in konkret Mai 1976

briefe
 
konkret intern
 
Kohl wird Kanzler von Hermann L. Gremliza
 
konkret extrakt
 
Nachdem Rüdiger Offergeld, Sozialdemokrat und Mitglied des Hauptvorstands der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), schon vor zwei Jahren von der bayerischen Kultusbürokratie mit Berufsverbot belegt wurde, hat Kardinal Döpfner dem Religionslehrer jetzt auch die katholische Lehrbefugnis entzogen. Der GEW-Vorsitzende Frister schrieb dem Erzbischof von München und Freising, er, Döpfner, verbreitete „eher einen Hauch von Intrige als eine Atmosphäre christlichen Handelns".Norbert Greinacher, Professor für Katholische Theologie in Tübingen, kommentiert den Fall:
 
In Frankreich wird bei Waffengeschäften unter staatlicher Kontrolle geschmiert. Michel R. Lang beschreibt wie.
 
Konkret SpezialFlughafen Düsseldorf, 25. März 1976, 12 Uhr 45: Ein ehemaliger General und Staatschef, der Geld und Waffen für einen rechten Putsch in seinem Heimatland braucht, wird von seinen westdeutschen Gesprächspartnern abgeholt. Er prahlt mit den Mordtaten seiner Terroristen, benennt Waffenlager und Nachschubwege, berichtet von Kontakten mit Franz Josef Strang und der CSU. Er weiß nicht, daß sein Gegenüber nur den Putschhelfer mimt und alles über ein Kleinstmikrophon in der Manschette mitschneidet. Ein paar Stunden später hat KONKRET-Autor Günter Wallraff den Ex-General zur Strecke gebracht. In KONKRET dokumentiert Wallraff seinen langen Marsch durch terroristische Institutionen -- vom Palais des Erzbischofs von Braga bis zum Düsseldorfer Parkhotel, wo einst schon Hitler seine Machtergreifung finanzieren ließ
 
Winfried Thomsen hat sich die FDP gründlich angesehen. Sein Fazit: Die Liberalen liegen im Wechsel-Fieber. Sein Rat: Dieser Partei keine Mark und keine Stimme
 
konkret ex-press von Hermann L. Gremliza
 
Carl L. Guggomos war 24 Jahre lang Mitglied der SPD, einige Jahre sogar Chef vom Dienst der Parteizeitung „Vorwärts". Am 26. März wurde er aus der SPD ausgeschlossen. Er beschreibt seinen Fall und den der SPD
 
Über Alfred Dregger
 
„Er handelt nach dem Motto: Wo man nicht gleichschalten kann, muß man ausschalten", sagt der Schriftsteller Peter Paul Zahl über den Ersten Staatsanwalt Ruhland. Und man hat ihn ausgeschaltet. Vorerst für fünfzehn Jahre. Wegen „zweifachen Mordversuchs in Tateinheit mit besonders schwerem Widerstand".Der Tatbestand: Im Dezember 1972 hatte Zahl bei einer polizeilichen Kontrolle in Düsseldorf zu flüchten versucht. Zwei Beamte hatten ihn verfolgt und zwölf Schüsse auf ihn abgegeben. Zahl wurde an beiden Armen getroffen, hatte im Laufen aber noch zurückgeschossen und dabei die Polizeibeamten verletzt. In der ersten Instanz wurde er hierfür im Mai 1974 zu vier Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Ende dieses Jahres hätte er - nach Anrechnung seiner U-Haft- entlassen werden können. Das Düsseldorfer Schwurgericht sah aber in zweiter Instanz jetzt die „Notwendigkeit der speziellen Abschreckung", weil Zahl „ein Gegner des Staates ist". Ein offen erklärtes Gesinnungsurteil also. Die überregionale Presse hat es mit keinem Wort vermerkt. KONKRET dokumentiert in Auszügen Zahls Schlußrede vor Gericht
 
Selbst im heißesten politischen Kampf gilt Rechten wie Linken die private Sphäre und die physische Erscheinung des Gegners als tabu. Geht es aber um Frauenrechtlerinnen, ist selbst wohlerzogenen Verlegern und Chefredakteuren jedes Mittel recht: Die Form von Brust und Beinen, Zahnstellung und Frisur ist zu polemischem Mißbrauch in Herrenwitz-Manier freigegeben. „Emanzen" darf man selbst in hanseatischen Blättern als „Miss Hängetitt" bezeichnen. Alice Schwarzer hat jahrelang die erniedrigendsten Erfahrungen gesammelt
 
„Mit einer neuen Enzyklika warnte der Papst vor den Gefahren der Homosexualität, der geschlechtlichen Freizügigkeit und der zunehmenden Verweiblichung. Bei der Verlesung trug er einen weitfallenden Umhang mit geschlitztem Ärmelausschnitt, dazu eine reich verzierte shawlartige Stola, deren Farbnuancierung geradezu entzückend mit der Tönung seiner Schuhe korrespondierten."Soweit eine irische Frauenzeitschrift. Günter Amendt („Sexfront") setzt sich sachlicher mit den neuen alten Tendenzen der klerikalen Sexualpolitik auseinander
 
Eigentlich fehlt bloß noch, daß die Bundesregierung einen Sonderetat bereitstellt, der es erlaubt, den Kölner Dom zu zerlegen, einzupacken, zu verschiffen und in Chicago wieder aufzubauen. Denn in keinem Land der Welt wird so viel Rummel um den 200. Geburtstag der USA gemacht wie in der Bundesrepublik - abgesehen natürlich von den Vereinigten Staaten selbst. Aber was wird denn da zelebriert, im Mutterland und seiner treuesten europäischen Kolonie? Ein Traum von Gerechtigkeit, Freiheit und Sauberkeit, der amerikanische Traum, der sich politisch nicht verwirklichen läßt. Und dennoch hat er seit zwanzig Jahren materielle Gestalt angenommen: in Anaheim, noch unter der graugelben Gasglocke von Los Angeles, in Disneyland. Stein, Stahl und viel Plastik. Kino zum Anfassen. Hartmut Schulze war da, hat angefaßt und hat begriffen und beschreibt, wie Amerika dort, wo es am amerikanischsten ist, seine Orgie feiert: America on Parade
 
kultur konkret
 
Was treibt die Leute eigentlich in Filme wie „MitGift" oder „Das Netz"? Für wen sind sie gemacht? Monika Walther hat sich die Filme und die Leute angesehen
 
Jetzt reicht´s, Ranicki ! von Hermann L. Gremliza
 
Franz Horn ist der Held von Martin Walsers neuem Roman „Jenseits der Liebe"; er geht zugrunde an Selbstentfremdung, Liebesunfähigkeit, Selbsthaß. Gerd Fuchs („Behringer oder Die lange Wut") findet, daß sich ein Bruch abzeichnet zwischen Walsers literarischer und politischer Praxis
 
In der Debatte um Rainer Werner Fassbinders Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod" ist der FAZ ein bemerkenswerter Kurzschluß gelungen: Verbrechen der herrschenden Klasse werden kurzerhand bei deren Gegnern angesiedelt. Faschistisch und antisemitisch sind danach - die Linken
 
99 Sprüche zur Erbauung des Bewußtseins
 
Vorschläge, Rückschläge, Niederschläge