in konkret April 1977

Briefe
 
konkret intern
 
Zur Frauenfrage schreiben in diesem Heft drei Männer und eine Frau. Zeichen der Frauenfeindlichkeit von KONKRET? Man weiß doch von links (Alice Schwarzer: »Ich habe in den letzten Jahren kaum Gescheites von Männern zur Frauenfrage gelesen«) bis rechts (CSU-Minister Pirkl gehts darum, »frauenspezifische Betrachtungsweisen in die vermännlichte Politik zu bringen«), daß es männliche und weibliche Politik gibt. KONKRET geht davon aus, daß es nur richtige oder falsche Politik gibt. Über Arbeitslosigkeit können nicht nur Arbeitslose schreiben, über Krankenhäuser nicht nur Ärzte und Patienten. Der Betroffene bleibt oft in subjektiven Wahrheiten stecken, die häufig objektive Lügen sind. Deshalb wurde auch die weibliche Betroffenheit, die so wichtige Grundlage der Selbstorganisation unter Männern leidender Frauen, nicht zum Maßstab der Autorenschaft gemacht. KONKRET will die Erwartungen linker Frauen nicht enttäuschen: Wir werden auch künftig die »Courage« haben, diese Zeitschrift nicht zur »Emma« machen zu lassen
 
Die Neofeministinnen vom Westberliner Frauen-Selbstverlag halten August Bebel für den »Märchenonkel der Frauenfrage«. KONKRET findet, daß seine fast hundert Jahre alten Antworten auf aktuelle Fragen immer noch richtig sind.
 
Wenn das Geschäft mit der Frauen-Emanzipation anfängt, sich negativ aufs Geschäft auszuwirken, holt man sich am besten eine Frau, die die Dinge ins rechte Licht rückt. Lottemi Doormann unterwarf sich dem Mannbarkeits-Ritus einer »Brigitte«-Pressekonferenz mit Helge Pross
 
Feminismus ist die Theorie - Lesbianismus ist die Praxis, behaupten homosexuelle Feministinnen und wollen den Frauen eine neue sexuelle Abhängigkeit aufzwingen.
 
Wenn »drüben« ein Chef aufmuckt, hauen ihm die Frauen sofort drei Gesetzbücher um die Ohren. Absolute Gleichberechtigung im Betrieb. Doch abends steht die sozialistische Frau immer noch am Herd. Auch deshalb heißt der Generalsekretär Erich und nicht Erika. KONKRET-Reporter Uwe Herzog war zum Internationalen Frauentag in dem Land, in dem die Anti-Baby-Pille »Wunschkindpille« heißt
 
Der Zukunftsforscher Robert Jungk (»Heller als tausend Sonnen«) warnt vor dem totalen Atom- und Überwachungsstaat
 
Konkret-Interview mit Hans-Helmuth Wüstenhagen, dem Vorsitzenden des Bundesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz
 
Aktion Verfassungs-Müll von Alexander von Hoffmann
 
Zur Problematik der Geheimdienstüberwachung in der Bundesrepublik
 
Die ersten neunzehn Artikel des Grundgesetzes garantieren nach dem Willen der Verfassungsväter unveräußerliche Grundrechte - mit dem Ergebnis, daß sie nach hunderten von Verfassungsänderungen heute als Makulatur dastehen. Walter Boehlich macht einen durchaus nicht satirischen Vorschlag für die realitätsgerechte Fassung der Verfassung.
 
In Moskau traf der französische Journalist Philippe Garnier-Raymond den Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chiles. Harte Fragen ergaben harte, aufschlußreiche, neue Antworten - ein Interview, das frei ist von Kommuniqué-Journalismus
 
Magazin
 
Radikalauer von Winfried Thomsen
 
KONKRET-Autor Klaus-Peter Wolf über Arbeitertheater
 
Was kostet der Mensch in Dollar und Cent? Darüber diskutiert man neuerdings in den USA.
 
So stark ist die Bewegung
 
Vom Tellerwäscher zum Millionär - das soll in den USA gehen. Was nicht geht: vom Stahlarbeiter zum Gewerkschaftsführer. KONKRET-Autor Hans Kirchmann beschreibt den Kampf des Gewerkschafters Eddie Sadlowski aus Chikago
 
In Köln stehen Roland Otto und Karl-Heinz Roth immer noch vor Gericht. Vorwurf: Polizistenmord. KONKRET trägt nach, was Presse, Funk und Fernsehen zu dem Fall verschwiegen haben
 
Nach dem Vorbild der faschistischen »Wehrsportgruppe Hoffmann« hat sich in Mainz eine ganze Familie bewaffnet - Schlüsselfiguren auf der Szene der NS-Kampfgruppen
 
Zyniker meinen, die pharmazeutische Industrie sollte sich ihre Methode, Geld zu scheffeln, patentieren lassen. Schlimm nur: sie tut's.
 
15 Jahre Kultur- und Fernsehpolitik mit dem Holzamer
 
99 Sprüche zur Erbauung des Bewußtseins
 
Nach fast 25 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne: »Johann Faustus« von Hanns Eisler. Von der DDR-Kulturkritik zunächst verfemt, finden sich jetzt lobende Worte über die Inszenierung der Westberliner »Theatermanufaktur« im »Neuen Deutschland«. Sehr zu recht
 
Die Tagesschau oder: Wie eine Meinung in einem Volk entsteht (2) von Swantje Storm
 
Demnächst wird KONKRET einen Führer durch das Labyrinth linker Strömungen, Gruppen und Zirkel veröffentlichen. Einen Vorgeschmack gibt Rudi Dutschke, der vier linke Publikationen vorstellt
 
Video - ich sehe. Und das kann eine ganze Menge sein, jedenfalls mehr als sich die Hersteller von Video-Geräten wohl wünschen
 
Reinhard Lettau, Deutsch-Amerikaner, lebt in Californien. Bei seinem letzten Besuch in der Bundesrepublik entdeckte er, daß dieses Volk nahezu alles, was an ihm schön, liebenswürdig und zart war, verraten hat