in konkret Februar 1983

Vorwort von Manfred Bissinger
 
An Konkret
 
Bonner Verhältnisse von Hermann L. Gremliza
 
Nachrichten
 
Nachrichten
 
Die »Herren des Morgengrauens« kamen erst um halb zehn, aber dann war es beim BKA-Überfall auf die Redaktionsräume von KONKRET und die Wohnungen von zwei Redakteuren wie im »Tatort«: Observanten mit Mini-Funkgeräten in den Straßen, große Limousinen mit Auto-Telefon parken wo sie wollen, Namen an Klingelleisten und Briefkästen werden notiert und in den Häusern wird selbst Schmutzwäsche durchschnüffelt. Der Rechtsstaat des Helmut Kohl lüftet die Maske
 
Auf Antrag von Harald 9. Schäfer, dem Obmann der SPD im Innenausschuß des Bundestages, trat dieses Gremium am 19. Januar zu einer Sondersitzung über die KONKRET-Affäre zusammen. Für KONKRET dokumentiert er die Not der Union mit der Pressefreiheit
 
Um die Republik zu retten, duldeten die Gewerkschaften in der Wirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre den Abbau von Sozialleistungen und die Senkung von Lohntarifen, die von Industrie und von Reichskanzler Brüning erpreßt wurden. Heute nutzen Unternehmer und Bürgerblockregierung die Krise nach dem alten Muster. Und wieder macht die Gewerkschaft mit. Wie die IG Metall in die Knie ging, beschreibt KONKRET um Beispiel Arbed Saarstahl
 
Boliviens Hochebene und der ehemalige Gestapo-Chef, alias Barbie. Eine junge Demokratie und eine mörderische Geheimarmee. Milliarden-Profite mit Kokain und tödlicher Hunger. Eine blutige Spur führt von Lyon über Bologna nach La Paz und verliert sich nicht
 
Bis 1978 war Walentin Falin der Sowjetunion in Bonn, danach wurde er stellvertretender Leiter der Abteilung internationale Information beim ZK der KPdSU. In dieser Funktion beantwortete Falin die KONKRET-Fragen zur Atomrüstung, zur Politik der Reagan-Regierung, zu den Gefahren für Europa, zur Regierung Kohl, zu Polen und zu Afghanistan. Drei Wochen nach dem Gespräch wurde Falin Sonderkorrespondent der Regierungszeitung »Iswestija«
 
Von Djermen Gwischiani*
 
Von Radomir Bogdanow *
 
Vietnam kann mit den verheerenden Giftschäden aus dem Krieg nicht fertigwerden. Deshalb trafen sich dort Mitte Januar Wissenschaftler aus aller Welt, um über Hilfe für die Opfer zu beraten
 
Ein Parteiführer namens Adolf Hitler habe vor fünfzig Jahren die Macht ergriffen und eine Diktatur errichtet, die am 6. Mai 1945 endete. Das ist das Fazit vieler Darstellungen, die pünktlich zum 50. Jahrestag der Machtergreifung in der bundesdeutschen Presse erscheinen. Doch die Geschichte ist anders. Für die Deutsche Industrie war das 111. Reich kein Zwangsstaat, sondern eine große Epoche unternehmerischer Privatinitiative. Sie bezahlte Adolf Hitler und kassierte Milliarden von seinen Rüstungsaufträgen. Investitionshindernisse ließ er durch die SA beseitigen, und die Lohnkosten waren gering: Tausende von Zwangsarbeitern mußten unter elenden Bedingungen die Gewinne der Unternehmer steigern. Während die Unternehmer und Manager der Nazi-Konzerne auch heute noch das große Geld verdienen, speisten sie ihre ehemaligen Zwangsarbeiter mit einem Trinkgeld ab. Doch der zweite Weltkrieg hat mehr gekostet, als die Wirtschafts-Führer bereit waren auszugeben. Die Differenz mußte auf die Bevölkerung umgelegt werden. Das besorgte ein geheimnisvoller Mister X, von dem jeder weiß, wer er ist, den aber so bis heute keiner kennt
 
Horst Tomayer telefonierte als Staatssekretär vom Staatssekreteriat für Körperkultur und Sport beim Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik, Mielecker, mit dem Präsidenten des FC Bayern München Willi O. Hoffmann
 
Ein Angeklagter, der unversehens in die Rolle des Volkstribuns geriet, die so gar nicht zu ihm paßt; ein Ankläger, der mit überzogenem Strafantrag mehr Lust auf Rache demonstriert als demokratisches Rechtsempfinden; ein Richter, der schon etliche umstrittene Urteile gefällt hat: Am 19. Januar wurde Alexander Schubart wegen Widerstands gegen die Startbahn West zu zwei Jahren Haft mit Bewährung verurteilt. An diesem Richterspruch haben jetzt alle zu knacken - Landesregierung, Justiz und Startbahngegner
 
»Napoleon« erobert Berlin. Der Stummfilm des französischen Regisseurs Abel Gance kehrt - so die Werbung - »in all seiner Monumentalität auf die Leinwand zurück«. Und in all seiner ideologischen Fragwürdigkeit
 
Berlin – Stadt der Doppeldeckerbusse und der Demonstranten, Stadt der Alkoholiker und der Außenseiter, Stadt der Rosinenbomber und der Rentner. Für einsfünfzig fahren Besucher auf das Europa-Center und schauen auf eine Stadt, die sie für kaputt halten. Was ist dran an Berlin?
 
Brief an konkret
 
Immer noch ist es ein Übel, daß wohlschmeckende Speisen eine allzulange Zubereitungszeit brauchen. Auch knackiges Gemüse, fangfrischer Fisch und rückstandsfreie Getränke sind immer schwieriger zu bekommen. Unser Eßkritiker Wolfram Moser beschreibt Alternativen. Er setzt mit diesem Beitrag die exklusiven Menüvorschläge des bekanntesten deutschen Eßkritikers Wolfram Siebeck fort
 
Im März wird der Verleger Heinrich Maria Ledig-Rowohlt 73 Jahre alt. Auch der Rowohlt-Verlag hat dieses Jahr 75. Jubiläum. Inge Feltrinelli und KONKRET-Redakteur Hartmut Schulze haben sich mit dem »letzten Dinosaurier« der deutschen Verlagsszene - wie er von Freunden und Konkurrenten genannt wird - unterhalten
 
Am 21. Januar wurde in München »Bruder Eichmann« uraufgeführt, das letzte Stück des Schriftstellers Heinar Kipphardt, der im November gestorben ist. Das Schauspiel über den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann ist als Buch bei Rowohlt erschienen
 
Kann uns ein Bürgerkrieg in Brasilien der Jahrhundertwende heute noch interessieren?
 
Die Neuerscheinungen auf dem Filmbücher-Markt sind kaum noch zu überblicken. Aber zwei Nachschlagewerke können – bei allen Mängeln – jedem Kino-Gänger empfohlen werden