in konkret November 1976

Briefe
 
konkret intern
 
Richter antwortet Borneman
 
Und was machen. wir jetzt, Genossen. von Hermann L. Gremliza
 
Warum Mario Soares auch unter einem Präsidenten Spinola Regierungschef bleiben würde. Ein Interview als ideologischer Suizid
 
Unfreiheit - kein Sozialismus von Heinrich Böll
 
Baron von Münchhausen könnte als Muster an Faktentreue und Wahrheitsliebe gelten, jedenfalls im Vergleich zu den Managern der Rüstungsindustrie und ihren politischen Geschäftsführern. Mit Zahlenspielen, statistischen Tricks und Dunkelziffern versetzen sie alljährlich kurz vor den Debatten um die Militäretats die Bevölkerung in Angst. KONKRET-Autor Frank Rühmann entlarvt den exemplarischen Schwindel
 
Am 2. November können (konnten) 150 Millionen Amerikaner zwischen Carter (Coca Cola, Lockheed; nein, nicht in erster Line Erdnüsse) und Ford (Ford) wählen. Der Champion, wer es auch sei, wird die US-Gesellschaft weiter formieren. Treibt sie in einen neuen Faschismus?Essay
 
Auf Einladung der KP-Jugend war Rudi Dutschke in Rom - zum Diskutieren und Feiern. Die italienischen Genossen waren vor dem „Revisionisten" gewarnt worden
 
Heute lehrt Westdeutschland seine Nachbarn schon wieder das Fürchten, als wirtschaftlicher und militärischer Machtprotz nach außen, als autoritärer Büttelstaat nach innen. Doch fast alle Politiker, die 1945 noch ganz anderes wollten, haben sich angepaßt und sind in den Apparaten verschwunden. Einige aber haben durchgehalten, haben sich ihre antifaschistischen Erfahrungen bewahrt und geben sie weiter. Männer wie der Theologe Helmut Gollwitzer, der Pastor und frühere Westberliner Bürgermeister Heinrich Albertz, die Schriftsteller Alfred Andersch und Axel Eggebrecht messen beharrlich das damals Gewollte mit dem heute Gemachten. Sie tun es oft im Zorn, der - wie Axel Eggebrecht sagt - „aus der Enttäuschung kommt".Inder KONKRET-Serie „Die zornigen alten Männer" werden Helmut Gollwitzer, Heinrich Albertz, Alfred Andersch und Axel Eggebrecht von Hermann Vinke befragt. Die Antworten geben eine Bestandsaufnahme Bundesrepublik 76, die mit den Parolen der hinter uns liegenden Wahl nichts zu tun hat.
 
Am 14. September durchsuchten Kriminalbeamte den Buchladen des „Sozialistischen Büros" in Offenbach und beschlagnahmten, wie auch andernorts, dieses Plakat:
 
Radikalauer von Winfried Thomsen
 
Magazin
 
Hartmut Schulze beschreibt, was ein mieser Denunziant so alles in Gang setzen kann, wenn es dem Generalbundesanwalt gefällt.
 
Berufsverbot
 
Robert Chenoweth war fünf Jahre in Vietnam. 12 Monate als Angehöriger der US-Air-Force und vier Jahre als Kriegsgefangener. Nach seiner Rückkehr in die USA schloß er sich der Anti-Kriegsbewegung an und arbeitet heute im „Indochina Recource Center Washington". Gegenüber dem „Initiativkomitee für deutsch-vietnamesische Kulturbeziehungen" nahm er jetzt zu der auch bei uns immer noch anhaltenden Verleumdungskampagne gegen die Befreiungsbewegungen in Indochina Stellung:
 
Chile nach dem Putsch
 
Wie ein chilenischer Wissenschaftler in einem deutschen Bundesland behandelt wird
 
So zerstritten wie die Linke insgesamt sind ihre Autoren. Hermann Peter Piwitt macht einen Vorschlag im Zorn zur Güte
 
Wolfgang Harich über Herbert GruhlUm „Aufschub bis nach den Wahlen" bat Wolfgang Harich, als wir ihn aufforderten, uns einen Beitrag über Herbert Gruhls „Ein Planet wird geplündert"*) zu schreiben. „Dem Gruhl möchte ich während des Wahlkampfes nicht schaden, weder bei den Konservativen mit meinem Lob noch bei den Linken mit meinen Vorbehalten." - Nachdem der Umweltschutz-Experte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Bestseller-Autor am 3. Oktober über die Landesliste Niedersachsen wiedergewählt worden ist, glaubt sein Rezensent aus der DDR, solcher Rücksicht enthoben zu sein.
 
Über Wolf Biermanns Spanienplatte „Es gibt ein Leben vor dem Tod" (CBS, 22 Mark)
 
In Frankfurt inszenierte Hans Neuenfels ein Stück des Euripides. Es geriet ihm etwas anders als auf Abschlußfeiern humanistischer Gymnasien üblich, deren Besucher dementsprechend heftig wurden: „Ein Skandalon!"
 
Als rororo-thriller soeben erschienen: „Der Polizistenmörder" von Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Garantiert nicht Goethe- oder Friedenspreis-verdächtig. Denn die Lektüre macht Spaß, überfordert keinen und vermittelt spielend Einsichten, die der landläufige Gemeinschaftskunde-Unterricht verbaut.
 
Erich Frister, der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, spricht vom „Schicksal Hauptschule". Warum und wie man's abwenden kann, erklärt Reinhard Kahl
 
Hartmut Schulzes optimistischer Beitrag „Die Erde wird rot" (10/76) löste die erwartete Diskussion aus. Gretchen Klotz-Dutschke widerspricht in einem zentralen Punkt: „Sozialismus ist zuerst einmal keine Kapitalfrage!"
 
Rote Nelken sieht man besser. Doch Sozialismus kommt nirgends über Nacht. Bis die Knechte fremder Herren ihre eigenen Herren, Herren ihrer selbst werden - das ist ein langer, schwieriger und häufig gefährlicher Weg. Auch die Kooperativen im Alentejo, wo befreite Landarbeiter die verrotteten Güter wieder urbar machen, sind nicht nur von außen bedroht. Die alten Gewohnheiten ihrer neuen Besitzer bringen neue und alte Gefahren