in konkret Januar 1985

von Konkret
 
an Konkret
 
Nikolausi? Osterhasi! von Hermann L. Gremliza
 
Nachrichten
 
Ein Pamphlet voll plumper Demagogie
 
AIDS – das ist die Wiederentdeckung des monströsen, so gar nicht gewöhnlichen Homosexuellen. Wiederentdeckt hat ihn der »Spiegel«. Der zeigt an der »Homosexuellen-Seuche«, wohin laxe Moral führt. Krankheit, moralisch gewendet, aber verlangt keine Therapie, sondern Reue. Rosa v. Praunheim, Urmutter der Bewegung, war dem Hamburger Nachrichtenmagazin mit einem Schuldbekenntnis zu Diensten. Martin Dannecker antwortet in einem Offenen Brief
 
Wie der Justizminister die Abschaffung des Paragraphen 175 blockiert
 
Eigentlich wollte die Sowjetunion vor fünf Jahren den scheiternden Putschkommunisten von Kabul helfen. Profitiert aber hat der Gegner. Im Stammesgebiet entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze – der »logistischen Basis der Mudjahedin« – herrscht heute eine »regulierte Anarchie«: Das Volk der Pathanen hat keinen Staat – dafür einen Bazar, wo täglich eine Million Dollar Hilfsgeld in Umlauf gebracht werden muß. Der Bazar ist Lebensnerv, Motor, Magnet und Stimulus in einem, und clevere Händler fahren längst »neue« Waren in ihrem Angebot: Informationen, sowjetische Armeeangehörige, Exkursionen »hinter die russischen Linien«, Flüchtlinge, Pässe und Kunsthandwerk, Dollars, Heroin und Waffen. Dieses Spiel von Nachfrage und Angebot, macht eine »Lösung des Afghanistan-Problems« undenkbar.
 
Interview mit dem PLO-Vorsitzenden
 
Ein Türke weniger von Jürgen Saupe
 
»Winning is the only thing« von Hans Aring
 
Historische Beispiele und aktuelle Bedeutung der Psychologischen Kriegführung
 
N’existe pas von Karl Kessler
 
Das grobschlächtigste, meist aber auch einzige Verdikt, unter das 'die neuen Franzosen' bei uns fallen, geht in der Scheinalternative auf: entweder sind sie dumpf-reaktionär, oder sie sind flippig-ahistorisch und damit eigentlich auch wieder rechts. Der Kulturteil der letzten drei Hefte hat den in »Konkret« in diesem Jahr begonnenen Dialog mit Frankreich aufgenommen, um vor allem jene Franzosen vorzustellen und versteckt mitreden zu lassen, denen die deutsche: Rechts-oder-Links!-Heimat keine Herberge sein kann. Diesmal steht, neben Baudrillard, Paul Virilio (geb. 1932 in Paris) im Zentrum, und mit ihnen auch der Merve Verlag, der seit Jahren jenes französische Denken bei uns bekanntmacht. Paul Virilio ist Architekturprofessor und über seinen Erforschungen der Atlantikbunker, über Technikgeschichte, Kriegsstrategie, Urbanistik... auf die Geschwindigkeit als die (unscheinbare) Gewalt des ausgehenden 20. Jahrhunderts gestoßen. Und seine eher fragmentarischen Schriften lassen sich lesen als ein Versuch der Geschichtsdeutung unterm Blick der Geschwindigkeit.
 
Über Jean Baudrillard
 
Bilder der geretteten Katastrophe
 
Sans Soleil - ohne Sonne von Anette Sibelius
 
Die Legende von TARZANRegie: Hugh Hudson
 
Hier und demnächst gerne wieder Empfehlungen und Tips von einem herrschenden musikalischen Geschmack unseres Landes
 
Theater: Bummsphallera von Bernhard Schneidewind
 
Urs Jaeggi: Versuch über den Verrat. Luchterhand 1984, DM 34,-
 
Prominente nennen neue und alte Lieblinge