in konkret Februar 1976

briefe
 
Lieber KONKRET-Leser von Hermann L. Gremliza
 
konkret extrakt
 
Jürgen Roth ist Autor einer Untersuchung über Armut in der Bundesrepublik. Er antwortet auf Norbert Blüms Frage „Elend, wie breit darf es sein, Herr Apel?" (KONKRET 1/76).
 
Der Kapitalismus zerstört die menschliche Identität. Selbst der Unternehmer entgeht dem furchtbaren Schicksal, ein Zerrissener, sich selbst fremder Mensch zu sein, nicht. Wenn ein Marxist das sagt, kann man's glauben oder auch nicht. Wenn ein Kapitalist stöhnt „genau so isses", sind alle Zweifel ausgeräumt.Die Redaktion des Berliner Extra-Dienstes (ED) hat den marxistischen Anschauungsunterricht genossen. Horst Tomayer beschreibt ihn:
 
Mit 18 kämpfte er im spanischen Bürgerkrieg gegen die Franco-Truppen, 1939 wird er zum erstenmal zu KZ-Haft verurteilt. Als Franco stirbt, amnestiert ihn Juan Carlos nach acht Jahren Zuchthausstrafe. Wenige Tage später wird er von Francos Testaments-Vollstreckern verhaftet; internationaler Protest erzwingt seine erneute Freilassung: Marcelino Camacho, Kopf der immer noch illegalen „comisiones obreras". Arno Münster sprach in Paris mit dem spanischen Arbeiterführer.
 
Die Kollaboration von CDU und Italo-Faschisten
 
KONKRET dokumentiert: UNITA und FNLA wurden schon vom alten portugiesischen Kolonialregime ausgehalten.
 
Die Anatomie einer RufmordkampagnePersonen und Handlung dieser Geschichte sind nicht erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit literarischen Vorbildern ergeben -so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.
 
Mit einer Hausdurchsuchung beim Trikont-Verlag versuchte die politische Polizei die Verbreitung des Buches „Wie alles anfing" von Michael Baumann zu verhindern. Heinrich Böll plädiert für das Gegenteil
 
In Köln stand KONKRET-Mitarbeiter Günter Wallraff vor dem Kölner Amtsgericht-angeklagt, weil er sich „unter Mißbrauch von Ausweispapieren" in den Gerling-Konzern eingeschlichen hatte. KONKRET dokumentiert Wallraffs Verteidigungsrede
 
konkret ex-press von Hermann L. Gremliza
 
Ergebnisse der Leserumfrage vom Oktober 275
 
Die Bilder der blutbefleckten Möbel und Teppiche gingen vor fünf Jahren um die Welt: Mitglieder der „Family" hatten das Hollywood-Haus des Filmregisseurs Roman Polansky überfallen, dessen Frau Sharon Tate und sechs Gäste erstochen. Im Auftrag - wie sie später sagten - des „Family"-Vaters Charles Manson, der dafür zum Tode verurteilt wurde (später in lebenslängliche Haft umgewandelt). KONKRET veröffentlicht erstmals die Schlußrede Mansons vor dem Gericht. Martin Walser schrieb eine Einführung zu dem Dokument.
 
Schlußwort des Angeklagten Manson vor Gericht, Kalifornien 1970
 
KONKRET-Serie / 1. Folge / Der Fall LumumbaErstmals in der Geschichte der USA untersuchte ein Senatsausschuß die Mordkomplotte des Geheimdienstes CIA. KONKRET dokumentiert die Ergebnisse
 
Henning Venskes Jahresrückblick in „Bild"-Schlagzeilen -ein Grusical auf die Pressefeilheit
 
KONKRET-Gerichtsreporterin Peggy Parnass schreibt über einen jungen Mann, der einen grausigen Mord einer Bitte vorzog und dennoch für gesund erklärt wurde, damit er lebenslänglich sitzen kann
 
kultur konkret
 
Charme und Chuzpe aus Korea von Christel Buschmann
 
Kein Autor, außer vielleicht Heinrich Böll, hat sich in den vergangenen Jahren so bewußt auf die politischen Verhältnisse, und nicht nur in diesem Lande, eingelassen wie Martin Walser, Entsprechend war das, was man sein Werk zu neunen pflegt, nicht bloß die Fortschreibung eines Stils (der ja immer auch gleich zum Markenzeichen wird), sondern ein permanentes Neubeginnen, ein permanentes Infragestellen des einmal Erreichten. Jetzt wurde ein neues Theaterstück von Walser, betitelt „Sauspiel", in Hamburg uraufgeführt, das auch manche von denen, die Walsers Weg noch bis vor kurzem mitzugehen bereit waren, verwirrte oder gar gegen diesen Autor aufbrachte. Warum? Darauf versucht Peter Hamm zu antworten.
 
In dieser KONKRET-Buchkolumne schreiben Autoren über ihre Lektüre. Diesmal der DDR-Schriftsteller Rolf Schneider („Der Tod des Nibelungen", „Die Reise nach Jaroslaw")
 
Ist Kohl schon geplumpst, was hat Filbinger geschrieben, warum macht die SPD Angst, wer hat Neuss auf dem Gewissen, und warum erfährt man nicht, wie Strauß im Bett ist? Lauter Notizen aus der Provinz - Horst Tomayer („Berliner Extradienst") sprach mit dem Kabarettisten Dieter Hildebrandt