in konkret Februar 1985

von Konkret
 
an Konkret
 
Tanz in den 8. Mai von Hermann L. Gremliza
 
Nachrichten
 
Leni Riefenstahl machte aus der NS-Zeit das Schönste, was Film hergibt. Sie war so frei und bekam alle Freiheiten. Seitdem halt man sie für eine Künstlerin. Für ihren Film »Tiefland« soll sie die Komparserie, Zigeuner, im KZ selektioniert haben.
 
Seit Jahren ist »Silicon Valley« südlich von San Francisco in Kalifornien das Mekka der neuen Kapitalismus-Propheten: In dieser Region, wo die gegenwärtig größte Konzentration von neuen Technologien sich entwickelt hat, sollen die Heilmittel für den kranken Kapitalismus bereitstehen: weniger Staat, mehr unternehmerische Freiheit, saubere Industrien, Arbeitsplätze der Zukunft. Nicht nur die konservativen Landesregierungen versuchen in der BRD das Vorbild nachzuahmen, auch sozialdemokratisch regierte Länder und Kommunen haben sich mit Vehemenz diesem Rezept verschrieben. Doch die Hoffnungen stehen im umgekehrten Verhältnis zu den Kenntnissen über die wahren Verhältnisse in Silicon Valley.
 
Contra Reh von Max Wenzel
 
US-amreikanische Bürger beziehen in Nicaragua Position. Auf Seiten der Sandinisten. Gegen die Contras, gegen die US-amerikanische Interventionspolitik. »Witness for Peace« (Zeugen für den Frieden) ist eine der Organisationen, in denen sich US-Amerikaner zusammenfinden.
 
Nach vielen Verschiebungen soll jetzt in Frankreich der Prozeß gegen Klaus Barbie eröffnet werden. Barbies Verteidiger ist ein linker Anwalt. In einem Interview äußert er sich über seine Verteidigungsstrategie, über seine Absicht, der französischen Regierung ob ihrer unbewältigten Kolonialgeschichte den Prozeß zu machen, anzuklagen
 
Ehe die Pharma-Industrie ihre Erzeugnisse auf den Markt wirft und den Menschen zum Fraße anbietet, müssen die Pillen und Tabletten und Kapseln getestet werden. Am und mit Menschen. Das Verfahren ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Tester nehmen es gelassen. Sie schlucken zur Probe für ein Honorar, das mit dem absehbaren Risiko steigt
 
Eine Schulbuchgeschichte
 
Die bundesdeutsch Polizei observiert immer gleich fleißig für die CIA
 
Hierzulande ist das insgeheime oder auch offene Begehren, China zu sehen, zu bereisen, zu erfahren mindestens so groß wie das Land selbst. China hat sich diesem Begehren mehr und mehr geöffnet. Wer kann, der kann jetzt auch alleine reisen. Man muß nur wissen, wie man es anstellt. Einige Tips.
 
Mein kulturelle Alltag von Günter Amendt
 
Zur Sozialphilosophie der 80er Jahre
 
Die DDR-Schriftstellerin Helga Schubert liest in der BRD
 
Vier Konzerte der »Talking Heads«, die sich 6943 Meilen von hier entfernt in Los Angeles ereignen, sind so witzlos wie eine Picasso-Skulptur, die im Panzerschrank der Chase-Manhattan-Bank unter Verschuß gehalten und nicht einmal reproduziert unter die Leute gebracht wird.Der Konzertfilm »Stop Making Sense« ist aber mehr als die Reproduktion eines Ereignisses. Natias Neutert hat sich für Konkret den Film angeschaut.
 
In Hamburg sind Höhepunkte aus dem Werk des norwegischen Malers Edvard Munch zu entdecken. Doch auch vor seinen Bildern macht der Zeitgeist nicht halt
 
Das Opernhaus in Zürich, mit 80 Millionen Franken gründlich renoviert, ist mehr als ein Kulturtempel. Es ist ein Politikum. Das bewies auch wieder die vom Bürgertum mit Glanz und Gloria inszenierte Wiedereröffnung des Musiktheaters. Niklaus Meienberg hat die Festivitäten für KONKRET miterlebt.
 
Opera Puffa von Frieda Geier
 
Über Daniel Schmid, Filmer mit Herz
 
Emile de Antonio ist der meistobservierte Dokumentarfilmer der USA. »Underground«, sein Film über die Weathermen Stadtguerilla, sollte bereits vor Fertigstellung beschlagnahmt werden. Mit neunjähriger Verspätung ist der Film jetzt auch in der Bundesrepublik zu sehen
 
Notizen
 
André Gorz: Wege ins Paradies. Thesen zur Krise, Automation und Zukunft der Arbeit. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Rotbuch Verlag 1984,160 Seiten, DM 14. –
 
Tony Duvert: Als Jonathan starb, rosa Winkel Verlag 1984, 29.80 Mark