in konkret Oktober 1979

intern
 
Briefe
 
magazin
 
Radikalauer von Winfried Thomsen
 
Adolf von Thadden, NPD-Vorsitzender von 1967 bis 1971, sagte KONKRET, was er an Strauß schätzt, wie er sich den Wahlkampf der SPD vorstellt und warum es ihm leid tut, nicht mehr dabei zu seinKONKRET-INTERVIEW I
 
KONKRET befragte Bremens Finanzsenator und langjährigen SPD-Vorsitzenden Henning Scherf zur Kanzlerkandidatur von Franz Josef StraußKONKRET-Interview II
 
Wie die Münchner Staatsanwaltschaft, eine Strafanzeige gegen Strauß-Freunde bearbeitet, die einen Krieg fordern
 
Der katholische Theologe Professor Horst Herrmann schreibt, was er über Kollegen denkt, die Abtreibung mit Auschwitz vergleichen
 
Zum vierzigsten Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen wollte die Jugendabteilung beim DGB eine Antikriegs-Broschüre veröffentlichen. Zehn Gewerkschafter hatten dazu Artikel geliefert. Dann verweigerte der geschäftsführende Bundesvorstand des DGB die Druckgenehmigung. Der Beitrag von Werner Haak, zuständig für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik beim Hauptvorstand der Gewerkschaft Holz und Kunststoff, erscheint nun exklusiv in KONKRET. Leider.
 
HAMBURGER GIFTGAS-SKANDALLETZTE MELDUNG VOM 16. JULI 70
 
Journal (Teil I)DAS FOLGENDE Reisejournal, das an Hand von Notizen während einer dreiwöchigen Reise durch die DDR, vornehmlich durch das sächsische Erzgebirge entstanden ist, beansprucht nicht, ein objektives oder gar repräsentatives Bild der heutigen DDR-Gesellschaft zu malen. Wie wir seit Kant wissen, kann es auf dem Wege der bloßen Anschauung eine absolute Erkenntnis nicht geben, weil das menschliche Erkenntnisvermögen sehr davon abhängt, welche Brille der jeweilige Betrachter benutzt. Trägt er beispielsweise eine Brille mit dunklen, bräunlich getönten Gläsern, wird ihm selbst eine garantiert weiße Weste noch als Braunhemd erscheinen; trägt er dagegen eine Brille mit rötlich getönten Gläsern, wird er selbst eine schwarze Abgas-Wolke am Horizont noch für die Morgenröte halten. Um allzu entstellende Colaroid-Effekte zu vermeiden, habe ich daher meine so oder so getönte »ideologische« Brille zu Hause gelassen und, was die Erfahrung dieses mir fremden Landes angeht, mich vornehmlich auf meine Augen (und Ohren) verlassen, die freilich auch nicht unfehlbar sind. Es ist nicht meine Schuld, wenn das so entstandene Mosaik weder in das gebräunte bzw. geschwärzte Schreck-Bild von »der Zone« paßt, wie es noch immer in den Köpfen der meisten Bundes-Bürger herumspukt, noch in das rosarot geschönte Märchen-Bild vom »realen Sozialismus«, wie es manchen Linken hierzulande lieb und teuer geworden ist.
 
Erfolgreich nimmt das Fernsehen heute schon den Konkurrenzkampf gegen private Sendeanstalten auf
 
Woody Allens »Manhattan« ist eigentlich gar kein Film
 
Der exil-chilenische Schriftsteller Antonio Skármeta (»Es herrscht Ruhe im Land«) über die Karikaturen von Rainer Hachfeld
 
Die Roten in der Kirche und der Bischof im Zirkus: alternative Kultur beim Festival von Montepulciano, das von Hans Werner Henze initiiert wurde
 
Peter Stein und Peter Zadek, Gigant und Titan auf dem Schnürboden der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Jetzt wurden ihnen zwei Monographien gewidmet
 
magazin: kulturAuf jeden Fernsehapparat in der Bundesrepublik kommt eine Fernsehzeitschrift. Gesamtauflage: rund 20 Millionen. Trotzdem sitzen seit kurzem fünf Wahnsinnige (so ihre Selbsteinschätzung) in einer Altbauetage der Hamburger Rothenbaumchaussee (der NDR residiert ein paar hundert Meter weiter) und versuchen »alles«. So heißt ihre neue Programmzeitschrift für Leser, nicht Glotzer, und angesichts des inhaltlichen Nichts bei der übermächtigen Konkurrenz klingt ihr Name nur noch wenig vermessen.Herausgeber des Blattes ist Karl W. Pawek, ehemaliger KONKRET-Autor ,(»Literatur konkret«). Zu den Überlebenschancen der Zeitschrift meint er: »Ich bezweifle sie nicht, ich kann sie aber genauso wenig garantieren.« Darum startet er auch zunächst monatlich, in spätestens einem halben Jahr soll auf vierzehntägiges Erscheinen umgestellt werden (Pawek: »Wenn es uns dann noch gibt. Aber das liegt an den Abonnenten und den Käufern«). Und darum wird auch vorerst hauptsächlich mit freien Autoren gearbeitet.Im ersten Heft beschreibt zum Beispiel Gerd Fuchs den Typ des deutschen Krimi-Kommissars; Heinrich Albertz, der im Oktober das »Wort zum Sonntag« spricht, berichtet über die Arbeit von Kirchenfunkredaktionen und denkt darüber nach, ob dieses »Wort zum Sonntag« überhaupt noch sinnvoll ist; Norbert Klugmann hat sich einen vollen sechsstündigen ZDF-Fernsehabend angetan und beschreibt dessen Wirkung auf sich selbst. Allgemein soll das Prinzip von »alles« sein, die ausführlichen und sachlichen Programm-Daten für den jeweiligen Monat mit Hintergrundmaterial zu ergänzen, das beim Leser zu wichtigen Sendungen ein Vorwissen produziert und so eine Glotz-Passivität etwas mildern kann. Außerdem gibt es auf den 116 Seiten für fünf Mark (damit ist »alles« billiger als ein Monat »HörZu«) Berichte aus den verschiedensten Medienbereichen, viel Kino, viel Video.Hier ein paar Fragen an »alles«-Macher Pawek:
 
magazin: kultur
 
Nach Jürgen Fuchs und Wolf Biermann hier noch eine Antwort auf Günter Herburgers Beitrag zur DDR-Kulturpolitik: von Joachim Seyppel, dem Schriftsteller, der 1973 von West- nach Ostberlin ging und der die DDR vor wenigen Wochen wieder verlassen hat.
 
Daß ein Sittlichkeitsverbrecher nicht frei herumlaufen darf, ist klar. Das meint auch Franz Josef Strauß. Nur, der meint damit die Sowjetunion, damit klar wird, wen man eigentlich mal wieder einfangen müßte. Auf den Marsch nach Moskau gibt uns Klaus Staeck eine Reiselektüre mit: »Einschlägige Worte des Kandidaten Strauß«. Die Zitatensammlung mit einem Vorwort von Dieter Hildebrandt erscheint demnächst im Steidl-Verlag
 
In den USA hat die Zeitschrift »High Times« *) vier Millionen Leser (etwa so viel wie bei uns der »Spiegel«) und zeigt, wohin die Graswurzelrevolution führen kann: zumindest zu einem einträglichen Anzeigengeschäft
 
Die Gedanken eines Lesers beim Studium des Zentralorgans einer DGB-Gewerkschaft