in Atomkrieg konkret 1983

Angst essen Verstand auf von Hermann L. Gremliza
 
Selten wurde ein Nichts mit größerem Aufwand verkauft als die sogenannte Null-Lösung der USA für die Mittelstrecken-Verhandlungen mit der Sowjetunion in Genf. In Wirklichkeit sollen nur die Sowjets ihre Mittelstrecken-Raketen auf Null abrüsten, während der Westen seine (luft- und seegestützten) Raketen behalten soll. Eine Analyse von Michael Scbilling
 
Als Sabine Rosenbladt den mit Waffen affer Art vollgestopften Hunsrück besuchte, vermutete sie im einstigen Räuberwald des Schinderhannes viel aufmüpfig Volk wider die zusätzliche Raketenstationierung. Zornige fand sie wohl. Aber das waren Hunsrücker, die sich ihre Marschmusike nicht durch Friedensdemonstranten vermiesen lassen wollten. Voran der SPD-Bürgermeister
 
Als Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR war Günter Gaus jahrelang Gesprächspartner der führenden Funktionäre eines Warschauer-Pakt-Staates. Mit welchen Reaktionen auf die »Nachrüstung« rechnet er?
 
Um drei Uhr morgens wurde das hessische Dorf Hattenbach von einer US-amerikanischen 10-Kilotonnen- Atomrakete vernichtet. Das ist die Ausgangslage eines US-Manövers aus dem Jahre 1980, das einen sowjetischen Angriff über die DDR-Grenze hinweg und einen amerikanischen Atomschlag als Antwort simuliert. Die USA proben den Atomkrieg auf bundesdeutschem Boden schon seit Jahrzehnten. Die amerikanische Fernsehgesellschaft CBS hat über dieses Manöver einen Film gedreht, der in den USA auch im Fernsehen gezeigt wurde. Die ARD-Chefredakteure, die sonst jeden TV-Schund aus den Staaten einkaufen, mochten sich um diesen Streifen nicht bemühen. KONKRET dokumentiert Bild- und Textauszüge aus dem CBS-Film »Das nukleare Schlachtfeld«
 
UNTER Federführung des damaligen Bundesverteidigungsministers Franz-Josef Strauß entstand im April 1961 die erste Heeresdienstvorschrift der Bundeswehr für den Atomkrieg. Sie trat unter der Bezeichnung HDv 100/2 und dem Titel »Führungsgrundsätze des Heeres für die atomare Kriegsführung« vier Monate vor dem Bau der Mauer in Berlin und achtzehn Monate vor der Kuba-Krise in Kraft; im ersten Fall erwog das US-Kriegsministerium, im zweiten Fall drohte der US-Präsident den Einsatz von Atomwaffen an.
 
Nicht erst seit Reagan kam, ist der Frieden der Welt bedroht. Die Doktrin von den »vitalen Interessen« der USA in aller Welt stammt noch aus der Ära Carter und seiner Trabanten Kissinger und Brzezinski. Hermann L. Gremliza fragte schon damals nach, ob wir die achtziger Jahre überleben können.
 
Es wird vom zweiten Kalten Krieg gesprochen. Der erste zwischen 1945 und 1951 mündete zwar in die Phase der Entspannung. Aber die Geschichte wiederholt sich nicht. Führt der zweite Kalte Krieg zum dritten Weltkrieg? Ulf Engberg vergleicht die Politik der USA von 1945-1951 und ihre derzeitige und verweist auf revolutionär Waffentechniken, die den USA nun eine »offensivere« Politik als in den Zeiten des ersten Kalten Krieges erlauben.
 
Spiel mit der Wahrheit von John Pilger, Lutz Liebelt
 
Mit verniedlichten eigenen Rakentenzahlen und erhöhten sowjetischen operierte die NATO im Dezember 1979, als sie der westeuropäischen Öffentlichkeit ihren sogenannten Nachrüstungsbeschluß schmackhaft machen wollte. Die Lüge von der Raketenlücke wurde in die Welt gesetzt. Dieter S. Lutz, stellvertretender Leiter des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg weist nach, daß es nie eine Lücke gab und warum sie erfunden wurde
 
Die Aufrüstung ist tot, es lebe die »Nachrüstung«. Der neue Begriff ist weder im Duden noch im Deutschen Wort, dem Nachschlagewerk für Eingedeutschtes, zu finden. Ulf Matthias Engberg ist den Erfindern und Benutzern auf der Spur. Erfindet: Ein Muster der Gleichschaltung
 
Keine andere Branche in der US-Industrie macht solche Bombengewinne wie die Rüstungsindustrie. General Dynamics beispielsweise erzielt einen durchschnittlichen Gewinn von 56 Prozent. Entscheidend ist nur, daß man einen Auftrag bekommt. Dafür muß geschmiert werden. Nicht einmal so toll: In drei Jahren gab General Dynamics grade mal eine halbe Million »Spenden« an Politiker weiter. Wieviel Schmiere der Auftrag, die Pershing zu bauen, kostete, ist noch nicht bekannt.
 
Schon einmal, vor 26 Jahren, kämpfte die Friedensbewegung in der Bundesrepublik gegen die atomare Aufrüstung. »Nicht Ruhe geben« wollte sie, »solange der Atomtod unser Volk bedroht.« Schon damals lehnte seine Bundestagsmehrheit der CDU/CSU die vom Ostblock vorgeschlagene atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa ab. Die Auseinandersetzungen der späten fünfziger Jahre schildert Bernt Engelmann
 
Helmut Schmidt in einem KONKRET-Interview über den Widerstand gegen die Atomrüstung: »Volksbefragung und Generalstreik halte ich für legitime Kampfmittel!«
 
Die Propaganda mag mal grobschlächtig wie bei den Nazis oder mal subtil wie in der FAZ sein: Gewirkt hat sei allemal. In unseren Köpfen ist ein Feindbild entstanden, das nicht korrigierbar scheint.
 
Radikalauer von Winfried Thomsen
 
Warum ich so einseitig bin von Dorothee Sölle
 
Von Stuttgart nach bei London von Horst Janssen
 
Ulf Matthias Engberg analysiert die Anstrengungen der USA, in Europa einen Krieg ohne Einsatz von Atomwaffen führen zu können
 
Harald Meinke verfolgte in Vietnam die Spuren des Mannes, der gern als gläubiger Christ, Verteidiger der Zivilisation gegen die Barbarei und Verfechter der Menschenrechte posiert. Sein Resumee: Der heutige NA TO-Oberkommandierende Rogers hat viel Erfahrungen im Umbringen
 
Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund! Wenn Du wie ich ein lebenssüchtiger und bequemer sowie globalschlägereiunlustiger Mensch bist wenn Du Dich, wie ich, wehruntauglich fühlst weil Du körperlich spürst, daß Dich schon eine ganz gewöhnliche Gewehrkugel auszuknipsen vermag, dann ziehe hiervon mindestens sieben (7) entweder foto- oder schreibmaschinenmechanisch oder schreibautomatische Copien und setze sie in Bundespost marrrsch.