in Literatur konkret 1979

Editorial
 
BEIM LESEN NEUER GEDICHTE von Volker von Törne
 
HANS MAGNUS ENZENSBERGER ZUM FÜNFZIGSTEN
 
Von der Verantwortungslosigkeit der Leser und Autoren gegenüber den Literaturkritikern
 
Es ist gerade zehn Jahre her, daß sie in Mannschaftsstärke die Literatur totgesagt haben. LITERATUR KONKRET befragte die bekanntesten Leichenbestatter von damals. Die meisten schwiegen beredt. Nur zwei antworteten
 
Es ist gerade zehn Jahre her, daß sie in Mannschaftsstärke die Literatur totgesagt haben. LITERATUR KONKRET befragte die bekanntesten Leichenbestatter von damals. Die meisten schwiegen beredt. Nur zwei antworteten
 
Die Rede des vom Zuschauen erregten Gallistl vom Fernsehapparat herunter, daß es keine Wirklichkeit geben dürfe von Martin Walser
 
Piwitt meint im »Spiegel«, Zweitausendeins sei »infiziert von dem, was man ruhigen Gewissens 'amerikanischen Kulturimperialismus' nennen kann«. Aber was ist mit dem Dorfjungen auf dem Moped, der sich da nicht nur die »Dire Straits«, sondern auch das beste Lehrbuch über den Faschismus kauft
 
UNSER DICHTER von Volker von Törne
 
Ist es die Angst vorm Abgesang auf den Mann, die Bukowski bei uns so beliebt gemacht hat? Der US-amerikanische Freak in den Augen einer Feministin
 
Ein LITERATUR KONKRET-Interview mit Hermann Kant, dem Präsidenten des Schriftstellerverbandes der DDR / Von Hermann L. Gremliza
 
Wie es der mächtige DGB schaffte, seinen einzigen Buchverlag erst zu kastrieren und dann abzuschieben
 
Vom aufhaltsamen Abstieg eines sozialistischen Dramatikers
 
Eine Biografie gibt oft ein erstaunlich gutes Bild von dem Biografen: Hier Gerhard Zwerenz (Tucholsky) und Barthold C. Witte (Niebuhr)
 
Ein Geschichts-Taschenbuch will zeigen daß alle auf Hitler »hereingefallen« sind
 
Einst bei Hitler, jetzt bei Springer: Albert Speer stattet aus. Bemerkungen zur jüngsten Neu-Inszenierung
 
Leseproben aus dem Wagenbach-Taschenbuch 51
 
Ein apulischer Bauernsohn, Kommunist, wird ins »stählerne Labyrinth der Fabrik« gesteckt. Er sinnt auf Ausbruch
 
1950 starb in London der Wiener Dichter Albert Ehrenstein - »eine Alarmsirene, die von den Rüstungsexperten geschlachtet wurde«
 
Apo 1970 in Berlin: Mama und ihre drei Söhne drehen arbeitsteilig Dinger. Das ist die Rahmenhandlung von Peter Paul Zahls neuem Roman, in dem er mit seinen Zensoren Katz und Maus spielt
 
Hoffen auf Rühmkorf von Michael Zeller
 
BLEIB ERSCHÜTTERBAR UND WIDERSTEH von Peter Rühmkorf
 
Als Kolumnist hat Peter Bichsel der Versuchung widerstanden, Mitgliedsbücher zu verteilen
 
Der Österreicher Michael Scharang hat einen spannenden Kriminalroman geschrieben. Aber er hat nicht nur das gewollt
 
Während Reinhold Messner auf den K 2 stieg, war Ernst Alexander Rauter als westdeutscher Gast-Arbeiter in Sibirien
 
Die Erinnerungen eines ehemaligen linken Geheimbündlers als Distanzierungs- und Trauerarbeit
 
Nicolas Born hat einen Kriegsroman geschrieben. Darin steht der Satz: »Der Sinn sollte zurückkehren, notfalls auch als schreiende Sinnlosigkeit«
 
Schöner reisen
 
Der Liedermacher F. J. Degenhardt macht es als Romancier seinen Lesern nicht leicht. Hat er sich es diesmal selbst zu leicht gemacht?
 
Max von der Grün hat einen neuen Roman geschrieben. In einem typischen Milieu, mit einem typischen Helden
 
Politische Lieder von Thomas Rothschild
 
sagt Paul Elflein in seinen authentitischen Erinnerungen. Deswegen wird sein plastisches »Geschichtsbuch« wohl leider keins der vielen faden Schulbücher ablösen
 
Endlich hat man die Chance, zu erfahren, wer der Schriftsteller war, den Tucholsky einen »Großen« genannt hat: Walter Mehring
 
Auch was hinauffällt, geht häufig kaputt -ein Aphorismus, den Gabriel Laub zufällig noch nicht gedichtet hat. Oder doch?
 
Wieder einmal ist es nicht einer der großen Buchverlage, der einen blinden Fleck des literarischen BRD-Sortiments sichtbar macht
 
Die »Washington Post« sorgte sich um die »entsetzten Leser«, als der ehemalige CIA-Agent Philip Agee auspackte
 
In Weimars letzten Jahren zog die SA auf, wenn Emil Julius Gumbel sprach. Die Nazis haben ihn ausgebürgert, ihre Testamentsverwalter haben ihn vergessen gemacht
 
Drei Jahrzehnte nach seiner Erstveröffentlichung in den USA wird ein früher Theoretiker der Ökologie endlich aktuell
 
1929 war es eine Sensation, 1979 ist es immer noch aktuell: Malinowskis »Geschlechtsleben der Wilden in Nordwest-Melanesien«
 
Die Abteilung für Sexualwissenschaft des Klinikums der Frankfurter Universität präsentiert ihren jüngsten Forschungsstand
 
Zu Lorenz' Graugänsen und Skinners Ratten packt Dieter E. Zimmer noch Wilsons Ameisen. Raus kommt ein stock-reaktionärer Evolutionismus, der uns erneut weismachen will, daß »wir die sind, die wir waren«
 
Literatur zum 30. Geburtstag der Bundesrepublik
 
Günter Herburger hat seiner Tochter Anna Katrine einen Gedichtband gewidmet - Liebeserklärungen an »die Möglichkeiten unserer Geschichte«
 
Die Frauenbewegung meldet: Erfolge allerorten. Und die Mannsbilder? Die haben nichts mehr zu melden. Die Anmache der Frauen hat offenbar nur eins bewirkt: Eine neue männliche Innerlichkeit, die zur »Krise des Mannes« allgemein degeneriert. Der starke Mann ist tot, der »neue« lebt noch nicht
 
In der Szene sind sie »in«: Anja Meulenbelt und die Geschichte ihres Sexuallebens, die ständige Suche nach dem verlorenen Unglück
 
Vier professionelle Leser empfehlen die ihnen wichtigsten Bücher des Jahres:
 
Vier professionelle Leser empfehlen die ihnen wichtigsten Bücher des Jahres:Leonardo Sciascia: »Die Affäre Moro«. Verlag AutorenEdition im Athenäum Verlag, 1979 160 Seiten, 14,80 Mark
 
Vier professionelle Leser empfehlen die ihnen wichtigsten Bücher des Jahres:
 
Vier professionelle Leser empfehlen die ihnen wichtigsten Bücher des Jahres:
 
Vier professionelle Leser empfehlen die ihnen wichtigsten Bücher des Jahres:
 
Schartel, Mitherausgeber der im Konkret Literatur Verlag erscheinenden Reihe »Bibliothek der verbrannten Bücher«, stellt die letzt erscheinenden Bände vor
 
Nur für und mit Kindern lassen sich Kaninchen aus dem Hut zaubern. Die Erwachsenen nennen es Betrug
 
Christiane von der Groeben und Ilse Michaelis beide Mitglieder des »Roter Elephant Arbeitskreis Kinder - Bücher - Medien e.V.«, (s. a. Literatur KONKRET 3/1978) stellen eine Auswahl der Herbstproduktion von Kinder- und Jugendbüchern vor.
 
Ein Lichtblick von Thomas Rothschild
 
Gespräch der Autoren Hans Christoph Buch und Peter Schneider über Kritiker und Kritik: »Auf die Phase des Existenzialismus folgte ein unverdauter Marxismus, die stereotype Frage nach der 'gesellschaftlichen Relevanz', und letzt sind wir wieder bei der 'existenziellen Betroffenheit' angelangt. Was im Rahmen philosophischer Systeme einen Sinn hatte, wird in den Feuilletons zur nichtssagenden Phrase plattgewalzt«