in konkret März 1985

von Konkret
 
an Konkret
 
Stars and Stripes War von Hermann L. Gremliza
 
Nachrichten
 
Der heilige Marschflugkörper von Michael Schilling
 
Ein Mitglied des Geheimdienstes der chilenischen Luftwaffe hat ein Geständnis abgelegt (Siehe dazu die Aussenspalten, [Kasten am Ende des Textes]»Das Verhör«). Er sprach über den alltäglichen Terror der Pinochet-Junta, über die Grausamkeiten, über die Hinrichtungen und Morde. Er sprach über die Opfer. Über die Täter, denen er als eine eher untere Charge angehörte, schwieg er sich aus. Aus welchen Gründen? Mit welchen politischen Absichten? Ist dieses Geständnis nur ein wohlkalkulierter Teil der Machtkämpfe in Chile? Ein Hintergrundbericht
 
Naturschutz klingt voll gut, echt ökologisch. Deshalb wollen sich die Ministerpräsidenten mit dem Plan, zwei bis drei Prozent ihrer Länderflächen unter Naturschutz zu stellen, schön grün herausputzen. Wer merkt schon auf den ersten Blick, daß sie damit 97 oder 98 Prozent der Landschaft der Zerstörung überlassen. Wem nützt das eingezäunte, von Gartenarchitekten angelegte Feuchtbiotop in der Giftwüste?
 
Was Smog ist bestimmen die Verordnungsblätter. Smog-Alarm entsteht neuerdings durch neue Definitionen von Smog. Die Luftverschmutzung aber dauert schon seit Ewigkeiten an, und sie wird nicht dadurch gemindert, daß man die Alarm-Werte runtersetzt. Kokereien verpesten die Luft im Ruhrgebiet. Sie könnten sauberer arbeiten, wenn man die Wärme auch nutzen wollte. Das aber will man nicht. Also stinkt es weiter zum Himmel.
 
Fünf Fragen an einen Kinderarzt über Pseudo-Krupp und Allergien
 
Das letzte Urteil einer Hamburger Oberlandesgerichts zu Rainer Hachfeld
 
»Wer glaubt, Bücher von und um die Grünen würden sich in sentimental-feministischer Bauchnabelschau, Illustriertenboulevard oder pragmatischen Schnellschüssen zugunsten einer politischen Fraktion innerhalb der Grünen erschöpfen, sieht sich angenehm enttäuscht...« So beginnt die »Tageszeitung« ihre Rezension des Buchs »Die Zukunft der Grünen« von Thomas Ebermann und Rainer Trampert. In der Tat gibt das Opus, das aus der gängigen Flugblatt- und Traktätchenliteratur der Grünen herausragt, den Kritikern und kritischen Freunden der vierten Partei endlich was zu beißen. Vom »Stern« (»Ein ehrliches und nützliches Buch«) bis zur »UZ« (»Keine Strategie für die Umgestaltung dieser Gesellschaft«) sorgte das Buch aus dem Konkret Literatur Verlag für Diskussion, in den »Roten Blättern« des MSB Spartakus gab es ein Streitgespräch zwischen Ebermann und dem Hamburger DKP-Vorsitzenden Wolfgang Gehrcke, in der Zeitschrift »Sozialismus« der Sozialistischen Studiengruppen wurde das Werk mindestens ebenso hingebungsvoll verrissen wie im Frankfurter Sponti-»Pflasterstrand«. Der »Spiegel« druckte einen Auszug aus Ebermann/Trampert ungefragt in seinem neuen »Spiegel«-Buch »SPD und Grüne« nach. KONKRET dokumentiert vier der Kritiken auszugsweise – eine kommunistische, eine realo-grüne, eine linkssozialdemokratische und eine links-grüne:
 
Schneller aufrechter Gang von Gesine Strempel
 
Wie geht’s? Warum? von Rüdiger Schaper
 
Interview mit dem Admiral a.D. der französischen Mittelmeerflotte Antoine Sanguinetti
 
Die zehn Gebote für die sicherheitsbewußten Wirtschaftsführer. Mit fünf Bildern von Ernst Kahl aus dem Zyklus »Zeter & Mordillo«
 
Ein Yuppie von Konrad Ege
 
Mahalo von Hannelore Heinrichs
 
Geschichte ist ein schwarzes Loch von Günter Amendt
 
Den Gewerkschaften laufen die Jugendlichen davon
 
Der Italiener Edoardo Bennato war vor zehn Jahren ein Superstar. Er ist es heute immer noch
 
Über Bob Dylans Platte »Real Live«
 
Warum die Verdrängung des Psychoanalyse mal wieder Konjunktur hat
 
In Hamburg gibt es eine Gruppe Künstler, die, ohne Manifest und Trara, so manche Mark-orientierte Mal-Mode rigoros an die Wand malt. Eobald, Kahl und Tomayer berichten
 
Auschwitz, bewältigt - durch P. Zadeks und das bürgerliche Feuilleton mithilfe eines Musicals vom Morden im Ghetto
 
Zwei Road-Movies, bei denen der US-amerikanische Mythos auf der Strecke bleibt
 
Eine Feministische Projektion auf die Fünfziger Jahre
 
Morenga, das war ein »Hottentottenbastard«, der es gewagt hatte, gegen die Kolonialarmee des kaiserlichen Deutschlands anzutreten »Morenga«, das ist ein Roman von Uwe Timm über den Widerstand Morengas gegen die Kolonialherren »Morenga«, das ist jetzt auch die Verfilmung des Romans von Uwe Timm durch Egon Günther. »Morenga« als Film ist außerdem noch zweierlei: einmal ein Kinofilm, der die Bundesrepublik Deutschland im Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele vertritt, und eine dreiteilige Fernsehserie, die am 13, 17 und 20 März, jeweils um 20 15 Uhr im Programm der ARD zu sehen sein wird