in konkret Dezember 1977

Aufruf Demokratie statt Terrorismus
 
Briefe
 
intern
 
Der Terror mit der Trauer über ein Opfer des Terrors
 
Die Bundesrepublik hat ihren ersten Staatsstreich erlebt: Minister weigerten sich, richterliche Entscheidungen - ja sogar die eines Bundesrichters - zu respektieren. Stefan Aust hat den Verfassungsbruch aufgezeichnet
 
Der Hannoveraner Psychologe Peter Brückner hat, zusammen mit mehreren Kollegen, den »Buback-Nachruf« des Göttinger Mescalero verbreitet. Als einziger der Herausgeber weigerte er sich jedoch, sich nachträglich von diesem Schritt zu distanzieren. Jetzt läuft das Verfahren für seine Suspendierung
 
Hier stehe ich, ich kann auch anders -dieses Bekenntnis hat der niedersächsische Kultusminister Eduard Pestet elf Bekennern (deutsch für: Professoren) abgezwungen, die eine Dokumentation über den Buback-Nachruf des Göttinger »Mescalero« veröffentlich hatten. Sie unterschrieben, was Pestet ihnen formuliert hatte: »Ich bin mir bewußt, daß ich als Beamter eine besondere Treuepflicht gegenüber dem Staat habe. Diese fordert mehr als eine formal korrekte, im übrigen uninteressierte, kühle, innerlich distanzierte Haltung gegenüber Staat und Verfassung ...« Diese Treue-Erklärung, die einen Hauch von Schlafzimmer-Intimität in den öffentlichen Dienst bringt, animierte den Liedermacher Walter Moßmann * zu einem knappen Prosatext mit gereimtem Ende.
 
Professor Johan Galtung, Friedens- und Konfliktforscher aus Norwegen, gab dem schwedischen Fernsehen Auskunft über seine Sicht des Terrorismus. KONKRET dokumentiert seine wichtigsten Antworten
 
Die Leichen der Stammheimer Gefangenen Baader, Raspe und Ensslin waren kaum aufgefunden, geschweige denn untersucht, da stand für alle Politiker und Medien fest: es war Selbstmord. Wer Vorbehalte machte, wer die Untersuchung und die Beantwortung wichtiger Fragen abwarten wollte, bevor er von Selbstmord sprechen wollte, war schon Staatsfeind, Sympathisant, halber Terrorist. Andererseits: Wer glaubt schon gern den Angaben von Politikern, deren südafrikanische Freunde auch von Selbstmord sprechen, wenn sie - wie im Fall Biko - einen Gegner im Gefängnis totprügeln lassen? Aus vielen Gründen hält die KONKRET-Redaktion Mord an Baader, Raspe und Ensslin für nicht wahrscheinlich. Aber von Selbstmord wird in KONKRET erst gesprochen werden, wenn alle Fragen, die die Anwälte der Toten (und der schwerverletzten Irmgard Möller) stellen, lückenlos beantwortet sind. KONKRET hat die Anwälte Hans-Heinz Heldmann (Baader) und Jutta Bahr Jendges (Möller) gebeten, ihre Fragen zu formulieren.
 
SELBSTMORDLEGENDE von Erich Fried
 
Es gibt wieder Schikanen an der »Zonengrenze« Henryk M. Broder hat sie über sich ergehen lassen
 
Gegendarstellungen
 
Klaus Traube beschreibt den schier endlosen Kampf des Hans Roth um seine Würde
 
Martin Buchholz führt ertolt Brecht auf einen Parteitag, der zutiefst von sich überzeugt ist
 
Magazin
 
Radikalauer von Winfried Thomsen
 
Wie ein Text des 1968 verstorbenen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer unter den Gewaltparagraphen fällt
 
Gute Laune im Büro - aus der Steckdose. In München laufen Menschen-Versuche
 
Inzwischen reicht schon eine »Erkenntnis«, die erklärtermaßen keine ist, für ein Berufsverbot
 
Dieter Brumm, stellvertretender Bundesvorsitzender der Journalisten-Union in der IG Druck und Papier, beschreibt, wie seine Gewerkschaft in die Ecke der Verfassungsfeinde gestellt wird
 
Deutscher Brief an einen sowjetischen Kollegen
 
Ich habe gelesen - KONKRET Buchkolumne
 
»Ich fordere die ganze Bevölkerung auf, sich von der Terrortätigkeit zu distanzieren... «
 
Zwei Platten, die den Weihnachtsfrieden stören aus sehr unterschiedlichen GründenKONKRET-Plattenkolumne
 
Nicolas Pataky, der seit 1956 in der Bundesrepublik lebt, fuhr zu einem Abiturienten- Treffen in seine Heimatstadt Budapest