in konkret Oktober 1984

Verlags-Mitteilungen
 
an Konkret
 
Nationale Schmach von Hermann L. Gremliza
 
Nachrichten
 
In Duisburg wird ein Haus angesteckt. Sieben Mitglieder einer türkischen Familie verbrennen. Endlich geschieht, was Neonazis seit Jahren ankündigen: Kanaken werden ausgemerzt. Deutschland ist wieder ein Stück deutscher geworden. Aber mit Ausländerfeindlichkeit hat das nun wirklich nichts zu tun...
 
Jetzt will man uns glauben machen: die Hitler-Tagebücher beim »Stern« seien nur ein Betriebsunfall des »Stern« gewesen. Richtiger ist: politische Instinktlosigkeit, Geld in Hülle und Fülle und ein mindestens doppeltes Maß von allem an Dummheit ließen die »Stern«-Macher ihre Hitlergeschichte noch weiterkochen, als schon längst erwiesen war, daß überhaupt nichts im Kochtopf war
 
Vor einem Jahr, pünktlich zum Beginn des »heißen Herbstes«, füllten die »menschenverachtenden Sowjets« Titelbilder und Schlagzeilen der »freien Presse«. Heute, wo als erwiesen gelten kann, daß US-Strategen den Jumbo bewußt geopfert haben, bleiben die Titelgeschichten aus
 
Horst Tomayer telefonierte als »Franz Xaver Konk« mit dem Hohenzollernprinzen Karl-Anton über die Geschäfte des Prinzen Emanuel Josef von Preußen
 
Hamburg war in der Nazi-Zeit in Fragen der Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik ein Mustergau. Hier wurden mehr Menschen sterilisiert, in Zwangsarbeitslager gesteckt ' deportiert und durch Gas oder Giftspritzen ermordet als in anderen Reichsgebieten. Diesem Themenkomplex widmet sich ein jetzt erscheinender Band des Konkret Literatur Verlages: -»Heilen und Vernichten im Mustergau Hamburg«, herausgegeben von Angelika Ebbinghaus, Heidrun Kaupen-Haas und Karl Heinz Roth. Nachfolgend veröffentlichen wir einen Auszug aus einem der Beiträge
 
Die Geschäfte mit den verschiedenen Subventionen in der BRD
 
Je geheimer um so gemeiner. Die Polizei hierzulande hat im Laufe des Jahres Observations- und Erfassungspraktiken entwickelt, die sich der öffentlichen Kontrolle fast vollständig entziehen. Selbst die Datenschutzbeauftragten ahnen nur das Ausmaß dieser neuen geheim-polizeilichen Praktiken. Rolf Gössner und Uwe Herzog berichten in ihrem Buch »Im Schatten des Rechts« (Verlag Kiepenheuer & Witsch) von diesen Praktiken und deren Auswirkungen. Wir veröffentlichen einen Auszug aus dem Band, der dieser Tage erscheint
 
Tod und stetige Auferstehung des Andrej Sacharow im kalten Krieg der Stars und Streifen
 
Ein Beitrag zum Verfall der Sitten
 
Niedersachsens Ministerpräsident ist einer vom Feinsten: geschult durch Jaspers und die Keksherstellung ist er um Rechtfertigungen seiner miesen Politik nie verlegen
 
So schnell hat Honecker gar nicht absagen können, wie es hierzulande mancher von Beginn an gerne gesehen hätte Die DDR existiert trotzdem. Anfang Oktober schon 35 Jahre. Dieser Staat feiert auch diesen Geburtstag. Die DDR-Schriftstellerin Irmtraud Morgner feiert mit. Distanzierter vielleicht als die Herrenriege im ZK. Harrie Lemmens sprach mit ihr für KONKRET über die DDR
 
Eine Geschichte zum Einstand:
 
Nach über 500 Konzerten in Europa fand SARABA, eine siebenköpfige Band aus fünf Ländern (Gambia, Senegal, Guinea-Bissau, Jamaica, USA und Gastmusiker aus der BRD), nun sei die Rückkehr der glorreichen Sieben fällig. SARABA verschmilzt Musik der Wolof und Mandingo aus Senegal und Gambia mit Funk, Reggae, Salsa, Soca und Calypso. Wolfgang Fritz, der seit Jahren mit der Band zusammenarbeitet und zur Zeit Mitorganisator eines Riesenspektakels zeitgenössischer afrikanischer Kultur im November in Hamburg ist, hat der Textverarbeitung Povl von der Reise erzählt
 
Unterhalb des Flusses offizieller Kultursprache vernehmen wir das Gemurmel um kleine Verlage. Hier herausgegriffen und verstärkt das um den Anton W. Weber-Verlag. Eila Immer besorgte den Textzusammenschnitt. Sie hat die Geschichte.
 
Ich rufe die Freundinnen an. Sie finden, eine Buchmesse kommt immer zu schnell. Jetzt ist schon wieder dieses Jahr! Sie haben noch nicht einmal gelesen, was vorher kam. Dabei hatten sie wohl Lust.
 
Notizen zur Biennale in Venedig
 
Eine Erfindung, die Geschwindigkeit und Bilderträume, zwei amerikanische Herzensmythen, kurzschloß: das Auto-Kino. Von seinem Aufstieg und Fall erzählt Martin Kilian
 
Bruno Bruni: Per la pace for peace
 
Notizen»Bratislavisches Spiccato« von Harry Mathews
 
Hier und demnächst gerne wieder Empfehlungen und Tips von einem herrschenden musikalischen Geschmack unseres Landes
 
Die Musik des amerikanischen Komponisten John Cage hat ein halbes Jahrhundert neuer Musik geprägt. Jüngst nahm der inzwischen 72jährige auf den Berliner Festwochen an der Aufführung eines eigenen Werkes teil, zusammen mit dem Choreographen Merce Cunningham, seinem fast lebenslangen Freund. Birger Ollrogge untersucht das Werk von Cage auf seine theoretischen Grundlagen
 
Agentur Standard Text: Vogelsberg. Endlosroman, Rotbuch-Verlag 1984, 320 Seiten, DM 20,00
 
Zeitschriftenschau
 
Hans-Jürgen Heinrichs: Die katastrophale Moderne. Endzeitstimmung, Aussteigen, Ethnologie, Alltagsmagie, Qumran-Verlag, Frankfurt und Paris, 1984, 157 Seiten, 18 DM