie bei einem Treffen der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung alles, was Sie schon immer Über Sex wissen wollten. Ingrid Klein wurde eingeschmuggelt und erstattet Ihnen einen Bericht zur Lage
 
»Hodenmaxe«, wie seine Freunde den Arzt Max Hodann liebevoll nannten, war ein bedeutender Sexualforscher zur Weimarer Zeit. Seine aufklärenden Schriften wurden von den Nazis verbrannt. Hodann flüchtete und starb vergessen als 52jähriger in Schweden. Die Jüngeren kennen, wenn überhaupt, nur das Bild voll düsteren Pathos, mit der junge Peter Weiss den bereits Todkranken in seiner ».Ästhetik des Widerstands« beschreibt.
 
Am besten wäre es, alles wie Pornographie zu lesen, auf Stellen hin, empfiehlt Eberhard Hübner nach der Lektüre von 1500 fortschrittlichen Seiten übers moderne Liebes- und Geschlechtsleben, unsere Machwerke inklusive.
 
Vorjahren klagten zehn Frauen gegen den »Stern«, weil er auf seinen Titelbildern Frauen als »bloße Sexualobjekte« darstellen würde. Heute sagen sich Herr Winter und die plastic girls durchgängig auf dem Titel gute Nacht. Wie dort die Sinnlichkeit eindimensional entsteht und zugleich verschwindet, analysiert Ulrich Clement
 
Es geht heute nicht mehr darum, einen Körper zu haben, sondern an ihn, an den Sex, an das eigene Verlangen angeschlossen zu sein. Wir möchten gerne unsere ganzen Gedankenläufe durchsichtig vor uns haben.
 
Gezeichnete Traumfrauen in endgültigen Posen, fotografterte Schamhaargrenzen der Darstellbarkeit in Männermagazinen, japanischen Sexy Robots. Christel Dormagen beschreibt die Geschichte der Pin ups
 
Weil eine Gruppe von Wissenschaftlern die Bedingungen eines Forschungsprojekts über die populationshygienische Bedeutung der Karnevalssitten hinterfragte, konnte Werner Reichert einen der größten Skandale des Weltgesundheitsamtes aufdecken
 
Für einige Stunden verließ Reinhold Messner das Basislager im Hilton und sprach mit Otto Jägersberg über Gipfel und Gletscherspalten, Urgestein und Achttausender, über seine Erinnerungen, Sehnsüchte und Glücksmomente
 
Der Elegant zur Dame: »Küß die Hand gnädiges Fräulein. Kennen wir uns nicht irgendwoher?« »Doch. Wir waren mal verheiratet.« Unerschrockene Schwindler haben immer wieder leichtes Spiel bei Frauen. Zum Beispiel der Postbote Gert Postel. Als Dr. Dr. Clemens Bartholdy hat er sechs Monate als Gutachter und Amtsarzt gearbeitet. »Erfolg« suchte er sogar bei Peggy Parnass. Sein Geheimnis ist das Geheimnis des Erfolges aller Heiratsschwindler.
 
Auf der Suche nach unserer verlorenen Lust erinnern wir alte Mythen und Legenden. Für die Polynesier ist Meeresschaum seit undenklichen Zeiten der »Samen der Wale«. Wir hoffen inzwischen auf die exquisiten Vibrationen der Delphine.